Tata Electronics: Hacker stehlen 630 GB Apple- und Tesla-Daten
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der indische Auftragsfertiger hat die meisten der von der Cybersicherheitsfirma Mandiant empfohlenen Maßnahmen umgesetzt. Grund war ein schwerwiegender Datenvorfall im Frühsommer.
Hacker veröffentlichten Apple- und Tesla-Daten
Ende Juni 2026 hatte die Erpresserbande World Leaks über 200.000 Dateien mit einem Volumen von rund 630 Gigabyte ins Darknet gestellt. Die gestohlenen Daten enthielten Konstruktionspläne für Apple-Komponenten sowie technische Zeichnungen für Tesla-Modell-3-Teile und Ladegerät-Steuerungen. Berichten zufolge befanden sich darunter auch persönliche Informationen wie Mitarbeiterpässe.
Die Sicherheitsfirma Mandiant, die die Untersuchung nach dem Vorfall durchführte, bestätigte, dass unbefugte Täter in das Netzwerk eingedrungen waren und umfangreiche Daten abgegriffen hatten. Tata Electronics betonte jedoch, dass der Geschäftsbetrieb durch den Vorfall nicht beeinträchtigt worden sei. Eine staatliche Prüfung des Vorfalls kam zu dem Schluss, dass keine kritischen oder hochsensiblen Daten abhandengekommen waren.
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Milliarden-Investition in Chip-Produktion
Um künftige Angriffe zu verhindern, arbeitet Tata Electronics nun mit den Sicherheitsanbietern Palo Alto Networks und Fortinet zusammen, um die internen Systeme weiter abzusichern. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie: Das Unternehmen bereitet sich auf den Einstieg in die Halbleiterindustrie vor.
In Dholera im Bundesstaat Gujarat entsteht derzeit die erste Halbleiterfabrik Indiens. Das Gemeinschaftsprojekt mit dem taiwanesischen Hersteller PSMC umfasst Investitionen von rund 9,8 Milliarden Euro. Die Fabrik soll zunächst mit älteren Technologien (90nm und 55nm) starten und Komponenten für die Automobilindustrie, die Industrieautomation und die Medizintechnik fertigen. Später ist der Umstieg auf die 28nm-Technologie geplant.
Weltweite Bedrohung durch Erpresserbanden
Die hinter dem Tata-Angriff steckende Gruppe World Leaks wird mit weiteren Vorfällen in Verbindung gebracht. Branchenexperten vermuten, dass es sich um eine Neuauflage der kriminellen Organisation Hunters International handelt. Die Bande hatte zuvor die Reliance Group attackiert, einen Auftragnehmer des Kernkraftwerks Kudankulam.
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Bei diesem Angriff erbeuteten die Hacker 14,3 Gigabyte Daten, darunter Baupläne und Lieferanteninformationen von einem Server des Drittanbieters Yotta. Die indische Kernkraftbehörde NPCIL versicherte, dass keine sicherheitsrelevanten Systeme kompromittiert worden seien.
Die Umsetzung der Mandiant-Empfehlungen bei Tata Electronics steht exemplarisch für die zunehmenden Sicherheitsbemühungen indischer Industrieunternehmen. Der Druck durch Erpresserbanden wächst branchenweit: Erst kürzlich meldete der Pharmakonzern Abbott Laboratories, dass die Gruppe ShinyHunters angeblich in veraltete Systeme eingedrungen sei und damit drohe, 30 Millionen Datensätze zu veröffentlichen – falls ihre Forderungen nicht bis zum 21. Juli 2026 erfüllt würden.
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