TCM-FÀlschungen: Kriminelle mischen Betamethason unter KrÀuter
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Behördliche Ermittlungen aus diesem Jahr zeigen: Kriminelle mischen billige Rohstoffe und sogar Medikamente unter â mit gravierenden Folgen fĂŒr Verbraucher.
Systematische FÀlschungen mit gefÀhrlichen ZusÀtzen
Ermittlungserfolge in SĂŒdostasien legen das AusmaĂ der kriminellen Netzwerke offen. Im Februar zerschlug die Polizei in der vietnamesischen Provinz Thanh Hoa den Ring âHoang Minh Duongâ. Die Gruppe wickelte zwischen 2023 und 2025 fast 87.000 Bestellungen ab und erzielte einen illegalen Gewinn von ĂŒber 227 Milliarden VND. Besonders brisant: Die TĂ€ter mischten den pflanzlichen PrĂ€paraten eigenmĂ€chtig den Wirkstoff Betamethason bei â eine unkontrollierte, aber schnelle Wirkung war das Ziel.
Ein weiterer Fall zeigt die Strategie der TĂ€ter: Seit dem 23. Juni sucht die Polizei in Tuyen Quang nach Opfern einer Gruppe, die zwischen September 2024 und Oktober 2025 nicht registrierte KrĂ€uter unter Marken wie âTraditionelle östliche Medizin von Herrn Tongâ vertrieben hatte. Den Verantwortlichen drohen Strafen bis zu lebenslanger Haft.
Billige Bohnen statt teurer Sauerdattelsamen
Neben bewussten Beimischungen leidet die Branche unter massiven Abweichungen von traditionellen Verarbeitungsstandards. Die Preisdifferenzen zwischen echten und gefĂ€lschten Rohstoffen sind enorm: Sauerdattelsamen (Suanzaoren) kosten regulĂ€r etwa 800 Yuan pro Kilogramm. FĂ€lscher ersetzen sie durch behandelte Bohnen fĂŒr lediglich 20 Yuan.
Die QualitÀtsdefizite gehen weiter:
- Angelika-Wurzeln: Proben wiesen eine Schwefeldioxid-Belastung auf, die fast doppelt so hoch war wie zulÀssig.
- Astragalus: Durch Wachstumsbeschleuniger lag der Wirkstoffgehalt bei unter 30 Prozent des Niveaus aus traditionellem Anbau.
- Verarbeitungsfehler: Bei PrÀparaten wie Shudihuang wurde die vorgeschriebene neunfache DÀmpfung und Trocknung oft auf einen einzigen Durchgang reduziert.
Die Ermittlungen zeigen: Kriminelle mischen Betamethason unter KrĂ€uter oder ersetzen teure Sauerdattelsamen durch billige Bohnen. Wer TCM-Produkte kauft, riskiert unkontrollierte Medikamentenbeimischungen und massiv geminderte QualitĂ€t. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, wie Sie echte QualitĂ€t erkennen und sich schĂŒtzen. Jetzt Sicherheitsleitfaden anfordern
Ein Mediziner des UniversitĂ€tsklinikums Ho-Chi-Minh-Stadt warnt zudem vor sogenannten kĂŒhlenden KrĂ€utergetrĂ€nken. Diese wĂŒrden oft wahllos gemischt oder seien ĂŒbermĂ€Ăig zuckerreich â ein Risiko besonders fĂŒr Kinder, Senioren und Schwangere.
Illegale Markennutzung bei teuren Naturprodukten
Die Problematik erstreckt sich auch auf hochpreisige Produkte wie Salanganennester (Vogelnester). Auf einem Fachseminar am heutigen Mittwoch im Rahmen des Nha Trang Sea Festival wurde die GefĂ€hrdung der Marke Khanh Hoa Bird's Nest thematisiert. Aktuelle Daten zeigen: 122 Unternehmen nutzen die geschĂŒtzte Marke illegal, 280 Social-Media-Konten operieren unter falscher IdentitĂ€t.
Zwischen Januar 2025 und Anfang Juli 2026 deckten Behörden zudem 346 FĂ€lle von illegalem Vogelfang auf â ĂŒber 38.000 Meter Netze wurden beschlagnahmt. Die Branche, die fĂŒr 2025 eine nationale Rohproduktion von ĂŒber 234.000 Tonnen prognostiziert, sieht sich durch diese Nachahmungen einem hohen Reputationsschaden ausgesetzt.
Staatliche Kontrollen und digitale RĂŒckverfolgung
Schwefeldioxid in Angelika-Wurzeln, Wirkstoffmangel bei Astragalus â die QualitĂ€tsdefizite gefĂ€lschter TCM sind gravierend. Besonders gefĂ€hrlich: Die neunfache DĂ€mpfung wird oft auf einen Durchgang reduziert. Mit unserer Checkliste prĂŒfen Sie jedes Produkt auf Echtheit. Checkliste jetzt herunterladen
Der Vertrauensverlust schlĂ€gt sich bereits in der Wirtschaftsbilanz nieder. In den ersten drei Quartalen 2025 verzeichnete die TCM-Branche einen RĂŒckgang bei Umsatz und Gewinn. Die Behörden reagieren: Allein in Bozhou wurden 2023 fast 8.000 Inspektionen durchgefĂŒhrt.
ZukĂŒnftig setzen Regulierungsbehörden verstĂ€rkt auf digitale RĂŒckverfolgungssysteme und unangekĂŒndigte Kontrollen. In Provinzen wie Lam Dong verlagert sich der Handel mit gefĂ€lschten Waren zunehmend in den E-Commerce. In den ersten sechs Monaten 2026 wurden dort BuĂgelder in Höhe von fast 23,9 Milliarden VND verhĂ€ngt. Die geplante EinfĂŒhrung gemeinsamer Datensysteme soll die Koordination zwischen den lokalen Behörden verbessern â und die Lieferketten langfristig absichern.
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