Süßigkeiten: Morgens essen senkt Hunger um 300 kcal täglich
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die wissenschaftliche Untersuchung des Stoffwechsels legt zunehmend nahe, dass nicht nur die Menge, sondern auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidend für die gesundheitlichen Auswirkungen ist. Aktuelle Analysen und Studien untersuchen in diesem Zusammenhang die spezifische Wirkung von Zucker und Süßigkeiten in Abhängigkeit von der Tageszeit. Dabei rückt insbesondere das Zusammenspiel zwischen dem zirkadianen Rhythmus und der metabolischen Verarbeitung von Kohlenhydraten in den Mittelpunkt der Forschung.
Erkenntnisse aus experimentellen Studien zum Abendkonsum
Wissenschaftliche Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass der Verzehr von Zucker unmittelbar vor der Ruhephase negative Folgen für die körperliche Verfassung haben kann. Eine im Jahr 2023 durchgeführte Studie an Ratten belegte, dass die Aufnahme von Zucker vor dem Schlafengehen zu einer deutlichen Gewichtszunahme führt. Über die reine Gewichtsentwicklung hinaus beobachteten die Forscher in diesem Zusammenhang ein erhöhtes kardiometabolisches Risiko.
Diese Ergebnisse aus dem Tierversuch deuten darauf hin, dass der Organismus während der Nachtruhe weniger effizient auf eine hohe Zuckerzufuhr reagieren kann. Die metabolische Belastung scheint demnach zuzunehmen, wenn dem Körper Energie zugeführt wird, während er physiologisch auf Erholung und Fasten eingestellt ist.
Die Rolle von Schokolade am Morgen und Abend
Neben den Risiken des abendlichen Konsums wurde in der Forschung auch untersucht, ob eine gezielte Zufuhr zu anderen Tageszeiten vorteilhafte Effekte haben könnte. Eine kleinere Studie aus dem Jahr 2021 befasste sich mit dieser Fragestellung am Beispiel von 19 postmenopausalen Frauen. Die Teilnehmerinnen konsumierten dabei eine Menge von 100 Gramm Milchschokolade zu unterschiedlichen Zeiten.
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Die Auswertung der Daten ergab, dass der Verzehr der Schokolade am Morgen zu einer signifikanten Reduktion des Hungergefühls führte. In der Folge sank die tägliche Energieaufnahme der Probandinnen um durchschnittlich 300 kcal pro Tag. Im Gegensatz dazu zeigten sich bei einem Konsum am Abend deutlich weniger positive Effekte auf das Sättigungsgefühl und die gesamte Energiebilanz. Diese Beobachtungen unterstreichen die These, dass der menschliche Körper je nach Tageszeit unterschiedlich auf identische Lebensmittel reagieren kann.
Empfehlungen von Fachgesellschaften und Forschungsstand
Trotz der vorliegenden Einzelergebnisse bleibt die Datenlage im Bereich der Humanstudien komplex. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass es bislang an einer ausreichenden Zahl qualitativ hochwertiger Humanstudien mangelt, um abschließende, allgemeingültige Urteile über den optimalen Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme zu fällen.
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Dennoch orientieren sich die aktuellen Empfehlungen an den vorhandenen physiologischen Erkenntnissen. Die DGE rät dazu, insbesondere am Abend eine sehr hohe Energiezufuhr zu vermeiden. Dies gilt speziell für Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index (GI). Da solche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, wird eine Reduktion in den späten Tagesstunden empfohlen, um den Stoffwechsel während der Nacht nicht übermäßig zu belasten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die chronobiologische Komponente der Ernährung ein wachsendes Forschungsfeld darstellt. Während morgendlicher Konsum bestimmter Süßwaren in Studien die Energiebilanz durch Sättigungseffekte positiv beeinflussen konnte, deuten die Befunde zum Abendkonsum auf Risiken für das Gewicht und das Herz-Kreislauf-System hin. Fachleute plädieren daher für eine bewusste Gestaltung der Mahlzeitenzeiten, bis weitere groß angelegte Studien zusätzliche Klarheit schaffen.
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