Tadalafil: Langzeittherapie erhöht Glaukom-Risiko um 22%
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Langzeittherapie mit Tadalafil steigert das Risiko fĂŒr GrĂŒnen Star um 22 Prozent. Das zeigt eine Studie mit ĂŒber 73.000 MĂ€nnern, die im August im British Journal of Ophthalmology erschien.
Deutliche Risikosteigerung bei Offenwinkelglaukom
Besonders stark fĂ€llt der Anstieg beim primĂ€ren Offenwinkelglaukom aus: Hier erhöht sich das Risiko um 33 Prozent. Auch die Notwendigkeit einer Glaukombehandlung nahm in diesem Umfang zu. Bei einer okulĂ€ren Hypertonie â also erhöhtem Augeninnendruck â stieg das Risiko um 32 Prozent.
Ăber fĂŒnf Jahre betrachtet entwickelten 3,93 Prozent der Tadalafil-Anwender ein Glaukom. In der Vergleichsgruppe waren es nur 3,16 Prozent. Schon nach einem Monat Anwendung zeigte sich der statistische Zusammenhang.
Ăltere MĂ€nner besonders betroffen
Die Forscher des National Taiwan University Hospital identifizierten klare Risikogruppen. MĂ€nner ĂŒber 50 Jahren tragen ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko (Hazard Ratio 1,29). Bei weiĂen Patienten lag der Anstieg bei 16 Prozent.
Eine entscheidende Rolle spielt die Anwendungsdauer. Anders als bei erektiler Dysfunktion wird Tadalafil bei Prostatabeschwerden hĂ€ufig als tĂ€gliche Niedrigdosis-Therapie verordnet. Die kumulative Belastung rĂŒckt damit in den Fokus der Bewertung.
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Sommer der Arzneimittel-Studien
Die Ergebnisse reihen sich in eine Serie von Sicherheitsstudien ein, die im Sommer 2026 veröffentlicht wurden. WĂ€hrend eine US-Analyse fĂŒr Semaglutid kein erhöhtes Risiko fĂŒr neovaskulĂ€re Makuladegeneration fand, warnte ein Rote-Hand-Brief vor einem leicht erhöhten Meningeom-Risiko bei Desogestrel. Glucosamin wiederum zeigte in Nature Metabolism eine um 25 Prozent höhere Demenz-Wahrscheinlichkeit bei kognitiv beeintrĂ€chtigten Patienten.
AugenÀrztliche Kontrollen empfohlen
Die Studienautoren raten zu einer Anpassung der klinischen Ăberwachung. Patienten sollten idealerweise vor Beginn einer Langzeittherapie sowie regelmĂ€Ăig wĂ€hrend der Behandlung augenĂ€rztlich untersucht werden. Das gilt besonders fĂŒr MĂ€nner ĂŒber 50 und Patienten mit bestehenden Risikofaktoren fĂŒr Augenerkrankungen.
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Eine frĂŒhzeitige Erkennung von erhöhtem Augeninnendruck oder beginnendem Offenwinkelglaukom könnte dauerhafte SehschĂ€den verhindern. Ărzte sollten Patienten aktiv ĂŒber mögliche ophthalmologische Symptome aufklĂ€ren.
