Südkorea, Lastwagen

Südkorea: Erster autonomer Lastwagen mit echter Fracht startet

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Hanjin transportiert ab sofort echte Fracht autonom auf südkoreanischen Autobahnen. Ein Meilenstein gegen den Fahrermangel.

Südkorea startet ersten kommerziellen autonomen Lkw-Frachtdienst
Autonomer 25-Tonnen-Lastwagen mit Sensoren auf moderner Autobahn in Südkorea, Symbol für Logistikautomatisierung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seoul – Ab heute rollt in Südkorea ein autonom fahrender Lastwagen mit echter Fracht über die Autobahn. Der Logistikkonzern Hanjin hat gemeinsam mit der Provinz Jeonbuk den ersten bezahlten autonomen Frachtdienst des Landes gestartet.

Ein 25-Tonnen-Lkw vom Typ Tata Daewoo MAXEN transportiert künftig dreimal pro Woche echte Pakete auf einer 118 Kilometer langen Strecke – vom Hafen Gunsan zum Mega-Hub in Daejeon. Die künstliche Intelligenz an Bord stammt vom südkoreanischen Startup RideFlux. Ein Sicherheitsfahrer sitzt zwar noch im Führerhaus, greift aber nur im Notfall ein.

Meilenstein für die Logistikbranche

Der Schritt ist mehr als eine technische Spielerei. Südkorea leidet unter einem eklatanten Mangel an Lkw-Fahrern – und die Logistikkosten steigen seit Jahren. Das autonome System soll Abhilfe schaffen. Möglich wurde der kommerzielle Betrieb durch eine Genehmigung des Verkehrsministeriums MOLIT vom Mai 2026.

Hanjin hat eigens eine Andockstation für den autonomen Betrieb entwickelt. Der Lkw kann die Be- und Entladezonen eigenständig ansteuern – ohne menschliches Zutun. Ein entscheidender Schritt, denn genau diese „letzten Meter" auf dem Betriebsgelände gelten als besonders knifflig.

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Das Gesamtprojekt schlägt mit umgerechnet rund 27 Millionen Euro zu Buß. Finanziert wird es im Rahmen des sogenannten Saemangeum-Projekts, einer staatlichen Wirtschaftsförderinitiative. Ziel: Die Abhängigkeit von Fahrern reduzieren und die Effizienz in der Lieferkette steigern.

Die technische Grundlage legten Hanjin und seine Partner bereits 2023. Ein Memorandum of Understanding mit dem Jeonbuk Institute of Automotive Technology, dem LX Spatial Information Research Institute und der Korea Integrated Logistics Association ebnete den Weg. Auch der Prüfdienst KATRI und Tata Daewoo Mobility selbst waren an der Entwicklung beteiligt.

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Beobachter rechnen damit, dass die Strecke Gunsan–Daejeon nur der Anfang ist. Gelingt der kommerzielle Betrieb, könnte das Modell auf weitere Routen ausgeweitet werden. Die südkoreanische Logistikbranche steht damit vor einem Umbruch – vergleichbar mit den ersten Schritten der Automatisierung in deutschen Häfen oder bei der Bahn.

Ob die Technik hält, was sie verspricht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Branche schaut genau hin.

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