StĂŒrze, HĂŒftfrakturen

StĂŒrze im Alter: 90 Prozent der HĂŒftfrakturen bei ĂŒber 65-JĂ€hrigen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KÀlte und GlÀtte erhöhen die Sturzgefahr; rasche medizinische Hilfe kann Komplikationen und dauerhafte EinschrÀnkungen verhindern.
Ein vereister, rutschiger Gehweg an einem winterlichen Abend, der eine Sturzgefahr darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit verzeichnen medizinische Berichte eine spĂŒrbare Zunahme von KnochenbrĂŒchen bei Ă€lteren Menschen infolge von StĂŒrzen. FachĂ€rzte warnen eindringlich davor, nach einem Sturz scheinbar leichte Verletzungen zu ignorieren. Sie raten zu einer raschen medizinischen AbklĂ€rung, um schwerwiegende Folgeerkrankungen und dauerhafte MobilitĂ€tsverluste zu verhindern.

Ursachen und besonders gefÀhrdete Körperregionen

Sowohl im hĂ€uslichen Umfeld als auch im Außenbereich steigen die Gefahren im SpĂ€tjahr deutlich an. KĂ€lte, einschrĂ€nkende dicke Winterkleidung, nĂ€chtliche Wege im Dunkeln und rutschige Böden in Badezimmern erhöhen das Unfallrisiko betrĂ€chtlich. Auf Straßen und Wegen kommen Gefahren durch vereiste Stellen und unsichtbares Glatteis hinzu.

Statistischen Erhebungen zufolge werden 90 Prozent der HĂŒftfrakturen bei Menschen ĂŒber 65 Jahren durch StĂŒrze ausgelöst. Neben dem Oberschenkel und der HĂŒfte sind vor allem die Handgelenke sowie die Wirbelkörper gefĂ€hrdet, wenn Betroffene versuchen, einen Sturz mit den Armen abzufangen oder ungebremst auf den RĂŒcken fallen.

Ältere Frauen nach den Wechseljahren sind aufgrund altersbedingten Knochenabbaus besonders anfĂ€llig: Osteoporose betrifft SchĂ€tzungen zufolge eine von drei Frauen und einen von fĂŒnf MĂ€nnern ab dem 50. Lebensjahr. Kommt es bereits bei StĂŒrzen aus dem Stand zu Frakturen, gilt dies als deutliches Warnzeichen fĂŒr eine verringerte Knochendichte.

Risiken von BettlÀgerigkeit und Kopfverletzungen

Mediziner mahnen zur Vorsicht bei Schmerzen nach einem Sturzereignis. Wird eine Fraktur nicht rechtzeitig stabilisiert, droht lĂ€ngere ImmobilitĂ€t. Eine im Liegen erlittene oder unversorgte Oberschenkelfraktur birgt die Gefahr schwerer Begleiterkrankungen wie DruckgeschwĂŒre (Dekubitus) und LungenentzĂŒndungen.

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Das Geriatrienetzwerk Ostsachsen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass StĂŒrze ein gravierendes Gesundheitsproblem im Alter darstellen: Eine einsetzende Sturzangst fĂŒhre oft dazu, dass Senioren körperliche AktivitĂ€ten meiden, was einen beschleunigten Muskelabbau und eine weitere Verschlechterung des Gleichgewichtssinns nach sich zieht.

Besondere Wachsamkeit ist bei StĂ¶ĂŸen gegen den Kopf geboten, insbesondere wenn Ă€ltere Patienten gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Bei Symptomen wie Bewusstlosigkeit, Schwindel, anhaltenden Kopfschmerzen, wiederholtem Erbrechen oder SchwĂ€chegefĂŒhlen in den Gliedmaßen muss unverzĂŒglich eine Notaufnahme aufgesucht werden.

Kann ein GestĂŒrzter aufgrund starker HĂŒft- oder RĂŒckenschmerzen nicht selbststĂ€ndig aufstehen, sollte die betroffene Person nicht eigenmĂ€chtig bewegt und sofort der Rettungsdienst gerufen werden.

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Da das Sturzrisiko im Alter auch durch die Einnahme bestimmter PrĂ€parate steigen kann, ist eine genaue Kenntnis der eigenen Medikation lebenswichtig. Dieser kostenlose Ratgeber klĂ€rt ĂŒber 180 Wirkstoffe auf, die Schwindel oder Gangunsicherheit auslösen können, und zeigt sichere Alternativen. Kostenlosen Medikamenten-Check fĂŒr Senioren anfordern

Praktische Maßnahmen zur SturzprĂ€vention

Um StĂŒrzen vorzubeugen, raten Fachleute zu Anpassungen in den eigenen vier WĂ€nden. Dazu gehören das Beseitigen von Stolperfallen, die Installation von Haltegriffen in Duschen, rutschfeste Matten, Nachtlichter auf Fluren sowie das Lagern von AlltagsgegenstĂ€nden in leicht erreichbarer Höhe.

FĂŒr GĂ€nge im Freien bei winterlichen Witterungsbedingungen werden feste Schuhe mit griffigem Profil, Gehhilfen und langsame, kleine Schritte empfohlen, bei denen das Körpergewicht leicht nach vorn verlagert wird. Die HĂ€nde sollten dabei stets außerhalb der Jackentaschen bleiben, um im Notfall die Balance halten zu können.

Zur langfristigen StĂ€rkung des Skeletts empfehlen Mediziner ab dem mittleren Lebensalter eine ausreichende NĂ€hrstoffversorgung mit tĂ€glich 1000 bis 1200 Milligramm Kalzium sowie 800 bis 1000 Internationalen Einheiten Vitamin D in Kombination mit regelmĂ€ĂŸiger, gelenkschonender Bewegung.

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