Superfood für Haustiere: Experten warnen vor Marketing ohne Beleg
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 13:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Chiasamen, Goji-Beeren oder Spirulina – was bei Menschen als gesund gilt, soll nun auch Haustieren guttun. Doch Experten warnen: Dahinter steckt vor allem clevere Werbung.
Marketingbegriff ohne wissenschaftliche Basis
Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop sieht die Entwicklung kritisch. Für die behaupteten gesundheitlichen Wirkungen dieser Inhaltsstoffe gebe es keine ausreichenden Belege. Der Begriff „Superfood“ ist rechtlich nicht geschützt – Hersteller nutzen ihn gezielt zur Absatzförderung.
Tierernährungsexperten betonen: Entscheidend ist eine ausgewogene Gesamtration, nicht einzelne Trend-Zutaten. Oft reichen günstigere, heimische Alternativen wie Leinsamen, Heidelbeeren oder Karotten. Sie liefern vergleichbare Nährwerte – ohne weite Transportwege und hohe Preise.
Milliardenmarkt lockt Lebensmittelriesen
Trotz der Kritik boomt das Geschäft. Auf einer Fachmesse in Taipeh Anfang Juli stand das Marktvolumen für Heimtierprodukte im Fokus: Allein in Taiwan wird es auf rund 800 Milliarden TWD geschätzt. Große Lebensmittelkonzerne wie Uni-President, Dachan und Fwusow drängen ins Segment.
Der Branchenvertreter von Dachan kündigte Investitionen von zwei Milliarden TWD in neue Produktionsstätten an. Ziel: ein Umsatzwachstum von 30 Prozent. Sogar Präsident Lai Ching-te forderte auf der Messe strengere Sicherheitsgesetze für Heimtiernahrung.
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Die Individualisierung der Fütterung ist ein weiterer Trend. Digitale Berater fragen Rasse, Alter, Größe und Aktivitätsniveau ab – daraus entsteht maßgeschneidertes Hundefutter. Auch Nischenprodukte wie spezielle Eiscreme mit Probiotika für Haustiere sind auf dem Vormarsch.
Ernährungsexperte Liang Chia-wei warnt jedoch vor herkömmlichem Speiseeis für Tiere: Zucker, Laktose und der Süßstoff Xylit können tödlich sein. Besser sind spezialisierte Haustier-Produkte oder selbstgemachte Varianten aus ungewürzter Brühe.
Proteinboom für Menschen mit Abnehmspritzen
Nicht nur bei Tieren tut sich was. Große Konzerne wie Nestlé und Danone entwickeln proteinreiche Produkte speziell für Nutzer von GLP-1-Agonisten – Medikamente zur Gewichtskontrolle. Der Markt ist riesig: 2025 nutzten fast 12 Prozent der US-Amerikaner solche Präparate. Bis 2028 könnten es bis zu 70 Millionen sein.
Kritiker sehen die Entwicklung skeptisch. Viele dieser Proteinprodukte sind ultraverarbeitete Lebensmittel – mit bekannten Risiken für Stoffwechsel und Psyche.
Zeckenparasit auf dem Vormarsch
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Neben der Ernährung rücken Umweltfaktoren in den Fokus. Die Freie Universität Berlin warnt vor der Ausbreitung des Blutparasiten Babesia canis in Deutschland. Übertragen wird er durch die Wiesenzecke. Die canine Babesiose kann tödlich enden – Experten empfehlen ganzjährigen Zeckenschutz.
Tierschützer kritisieren zudem Trends wie Katzenrucksäcke. Bauart, Belüftung und die Akzeptanz des Tieres müssten stimmen, sonst bedeuten sie purer Stress.
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