TCM-Nachfrage, Anfragen

TCM-Nachfrage boomt: 7.000 Anfragen für Sanfu-Moxibustion im Juli

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 07:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kliniken verzeichnen hohe Nachfrage nach traditioneller Sommerbehandlung. Immer mehr jüngere Erwachsene nutzen die Sanfu-Moxibustion gegen chronische Beschwerden.

TCM-Boom im Sommer: Sanfu-Therapie begeistert junge Patienten
Eine Nahaufnahme zeigt die Hände eines TCM-Praktikers, der Moxibustion auf dem Rücken eines Patienten anwendet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum steht das Konzept „Winterkrankheiten im Sommer behandeln“ (Dong Bing Xia Zhi) – mit thermischen Therapien wie der Sanfu-Moxibustion und Kräuterpflastern (Sanfu Tie). Der maßgebliche Sanfu-Zeitraum 2026 läuft vom 15. Juli bis zum 24. August und umfasst 40 Tage.

Jüngere Patienten entdecken TCM für sich

Das Beijing Hospital of TCM verzeichnete bis zum 14. Juli bereits rund 7.000 Terminanfragen für die Sanfu-Moxibustion. Das Niveau liegt auf Vorjahresniveau und leicht über den Werten von 2024.

Auffallend ist eine Verschiebung in der Altersstruktur: Zunehmend junge Erwachsene suchen Hilfe. Mediziner führen das auf veränderte Ernährungsgewohnheiten zurück – häufiger Konsum von kalten Getränken und scharf gewürzten Speisen führt vermehrt zu Magen-Darm-Beschwerden. Auch die Zahl der Patienten mit allergischen Erkrankungen, darunter Kinder, steigt stetig.

Kliniken setzen auf interdisziplinäre Konzepte

Um der Nachfrage gerecht zu werden, setzen große Kliniken auf fachübergreifende Ansätze. Das Beijing Hospital of TCM hat einen Plan mit acht integrierten Abteilungen gestartet – von Atemwegen über Kardiologie bis Gynäkologie und Pädiatrie. Das Angebot umfasst neben Kräuterpflastern auch orale Dekokte, Kräuterbalsam-Massagen und Ohrakupunktur.

Auch regional entstehen spezialisierte Verfahren:

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  • Shanghai: Das Xiangshan TCM Hospital hat Anwendungen auf fünf Kategorien erweitert, die auf Herz, Leber, Milz, Lunge und Nieren abzielen. Pflastertherapien werden teils mit Wasserakupunktur kombiniert.
  • Zhejiang: Kliniken bieten kombinierte Behandlungen für Rücken und Bauchraum an – etwa bei Yang-Mangel-bedingter Fettleibigkeit oder chronischem Husten.
  • Jiangsu: Im Second Hospital of TCM kommt eine spezielle Hand-Akupunkturmethode zum Einsatz, um Blockaden des Yang-Qi zu lösen.

Wann die Behandlung wirkt – und wann nicht

Die Hauptanwendungsgebiete der Sanfu-Therapien: chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis und COPD sowie allergische Rhinitis. Auch bei Beschwerden des Bewegungsapparats, die sich bei Kälte verschlimmern, und funktionellen Störungen des Verdauungstrakts wird die Methode eingesetzt. Experten betonen: Besonders effektiv ist sie bei konstitutioneller Kälteempfindlichkeit.

Für eine nachhaltige Wirkung empfehlen Fachkreise eine kontinuierliche Anwendung über mindestens drei aufeinanderfolgende Jahre. Ein Behandlungszyklus während der Sanfu-Tage ist in Abschnitte von zehn Tagen unterteilt. Die Einwirkzeit der Pflaster: bei Erwachsenen etwa sechs Stunden, bei Kindern eine halbe bis maximal zwei Stunden.

Vorsicht bei Selbstbehandlung

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Trotz der breiten Anwendung warnen Fachärzte vor unkritischer Selbstbehandlung. Die Sanfu-Moxibustion ist nicht für alle Patienten geeignet. Zu den Kontraindikationen zählen akute Infektionen, Fieber, Hautverletzungen oder ausgeprägte Allergien gegen die Inhaltsstoffe. Auch bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Für den Behandlungserfolg gelten spezifische Verhaltensregeln: Nach dem Aufbringen der Pflaster sollte für mindestens fünf Stunden auf Duschen verzichtet werden. Mediziner raten zudem, direkten Luftzug von Klimaanlagen zu meiden und auf kalte, rohe oder extrem scharfe Lebensmittel zu verzichten – sonst leidet die therapeutische Wirkung.

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