Swift Ledger MVP: FAB und Citi wickeln erste Dollar-Transaktionen ab
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die First Abu Dhabi Bank (FAB) und das US-Finanzinstitut Citi haben als erste Bankenhäuser erfolgreich Live-Transaktionen in US-Dollar über den neuen digitalen Ledger von Swift abgewickelt.
Während FAB damit das erste Institut im Nahen Osten und Afrika ist, das tokenisierte Einlagen über das „Ledger MVP“-System von Swift nutzt, agiert Citi als erste US-Bank innerhalb dieser blockchain-basierten Infrastruktur. Die Transaktionen markieren einen wesentlichen Fortschritt bei der Etablierung programmierbarer Zahlungsströme im globalen Bankenwesen.
Technischer Rahmen und internationale Beteiligung
Der von Swift entwickelte Ledger dient als Koordinationsinstanz für Verpflichtungen zwischen den beteiligten Instituten, während die tokenisierten Einlagen rechtlich auf den Bilanzen der jeweiligen Banken verbleiben.
Die endgültige Abwicklung erfolgt weiterhin über das etablierte System der Korrespondenzbanken. Neben der Zusammenarbeit zwischen FAB und Citi ist auch die singapurische Bank OCBC in das Projekt eingebunden, um Transaktionen im südostasiatischen Raum zu erproben.
Das Pilotprojekt, das in einer Phase von Juli bis Dezember 2026 durchgeführt wird, umfasst insgesamt 17 teilnehmende Banken. Für den weiteren Verlauf im September ist geplant, dass sich auch die Institute DBS und UOB dem Netzwerk anschließen.
Citi nutzt für diese Prozesse seine bestehende Infrastruktur für das US-Dollar-Clearing, die bereits rund um die Uhr über 300 Bankkunden bedient. Die unternehmenseigenen Citi Token Services haben in diesem Zusammenhang bereits ein Volumen von rund 1 Milliarde US-Dollar verarbeitet.
Infrastruktur für KI-gesteuerte Finanzagenten
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Die Einführung programmierbarer und rund um die Uhr verfügbarer Zahlungsinfrastrukturen gilt in der Branche als Grundvoraussetzung für die nächste Stufe der digitalen Transformation.
Experten wie Heath Tarbert von Circle betonten im Rahmen einer Anhörung vor dem House Financial Services Committee, dass insbesondere autonome KI-Agenten auf eine solche Infrastruktur angewiesen seien. In diesem Zusammenhang wurde der sogenannte GENIUS Act als kritische gesetzliche Grundlage für die Integration von Stablecoins und tokenisierten Wertpapieren hervorgehoben.
Parallel zu den Fortschritten im Interbanken-Zahlungsverkehr entwickeln Unternehmen wie Binance bereits spezifische Betriebssysteme wie das „Agent OS“, um KI-Anwendungen direkt mit Handelsplattformen, Marktdaten und digitalen Wallets zu verknüpfen.
Diese Agenten sollen eigenständig handeln können, ohne dabei Zugriff auf sensible Identitätsdaten (KYC) zu erhalten. Auch die New York Stock Exchange (NYSE) arbeitet laut Berichten an der Entwicklung einer eigenen tokenisierten Plattform, um der steigenden Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten gerecht zu werden.
Regulatorische Anforderungen und Risikomanagement
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Mit der zunehmenden Automatisierung steigen auch die Anforderungen an die Aufsicht und die Rechenschaftspflicht der Institute. Sean McHugh von der Regulierungsbehörde Vara unterstrich, dass Unternehmen, die virtuelle Vermögenswerte verwalten, auch beim Einsatz von KI-Anbietern voll verantwortlich bleiben.
Für marktgerichtete KI-Systeme forderte er die Implementierung eines sogenannten „Kill-Switch“, um im Notfall eingreifen zu können. Dass die Branche wächst, zeigt die Zahl der lizenzierten Firmen in diesem Bereich, die innerhalb von zwei Jahren von 14 auf 57 gestiegen ist.
Auch die Prüfungsgesellschaften passen ihre Standards an. KPMG hat als erstes der „Big Four“-Unternehmen einen KI-Agenten nach dem Standard AIUC-1 zertifiziert. Das System bestand dabei über 900 Tests ohne kritische Schwachstellen.
Auf internationaler Ebene warnte Andrew Bailey vom Financial Stability Board (FSB) in einem Schreiben an die G20 vor den Cyberrisiken, die von „Frontier-KI“ ausgehen. Er forderte die Institutionen auf, sich auf gleichzeitige Störungen vorzubereiten, die durch gemeinsame Abhängigkeiten von Technologiepartnern entstehen könnten.
In Europa wurde ChatGPT zudem unter dem Digital Services Act (DSA) als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft, was bei Verstößen Geldstrafen von bis zu 6 % des globalen Umsatzes nach sich ziehen kann.
