Stuhltests, Darmkrebs-Sterblichkeit

Stuhltests senken Darmkrebs-Sterblichkeit um 80 Prozent

31.05.2026 - 12:30:40 | boerse-global.de

Forschung zeigt, wie Hefepilze und Bakterien gemeinsam Zellen schädigen. Neue Studien zu Darmflora, Krebs und Warzenbehandlung.

Stuhltests senken Darmkrebs-Sterblichkeit um 80 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Stuhltests senken Darmkrebs-Sterblichkeit um 80 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Forscher des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung (Leibniz-HKI) in Jena enthüllten 2025 in der Fachzeitschrift PNAS, wie der Hefepilz Candida albicans und das Bakterium Enterococcus faecalis gemeinsam Zellen schädigen.

Wenn Erreger gemeinsame Sache machen

Der entscheidende Faktor: das bakterielle Gift Cytolysin. Die Forscher identifizierten zwei Hauptmechanismen der Zellschädigung – direkten physischen Kontakt der Mikroorganismen und gezielte Nährstoffverarmung in der Umgebung. Besonders gefährlich: Stämme, die Cytolysin bilden.

Anzeige

Warum fühlen Sie sich ständig müde und haben Schmerzen? Stille Entzündungen könnten der Grund sein. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob Ihr Körper heimlich unter Entzündungen leidet – und was Sie dagegen tun können. 12 natürliche Entzündungs-Killer im Gratis-Ratgeber entdecken

Doch damit nicht genug. Auch andere Mikroben schließen sich zu riskanten Zweckgemeinschaften zusammen. Ein Team des Leibniz-HKI entdeckte bei Pandoraea-Bakterien sogenannte Pandorabactine. Diese Siderophore entziehen Konkurrenten das lebenswichtige Eisen. In Sputumproben von Mukoviszidose-Patienten korrelierte der Nachweis dieser Stoffe mit Veränderungen im Mikrobiom.

Wenn die Immunabwehr altersschwach wird

Die Stabilität der Darmflora hängt maßgeblich von der Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab. Eine Jenaer Studie aus dem Frühjahr 2026 in PLoS Biology untersuchte den Prozess der Immunseneszenz – das Nachlassen der Immunüberwachung im Alter.

Das Ergebnis: Der Verlust der Kontrolle über das Mikrobiom führt zu einer Dysbiose und chronischen Entzündungsprozessen, die als „Inflammaging“ bezeichnet werden. Die Wissenschaftler betonen: Therapien wie Stuhltransplantationen benötigen ein aktives Immunsystem, um dauerhaft zu wirken.

Anzeige

Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort steckt in diesem kostenlosen Ratgeber über antientzündliche Ernährung, den bereits tausende Deutsche heruntergeladen haben. Kostenlosen PDF-Ratgeber gegen Entzündungen jetzt anfordern

Archaeen im Visier der Krebsforschung

Die Medizinische Universität Graz veröffentlichte 2026 in Nature Communications eine Studie zur Rolle von Archaeen im Darm. Methanbildner wie Methanobrevibacter smithii kommen bei Dickdarmkrebs-Patienten häufiger vor. Zwar gelten diese Archaeen selbst nicht als krankmachend – doch sie beeinflussen das Wachstum krebsassoziierter Bakterien.

Neue Hoffnung für Darmkrebs-Prävention

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) belegt: Regelmäßige Stuhltests (FIT) können die Sterblichkeit um über 80 Prozent senken. Alle zwei Jahre durchgeführt, erreichen sie eine ähnliche Wirksamkeit wie eine Koloskopie. Die Hürde: In Deutschland nutzen lediglich 20 Prozent der Berechtigten diese Vorsorge.

Für das Reizdarmsyndrom wurden zudem die Rome-V-Kriterien eingeführt. Die neuen Richtlinien basieren auf der Erkenntnis, dass das Krankheitsbild auf messbaren biologischen Prozessen im Zusammenspiel zwischen Darm und Nervensystem beruht.

Durchbruch bei Warzen-Behandlung

Nielsen BioSciences meldete im Frühjahr 2026 erfolgreiche Phase-3-Studienergebnisse für Candin. Das aus Candida albicans gewonnene Antigen heilte Warzen dauerhaft in 45,4 Prozent der Fälle. Ein Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Auch das Hospital de Manises in Valencia wagte einen Schritt nach vorne: Erstmals führten die Ärzte dort eine Stuhlmikrobiota-Transplantation durch – ein vielversprechendes Verfahren bei schwer behandelbaren, wiederkehrenden Darminfektionen.

Zahnpasta gegen Parodontitis

Das Fraunhofer IZI identifizierte eine Substanz, die gezielt Parodontitis-Erreger blockiert – ohne die restliche Mundflora zu beeinträchtigen. Ein Spin-off plant bereits die Markteinführung einer entsprechenden Zahnpasta.

Pilze als Dünger-Ersatz

Die Forschung entdeckt auch ungeahnte Potenziale. Ein Extrakt aus dem Pilz Pseudozyma aphidis steigerte bei Tomatenpflanzen die Keimrate um 18 Prozent und den Ertrag um bis zu 60 Prozent. Entwickelt wurde er von Forschern der Hebrew University.

Wissenschaftler des Leibniz-IPB und der Universität Bonn identifizierten zudem mit dem Enzym VIH2 einen biologischen Schalter, der die Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen dauerhaft aktiv halten kann. Das könnte den Bedarf an Düngemitteln deutlich reduzieren.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69454321 |