TCT 2026 in San Diego: Neue Daten zur KI-gestĂŒtzten Plaque-Bildgebung
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie kardiovaskulĂ€re Bildgebung erlebt einen methodischen Wandel. Wie der Radiologe Jonathan Leipsic von der kanadischen University of British Columbia darlegt, gewinnt die quantitative Plaque-Analyse mittels Koronar-CT-Angiographie (CCTA) durch den Einsatz von Werkzeugen der KĂŒnstlichen Intelligenz (KI), eine breitere klinische Evidenzbasis und moderne Scanner-Technik zunehmend an Bedeutung.
Nach EinschĂ€tzung von Leipsic hilft KI dabei, die bisherigen Limitationen rein manueller Plaquemessungen zu ĂŒberwinden. Entsprechende Algorithmen sind in der Lage, die gesamte Plaquelast prĂ€zise zu quantifizieren und zwischen kalzifizierten sowie nicht-kalzifizierten Plaques zu differenzieren.
Validierung und anstehende Fachdaten
Gleichzeitig betont Leipsic, dass eine behördliche Zulassung, etwa durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA), keineswegs das Ende der wissenschaftlichen Validierung darstellt, sondern vielmehr deren Ausgangspunkt.
Als exemplarisches Beispiel verweist er auf den Werdegang der FFR-CT. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick der Fachwelt auf neue Daten zur KI-gestĂŒtzten Plaque-Bildgebung, deren PrĂ€sentation fĂŒr die Fachtagung TCT 2026 vom 31. Oktober bis zum 3. November in San Diego angekĂŒndigt ist.
Neben algorithmischen Fortschritten spielt auch die Weiterentwicklung der GerĂ€tetechnologie eine zentrale Rolle. Die Photon-Counting-CT soll sowohl die rĂ€umliche Auflösung als auch die Gewebecharakterisierung deutlich verbessern. Dies betrifft insbesondere kardiale Strukturen, die durch dichte Kalziumablagerungen verdeckt werden, sowie die diagnostische Beurteilung von GefĂ€ĂstĂŒtzen (Stents).
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Klinische Ergebnisse mit Photon-Counting-Detektoren
Einen Einblick in die diagnostische LeistungsfĂ€higkeit der Photon-Counting-Detektor-CT (PCD CT) bei der Koronar-CT-Angiographie liefert eine im Fachblatt American Journal of Roentgenology veröffentlichte Untersuchung. In die Studie wurden 122 stationĂ€re Patienten mit insgesamt 1.613 GefĂ€Ăsegmenten einbezogen. Die SensitivitĂ€t und die Genauigkeit lagen auf Segmentebene durchgehend bei ĂŒber 89,6 %.
Die Studienpopulation gliederte sich in eine Standard-Resolution-Gruppe (SR) mit 61 Patienten und 788 Segmenten sowie eine Ultra-High-Resolution-Gruppe (UHR) mit ebenfalls 61 Patienten und 825 Segmenten:
- FĂŒr die Rekonstruktion mittels SRnormal ermittelten die Autoren eine SensitivitĂ€t von 92,9 %, eine SpezifitĂ€t von 89,4 % und eine Genauigkeit von 90 %.
- Mit SRVNCa betrug die SensitivitĂ€t 93,2 %, die SpezifitĂ€t 92 % und die Genauigkeit 92,2 %. Zudem lag die GefĂ€Ă-SpezifitĂ€t unter Anwendung von SRVNCa bei einem Agatston-Score von ĂŒber 100 bei beiden beteiligten Radiologen um 20 % höher.
- Im UHR-Kollektiv erzielte SRnormal eine SensitivitÀt von 96 %, eine SpezifitÀt von 92 % sowie eine Genauigkeit von 92,6 %.
- Die DĂŒnnschicht-Rekonstruktion UHRthin mit 0,2 mm Schichtdicke erreichte eine SensitivitĂ€t von 100 %, eine SpezifitĂ€t von 98,8 % und eine Genauigkeit von 98,9 %.
Hinsichtlich der Strahlenexposition lag die Dosis in der UHR-Gruppe bei 9,3 mSv, wĂ€hrend in der SR-Gruppe 7,4 mSv gemessen wurden. Bei Verengungen von ĂŒber 50 % wies die Korrelation mit der invasiven Koronarangiographie im SR-Kollektiv einen um 6,5 % höheren Wert auf.
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Einfluss auf die myokardiale Flussreserve
Demnach wiesen 278 Patienten (69,7 %) eine eingeschrÀnkte globale myokardiale Flussreserve von unter 1,84 auf. Nach einer statistischen Adjustierung blieben zwei patientenbezogene Faktoren unabhÀngig mit diesem Befund assoziiert: das Vorliegen einer obstruktiven koronaren Herzkrankheit (Koeffizient 0,685; p=0,014) sowie das Ausmaà der Last an Low-Attenuation-Plaques (Koeffizient 0,339; p=0,008).
Low-Attenuation-Plaques wurden dabei ĂŒber einen Dichtewert von unter 30 Hounsfield-Einheiten definiert (DOI: 10.1186/s12880-026-02750-0). Die Kombination aus moderner Detektortechnik und differenzierter Plaque-Charakterisierung gewinnt damit fĂŒr die Risikobeurteilung weiter an Relevanz.
