TCM-Kliniken, Modell

TCM-Kliniken: Modell senkt Verluste in 164 Gruppen um 25,83 Prozent

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Modellrechnung der Wuhan University verringerte Verluste in 164 Behandlungsgruppen und führte 26 Gruppen in die Gewinnzone.

TCM-Kliniken: Kompensationsmodell senkt Verluste in 164 Fallgruppen
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Krankenhausflur mit Holzelementen und ruhiger Atmosphäre ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Einführung pauschalierender Entgeltsysteme stellt Einrichtungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vor erhebliche wirtschaftliche Hürden.

Eine Untersuchung des Dong Fureng Institute der Wuhan University, die in der Fachzeitschrift BMC Health Services Research erschien und über die Mitte Oktober 2026 berichtet wurde, belegt systematische Schieflagen im chinesischen C-DRG-Abrechnungssystem.

Die Auswertung zeigt auf, warum standardisierte Vergütungsmodelle die spezifischen Versorgungsansätze traditioneller medizinischer Einrichtungen bislang nur unzureichend abbilden.

Analyse der Kostenstruktur in städtischen TCM-Kliniken

Für die Untersuchung analysierten die Forschenden des Dong Fureng Institute insgesamt zwölf TCM-Kliniken in der Stadt W. Methodisch setzte das Forschungsteam auf das Verfahren Entropy-Weight-TOPSIS, um die Auswirkungen der C-DRG-Fallpauschalen auf die Betriebswirtschaft der Häuser detailliert zu erfassen. Die Ergebnisse verdeutlichen eine strukturelle Benachteiligung dieser Fachkliniken gegenüber rein schulmedizinisch ausgerichteten Versorgern.

Den Erhebungen zufolge wird die Kostenstruktur in den untersuchten Krankenhäusern maßgeblich durch Ausgaben für chirurgische Eingriffe, Arzneimittel und apparative Untersuchungen bestimmt. Spezifische Leistungen der Traditionellen Chinesischen Medizin spielen hingegen bei der Erlösgenerierung innerhalb des C-DRG-Systems kaum eine relevante Rolle.

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Da klassische TCM-Behandlungen oft weniger geräte- oder arzneimittelintensiv sind, werden sie in den vorgegebenen Fallgruppen finanziell unterbewertet. Dies führt dazu, dass spezialisierte Einrichtungen Defizite bei der Erbringung ihrer Kernkompetenzen erwirtschaften.

Korrektur über ein dynamisches Kompensationsmodell

Um diesen Schieflagen entgegenzuwirken, entwickelten die Wissenschaftler der Wuhan University ein dynamisches Kompensationsmodell als methodischen Korrekturansatz. Ziel dieses Mechanismus ist es, finanzielle Verluste bei spezifischen Behandlungsgruppen auszugleichen, ohne die wirtschaftliche Stabilität bereits tragfähiger Fallgruppen zu gefährden.

Die Modellrechnung ergab messbare Entlastungseffekte:
- 24 Behandlungsgruppen, die kontinuierlich profitabel wirtschafteten, blieben im Rahmen der Anpassung unverändert.
- Bei 164 identifizierten Verlustgruppen sank der durchschnittliche finanzielle Verlust um 25,83 Prozent.
- 26 Fallgruppen schafften durch die dynamische Nachjustierung den Wechsel von der Verlustzone in die Gewinnzone.
- Die modellierte Quote für die Einhaltung der Kompensation lag bei 89,4 Prozent.

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Rahmenbedingungen und institutionelle Förderung

Die wissenschaftliche Untersuchung wurde unter definierten institutionellen Rahmenbedingungen durchgeführt. Für das Vorhaben lag eine offizielle Ethikgenehmigung durch das Hubei Provincial Hospital of TCM vor. Finanziell gefördert wurde das Forschungsprojekt zudem durch die Hubei Administration of TCM.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Reformen im Bereich der Fallpauschalensysteme einer feineren Differenzierung bedürfen, wenn komplementärmedizinische Versorgungsangebote im stationären Sektor dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden sollen.

Ohne gezielte Anpassungs- oder Kompensationsmechanismen riskieren pauschalierte DRG-Systeme, personalintensive traditionelle Therapien gegenüber technologiezentrierten Standardverfahren strukturell ins Hintertreffen geraten zu lassen.

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