Surface Laptop Ultra: Microsoft testet Nvidia-Chip mit 20 Kernen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein früher Prototyp von Microsofts kommendem Surface Laptop Ultra gibt erste Einblicke in die Leistungsfähigkeit des High-End-Geräts. Ein Nutzer des TechPowerUp-Forums entdeckte das Modell nahe der Microsoft-Zentrale in Redmond und unterzog es umfangreichen Tests. Das Besondere: Der Rechner arbeitet mit einem Nvidia-Chip der nächsten Generation.
Nvidia N1X: 20 Kerne und 6.144 CUDA-Einheiten
Der Prototyp mit der Bezeichnung EV1.5 ist mit dem neuen Nvidia RTX Spark N1X ausgestattet. Der Chip vereint einen 20-Kern-Arm-Prozessor mit einer Grafikeinheit, die stolze 6.144 CUDA-Kerne bietet. Zur Ausstattung gehören zudem 24 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 512-Gigabyte-SSD. Die CPU arbeitet in einer 10+10-Kern-Konfiguration.
Erste Eindrücke zur Verarbeitungsqualität fielen positiv aus. Besonders bemerkenswert: Die Grafikleistung blieb konstant – egal, ob das Gerät am Netz oder im Akkubetrieb lief. Die Leistungsaufnahme liegt bei 80 Watt im Dauerlast-Modus (PL1) und 95 Watt im kurzzeitigen Turbomodus (PL2). Die Grafikeinheit ist auf maximal 50 Watt begrenzt.
Benchmarks: Solide, aber nicht auf dem Niveau der Konkurrenz
Die Testergebnisse zeigen ein gemischtes Bild. Im Cinebench 2024 erreichte der Prototyp 1.386 Punkte im Multi-Core-Test und 123 Punkte im Single-Core-Test. Die neuere Version Cinebench 2026 bescheinigt dem Gerät 5.771 (Multi-Core) beziehungsweise 540 Punkte (Single-Core). Damit liegt die Leistung hinter High-End-Chips konkurrierender Hersteller.
Die Grafikleistung entspricht in etwa einer Nvidia GeForce RTX 3060 Ti. Im 3DMark Port Royal erzielte das System zwischen 26 und 31 Bildern pro Sekunde. Die Spieleleistung litt jedoch unter Rucklern und Trägheit – ein typisches Problem unfertiger Treiber.
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Software-Probleme: Treiber und Firmware benötigen Nachbesserungen
Die Tests offenbarten erhebliche Software-Schwierigkeiten. Selbst mit aktuellen Treibern ließen sich CUDA-basierte KI-Workloads nicht ausführen. Ein neuerer Preview-Treiber (Version 616.00) verschlimmerte das Problem sogar: Der Stromverbrauch im Leerlauf stieg von 7-8 Watt auf 12 bis 23 Watt.
Auch die Hardware zeigte typische Kinderkrankheiten eines Prototyps: Probleme mit Local Dimming und HDR, G-Sync-Störungen und eine träge Touchscreen-Reaktion. Zudem traten Blooming-Effekte und Farbverfälschungen auf. Die GPU-Taktfrequenz schwankte unregelmäßig zwischen 1,5 und 2,3 Gigahertz.
Preis und Verfügbarkeit: Oberklasse mit hohen Erwartungen
Microsoft hat den Surface Laptop Ultra noch nicht offiziell angekündigt. Branchenkreisen zufolge ist ein Start im Herbst 2026 geplant – möglicherweise mit einer Vorstellung in den kommenden Wochen. Das Gerät wird sich im oberen Preissegment bewegen: Die Basisversion soll bei rund 2.800 Euro starten, die Spitzenkonfiguration könnte bis zu 4.500 Euro kosten. Zielgruppe sind professionelle Anwender, die hohe Grafikleistung in einem mobilen Arm-System benötigen.
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