TCM-Markt: Schröpftherapie wächst auf 1,9 Milliarden Euro
29.05.2026 - 22:49:18 | boerse-global.deVon Asien bis Europa: TCM wird zum Milliardenmarkt und findet zunehmend Einzug in moderne Kliniken.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) befindet sich im Umbruch. Was lange als exotische Nischenpraxis galt, wird zunehmend formalisiert, reguliert und in moderne Gesundheitssysteme integriert. Neue Regulierungsstandards in Asien und klinische Partnerschaften in Europa treiben diese Entwicklung voran.
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Milliardenmarkt mit rasantem Wachstum
Der globale Markt für TCM-Verfahren, insbesondere für die Schröpftherapie, boomt. Bis Mai 2026 erreichte der Markt für Schröpfsets rund 1,9 Milliarden Euro – mit einer Prognose von 4,3 Milliarden Euro bis 2035. Weltweit werden jährlich schätzungsweise 28 Millionen Behandlungen durchgeführt. Besonders auffällig: Der Verkauf elektrischer Schröpfgeräte stieg 2025 um 27 Prozent.
Der Treiber dieser Expansion liegt in China selbst. Seit März 2026 schreibt die chinesische Regierung vor, dass mindestens sechs TCM-Verfahren – darunter Schröpfen – in der medizinischen Grundversorgung angeboten werden müssen. Allerdings bleibt die klinische Evidenz für bestimmte Anwendungen, etwa die Behandlung von Zysten, nach Einschätzung von Forschern weiterhin unvollständig.
Europäische Kliniken setzen auf Kooperation
Die TCM hält zunehmend Einzug in europäische Kliniken – durch formelle Partnerschaften. Ende Mai 2026 unterzeichneten das Institut für Herz-Kreislauf-Erkrankungen „Dedinje" und die Peking-Universität für Chinesische Medizin ein Memorandum of Understanding. Ziel ist die Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften in Online- und Präsenzprogrammen sowie der Austausch von medizinischem Personal. Geplant ist zudem ein eigenes TCM-Zentrum in Dedinje – nachdem Akupunktur offiziell für 107 verschiedene Krankheiten anerkannt wurde.
Auch in Deutschland tut sich etwas. Die Orthopädische Klinik Tegernsee empfing Ende Mai 2026 TCM-Experten aus China, um über Rehabilitationsprozesse und integrierte Behandlungsansätze zu diskutieren. Bereits seit 2018 haben einige Chefärzte in Deutschland TCM-Zertifizierungen absolviert.
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Digitalisierung und wissenschaftliche PrĂĽfung
In Südostasien läuft eine Digitalisierungsoffensive für die traditionelle Medizin. Vietnam baut eine nationale Datenbank für traditionelle Medizin auf und digitalisiert pflanzliche Heilmittel. Ab Dezember 2027 sollen erstmals Kompetenztests für Ärzte durchgeführt werden. Parallel wird der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Onkologie erforscht – etwa zur Analyse von CT-Aufnahmen und Optimierung der Strahlentherapie.
Die Wissenschaft bleibt jedoch kritisch. Ein IQWiG-Bericht vom Mai 2026 untersuchte Akupunktur zur Migräneprophylaxe. Ergebnis: Akupunktur zeigte Vorteile gegenüber bestimmten Medikamenten wie Flunarizin und Topiramat. Ein spezifischer Nutzen gegenüber Scheinbehandlungen oder modernen Arzneimitteln ließ sich jedoch nicht nachweisen. In Deutschland leiden zwischen 10 und 15 Prozent der Bevölkerung an Migräne – die Frage nach wirksamen Alternativen ist hier besonders relevant.
Langlebigkeit und Prävention im Trend
Der ganzheitliche Gesundheitssektor erweitert seinen Fokus auf Langlebigkeit und Prävention. Ein „Longevity with Love"-Gipfel in Österreich zog Anfang 2026 über 150 Teilnehmer an. Zehn Experten aus Medizin und Wissenschaft diskutierten über ein langes, gesundes Leben. In der Folge entstanden ganzjährige Longevity-Programme in spezialisierten Resorts.
Im Bereich der Reproduktionsmedizin bieten Luxus-Retreats spezielle Programme an – etwa „Mitochondrial Fertility"-Retreats ab Juni 2026 in Italien. Sie kombinieren traditionelle Osteopathie mit moderner Ozontherapie und intravenösen Infusionen. Parallel dazu verbinden kleinere, regionale Events in Deutschland traditionelle Praktiken wie Qigong mit lokalen spirituellen Traditionen.
Die Universität Heidelberg lieferte im Frühjahr 2026 einen wissenschaftlichen Rahmen für diese Ansätze. Forscher entschlüsselten Mechanismen, wie Stoffwechselprodukte – insbesondere der Cystein-Stoffwechsel – epigenetische Programme regulieren. Störungen dieser Prozesse können zu Herz-Kreislauf-Problemen und beschleunigtem Altern führen. Die gute Nachricht: Diese Effekte könnten durch gezielte Stoffwechselregulation umkehrbar sein.
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