Team Group warnt: RAM-Knappheit könnte bis 2028 den PC-Bau bremsen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 07:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin anhaltender Mangel an Arbeitsspeicher wirkt sich zunehmend dÀmpfend auf technische Weiterentwicklungen im Hardwaresektor aus. Laut einem Bericht des Fachportals How-To Geek vom 3. November 2026 hemmt die aktuelle RAM-Knappheit gleich sechs wesentliche Trends im Bereich des PC-Baus. Betroffen sind sowohl Einsteiger- und Heimsysteme als auch leistungsstarke Gaming- und Arbeitsrechner.
Betroffene Segmente von Gaming bis Heimanwender
Zu den beeintrĂ€chtigten Entwicklungen gehört der Ăbergang zu DDR5 als preiswertem Standard fĂŒr neue Systeme. Da Speicher knapp und teuer bleibt, setzen Prozessorhersteller wie AMD und Intel wieder verstĂ€rkt auf den Ă€lteren DDR4-Standard. Ebenso stockt die Etablierung von 32 GB RAM als Standardkonfiguration fĂŒr Spielerechner. Viele Nutzer bleiben bei 16 GB, was fĂŒr anspruchsvollere Aufgaben inzwischen als nicht mehr ausreichend gilt.
Auch Rechner ohne dedizierte Grafikkarte leiden unter der Situation. Deren integrierte Grafikeinheiten greifen auf den Hauptspeicher zu und profitieren technisch vom Betrieb zweier Module im Verbund, was aus KostengrĂŒnden jedoch hĂ€ufig entfĂ€llt.
Bei High-End-Speichern verzögert sich die breite VerfĂŒgbarkeit von DDR5-Geschwindigkeiten ĂŒber 9.000 MT/s, die unter anderem ĂŒber CUDIMM-Module mit integriertem Taktgeber realisiert werden. Zudem verteuern sich kompakte Home-Server fĂŒr Virtualisierungsumgebungen sowie Mini-PCs fĂŒr lokale KI-Modelle, fĂŒr die KapazitĂ€ten zwischen 32 und 128 GB vorgesehen sind, wie etwa beim GEEKOM IT13 2026.
Angespannte Marktlage bis ins Jahr 2028 prognostiziert
Hintergrund der Entwicklung sind weitreichende EngpĂ€sse in der Speicherproduktion. Der Hersteller Team Group bezifferte den Höhepunkt der Knappheit im Rahmen seiner Quartalskonferenz am 2. November 2026 auf das vierte Quartal 2026 bis zum Ende des zweiten Quartals 2027. FĂŒr den Zeitraum von Oktober bis MĂ€rz rechnet das Unternehmen mit einem Preisanstieg bei Speichermodulen um 30 bis 40 Prozent innerhalb eines Quartals.
Demnach haben fĂŒhrende BranchengröĂen wie SK hynix, Samsung und Micron ihre Lieferkontingente fĂŒr das Jahr 2027 bereits vollstĂ€ndig vergeben. Die Anbieter CXMT und YMTC vereinigen zusammen rund 10 Prozent Marktanteil auf sich. Ein Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage wird laut Team Group möglicherweise erst in der zweiten JahreshĂ€lfte 2028 erreicht.
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Bei Team Group selbst verschob sich die Umsatzverteilung auf 64,6 Prozent im GeschĂ€ftskundenbereich und 35,4 Prozent bei Endverbrauchern, was eine Umkehrung gegenĂŒber dem dritten Quartal 2025 darstellt. Die Notierungen von DRAMeXchange fĂŒr Standard-PC-DRAM kletterten zuletzt auf einen Höchststand von 27,50 US-Dollar, verglichen mit 7 US-Dollar im Oktober 2025.
Softwarehersteller reagieren auf knappe Hardwareressourcen
Die Marktsituation zwingt auch Softwareanbieter zu Anpassungen. Microsoft begrĂŒndet jĂŒngste Optimierungen an Windows 11 direkt mit der globalen Komponentenknappheit, die Hersteller dazu veranlasst, Spezifikationen neuer GerĂ€te zu reduzieren. Nach Angaben von Pavan Davuluri laufe das Betriebssystem auf Computern mit 8 GB RAM in internen Tests bis zu 20 Prozent schneller, beim Multitasking steige die Leistung um bis zu 40 Prozent.
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Die Windows-Verantwortlichen Marcus Ash und Klaus Diaconu verwiesen auf tiefgreifende Eingriffe auf Kernel-, Scheduler- und Anwendungsebene. Windows setzt unter anderem auf stÀrkere Datenkompression vor dem Auslagern auf Festspeicher sowie verringerte Hintergrundlasten bei Browser- und Systemanwendungen.
Zwar betont das Unternehmen, dass Systeme mit 16 GB oder 32 GB mehr Möglichkeiten böten und lokale KI-Funktionen mindestens 24 GB RAM erfordern, Ziel der MaĂnahmen sei jedoch die GewĂ€hrleistung flĂŒssiger ArbeitsablĂ€ufe selbst auf GerĂ€ten mit geringerer Ausstattung.
