Tageslicht und Demenz: 42 Minuten bei 5.000 Lux mit geringerem Risiko verbunden
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine im Fachjournal General Psychiatry veröffentlichte Untersuchung der Guangzhou Medical University liefert neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Umgebungslicht und neurologischer Gesundheit.
Ein Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Hongliang Feng analysierte dafür die Daten von 87.577 Erwachsenen über einen Nachbeobachtungszeitraum von 8,1 Jahren, was gut 8 Jahren entspricht. Die Ergebnisse zeigen eine statistische Verbindung zwischen regelmäßiger Tageslichtexposition und einem reduzierten Risiko für Demenzerkrankungen.
Lichtmessung am Handgelenk über sieben Tage
Für die Erhebung kamen Lichtsensoren beziehungsweise Accelerometer zum Einsatz, welche die Studienteilnehmer über einen Zeitraum von einer Woche am Handgelenk trugen. Anhand dieser objektiven Messungen ermittelte das Team um Feng die tägliche Helligkeitsexposition der Probanden im realen Alltag.
Die statistische Auswertung ergab, dass eine durchschnittliche Exposition von über 1.000 Lux Tageslicht pro Tag mit einem um 16 Prozent geringeren Demenzrisiko einherging. Dieser Wert wurde im direkten Vergleich zu Personen ermittelt, die sich im Schnitt unter dunkleren Lichtverhältnissen aufhielten. Nächtliches Licht wies in den Analysen hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Auftreten von Demenzerkrankungen auf.
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Schwellenwerte für Beleuchtungsstärke und Dauer
Neben dem allgemeinen Tagesmittelwert isolierten die Wissenschaftler der Guangzhou Medical University auch konkrete Schwellenwerte bezüglich Zeitdauer und Helligkeit. Den Daten zufolge war eine Aufenthaltsdauer von mindestens 42 Minuten täglich bei einer Beleuchtungsstärke von 5.000 Lux oder mehr mit einem um 17 Prozent geringeren Demenzrisiko verbunden.
Solche Beleuchtungsstärken werden üblicherweise im Freien oder in unmittelbarer Nähe großer Fensterfronten erreicht, während herkömmliche Innenraumbeleuchtungen oft deutlich darunter liegen.
Relevanz im Vergleich zu klassischen Risikofaktoren
In den vergleichenden Modellen zeigte sich eine fehlende Lichtdosis als ein Prädiktor, dessen statistischer Einfluss den von sechs etablierten Demenz-Risikofaktoren übertraf. Zu den verglichenen Faktoren gehörten unter anderem Adipositas, Alkoholkonsum sowie Schädel-Hirn-Traumata.
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Gleichzeitig verweisen die Autoren auf die methodischen Rahmenbedingungen der Publikation: Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich aus den Daten keine direkte Kausalität ableiten. Ob gezielte Interventionen mit hellem Tageslicht Demenzerkrankungen ursächlich verhindern oder verzögern können, muss in weiteren klinischen Untersuchungen geprüft werden.
