SUSE baut Stellen ab: Rund zehn Prozent der Belegschaft sollen gehen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Linux- und Open-Source-Spezialist SUSE plant einen tiefgreifenden Personalabbau. Wie das IT-Nachrichtenportal The Register unter Berufung auf ein internes Memo von Vorstandschef Dirk-Peter van Leeuwen berichtete, sollen rund zehn Prozent der weltweiten Belegschaft abgebaut werden.
Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 1.900 Mitarbeiter. Als maßgeblichen Grund für den Schritt nannte van Leeuwen die zunehmende Automatisierung sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz. Moderne Werkzeuge würden die täglichen Arbeitsabläufe im Unternehmen bereits spürbar verändern.
Zeitplan für die Restrukturierung steht fest
Der Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen ist eng getaktet. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen bis zum 4. November informiert werden. Die Nominierung der Betriebsräte ist für den 5. November vorgesehen, während persönliche Einzelgespräche ab Anfang der kommenden Woche beginnen sollen. Für den 16. November kündigte das Management die offizielle Präsentation der Unternehmensstrategie für das Geschäftsjahr 2027 an.
Die Maßnahme fällt in eine bewegte Phase der Unternehmensgeschichte. Der Finanzinvestor EQT hatte SUSE im Jahr 2018 für 2,5 Milliarden US-Dollar von Microfocus übernommen. Nach einem Börsengang in Frankfurt im Jahr 2021 privatisierte EQT das Unternehmen im Jahr 2023 wieder. Im März hatte der Eigentümer zudem einen erneuten Verkauf der Gesellschaft geprüft.
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Branchenweiter Trend zur Automatisierung
Der Schritt von SUSE reiht sich in eine wachsende Welle technologiebedingter Stellenstreichungen ein. Laut Daten des Outplacement-Dienstleisters Challenger wurden in den USA im Oktober 2026 insgesamt 153.074 Stellenstreichungen angekündigt – ein Anstieg um 175 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und der höchste Oktober-Wert seit 2003. Während Kostensenkungen mit 50.437 Stellen der meistgenannte Auslöser waren, wurden 31.039 Streichungen explizit mit KI-bedingten Restrukturierungen begründet. Dies markierte den bisher höchsten monatlichen Wert dieser Kategorie im laufenden Jahr.
Im Technologiesektor stiegen die Ankündigungen im Oktober auf 33.281 Stellen an, womit sich die Gesamtzahl in der US-Tech-Branche im Jahr 2026 auf rund 141.000 belief.
Ähnliche Schritte vollziehen derzeit auch andere Branchengrößen. Der Zahlungsdienstleister Fiserv trennte sich seit Juni von rund 3.000 Mitarbeitern und externen Kräften – etwa acht Prozent der Belegschaft –, um Tätigkeiten in der Softwareentwicklung, Betrugsprüfung und im Kundenservice stärker zu automatisieren.
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Beim Softwarekonzern Oracle sank die weltweite Belegschaft laut Jahresbericht innerhalb eines Jahres von 162.000 auf 141.000 Beschäftigte. Auch Oracle erklärte offen, dass der Einsatz von KI bereits zu Personalabbau geführt habe und diesen künftig weiter vorantreiben könne.
