Syspro, Torque

Syspro Torque: KI-Plattform steuert Fabrik autonom ab September

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Syspro bringt Torque für autonome Produktionsabläufe an den Start. Die Plattform dokumentiert KI-Entscheidungen und integriert bestehende Systeme.

Syspro stellt Torque vor: Industrielle KI steuert Fabrikprozesse
Moderne, automatisierte Industriehalle mit Präzisionsrobotern und Produktionsanlagen in einer weitläufigen Fabrik. Illustration mit AI erstellt.

**Das Softwareunternehmen Syspro hat mit der Einführung von Torque eine neue industrielle KI-Plattform angekündigt, die weit über die reine Datenanalyse hinausgeht.

Das System ist darauf ausgelegt, Produktionsprobleme autonom zu identifizieren, konkrete Handlungsempfehlungen auszusprechen und genehmigte Aktionen direkt in bestehenden ERP-, MES- oder SCADA-Umgebungen auszuführen. Damit markiert die Lösung einen wichtigen Schritt hin zur vollständig integrierten, KI-gesteuerten Fabriksteuerung.**

Wie aus Berichten von Anfang September hervorgeht, befindet sich Torque bereits seit August in einer Phase der kontrollierten Verfügbarkeit. Zu den ersten Anwendern gehören demnach unter anderem große Hersteller mit einem Jahresumsatz von mehr als 2 Mrd. USD.

Ein wesentliches Merkmal der Plattform ist die lückenlose Protokollierung: Jede von der KI ausgeführte oder empfohlene Aktion wird mit einer detaillierten Begründung dokumentiert, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit in den Fertigungsprozessen zu gewährleisten.

Öffentliches Debüt auf der IMTS 2026

Ihren ersten großen öffentlichen Auftritt wird die Torque-Plattform auf der Fachmesse IMTS 2026 in Chicago haben. Syspro plant, die Funktionen des Systems vom 14. bis 19. September am Stand 133024 dem Fachpublikum vorzustellen. Die Markteinführung erfolgt in einem Umfeld, in dem immer mehr Schwergewichte der Industrie auf die tiefe Integration von künstlicher Intelligenz setzen, um die Effizienz ihrer Anlagen zu steigern.

Parallel zu dieser Entwicklung gibt es weitere bedeutende Bewegungen im Bereich der industriellen KI. Caterpillar gab unlängst eine Zusammenarbeit mit FieldAI bekannt. Ziel dieser Partnerschaft ist die Weiterentwicklung von sogenannter Physical AI, Autonomie und Robotik. Dabei kommen unter anderem beschleunigtes Computing von NVIDIA sowie die Simulationsplattform Omniverse zum Einsatz.

Caterpillar, das im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 67,6 Mrd. USD erwirtschaftete, zielt mit dieser Kooperation auf Anwendungen wie autonome Inspektionen und die Optimierung von Betriebsabläufen durch digitale Zwillinge ab.

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Effizienzsteigerungen durch KI-Agenten und Vision-Systeme

Auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entstehen spezialisierte Lösungen. So wurde kürzlich die Plattform ERP.io vorgestellt, die ERP- und PLM-Funktionen mit nativer KI kombiniert. Hierbei übernehmen spezialisierte KI-Agenten Aufgaben in den Bereichen Inventarverwaltung, Einkauf und Finanzanalyse.

In der operativen Fertigung zeigen zudem aktuelle Implementierungen von Rockwell Automation und Siemens das Potenzial der Technologie. Rockwell Automation integriert künftig Plex QMS mit FactoryTalk Analytics VisionAI über eine API, um die Genauigkeit visueller Inspektionen zu erhöhen, die herkömmlich bei einer Effektivität von etwa 80 % liegen.

Zudem führt das Unternehmen eine KI-gestützte Funktion in Plex Connected Worker ein, die CAD-Dateien automatisiert in Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Mitarbeiter umwandelt.

Siemens verzeichnet unterdessen Erfolge mit seinem Eigen Engineering Agent. Das Tool, das für die Automatisierung von PLC-Workflows und die Verarbeitung von ECAD-Daten eingesetzt wird, ist bereits bei über 100 Unternehmen in 19 Ländern im Einsatz.

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Berichten zufolge konnten Anwender die Ausführungsgeschwindigkeit um das Zwei- bis Fünffache steigern und die Effizienz um bis zu 50 % verbessern. Eine Demonstration des Systems ist für den 3. September auf der NECTEC ACE 2026 geplant.

Wirtschaftliche Auswirkungen und autonome Ökosysteme

Wie lukrativ der Einsatz von KI sein kann, belegen Zahlen von Aramco. Das Unternehmen gab an, im Jahr 2024 einen durch KI generierten Wort von 1,8 Mrd. USD erzielt zu haben. Bis Ende 2025 plant der Konzern insgesamt 442 KI-Anwendungsfälle, von denen über 200 bereits aktiv sind. Das zugehörige Datenzentrum verarbeitet täglich mehr als 5 Mrd. Datenpunkte.

Ergänzend dazu kündigte Aramco Digital eine strategische Partnerschaft mit Avathon an, um autonome Betriebsabläufe in Sektoren wie Bergbau und Luftfahrt voranzutreiben, und stellte mit iCONNA ein eigenes industrielles KI-Ökosystem vor.

Dass KI-Investitionen auch am physischen Standort Georgia (USA) Früchte tragen, zeigt das Beispiel von GE Appliances. Durch eine Expansion im Wert von 180 Mio. USD entstanden dort 600 neue Arbeitsplätze. Das Unternehmen nutzt KI-Kameras zur Fehlererkennung, wobei jeder Prozentpunkt an Verbesserung Einsparungen von 1,5 bis 2 Mio. USD ermöglicht.

Stillstände der Produktionslinie, die dort mit Musik von AC/DC signalisiert werden, kosten das Unternehmen schätzungsweise 300 bis 500 USD pro Minute. Ein Sprecher des Unternehmens betonte in diesem Zusammenhang, dass KI zwar in der Analyse überlegen sein könne, den Menschen in der Fertigung jedoch nicht ersetze.

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