Teams-Update, Microsoft

Teams-Update Juli: Microsoft stoppt KI in Meetings per Knopfdruck

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 16:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft stattet Teams mit KI-Stopp-Funktion und Anwesenheitserkennung aus, wÀhrend neue Cyberangriffe auf IdentitÀten und Token abzielen.

Microsoft Teams: Neue Sicherheitsfeatures gegen KI-Phishing-Welle
Stilisierte digitale VorhĂ€ngeschloss-Ikone ĂŒber unscharfer Microsoft Teams-OberflĂ€che auf Bildschirm, symbolisiert Sicherheit. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Microsoft rĂŒstet Teams gegen wachsende Cyberbedrohungen auf – und reagiert auf Datenschutzbedenken.

Der Softwarekonzern fĂŒhrt im Juli 2026 umfassende Verwaltungsfunktionen fĂŒr seine Kollaborationsplattform ein. Die Updates adressieren sowohl interne Datenschutzanforderungen als auch eine zunehmend raffinierte Bedrohungslandschaft von außen. Hintergrund sind Berichte ĂŒber neue Angriffswellen, die mit IdentitĂ€tstĂ€uschung und KI-gestĂŒtzten Phishing-Tools auf Unternehmen abzielen.

KI auf Knopfdruck pausieren

Seit Anfang Juli rollt Microsoft einen neuen Schalter innerhalb von Meetings aus. Organisatoren und PrĂ€sentatoren können damit KI-Funktionen wie Copilot, Facilitator und Recap sofort unterbrechen. Die Transkription bleibt wĂ€hrend der Sitzung aktiv, die kĂŒnstliche Intelligenz wird jedoch gestoppt.

Die Funktion respektiert bestehende Mandantenrichtlinien und adressiert die wachsende Sorge vor automatisierter Datenverarbeitung in vertraulichen GesprĂ€chen. Der Start erfolgte zunĂ€chst in den USA, weltweit soll die Funktion bis Ende Juli verfĂŒgbar sein.

Anwesenheit per WLAN erfassen

Bereits im Juni fĂŒhrte Microsoft eine automatische BĂŒro-Anwesenheitserkennung ein. Das System nutzt WLAN-BSSID-Daten, um zu erkennen, wann ein Mitarbeiter physisch im BĂŒro ist. Aus DatenschutzgrĂŒnden ist die Funktion standardmĂ€ĂŸig deaktiviert und muss von Administratoren freigeschaltet werden.

Mitarbeiter behalten die Kontrolle ĂŒber ihre Sichtbarkeit. Zudem ist die Erfassung auf die festgelegten Arbeitszeiten beschrĂ€nkt.

Die neue Welle der Angriffe

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Die Plattform-Updates kommen nicht von ungefÀhr. Sicherheitsforscher identifizierten heute eine Kampagne namens UNC6692, die eine Malware-Suite mit dem Namen "Snow" einsetzt. Die Angreifer geben sich als interne IT-Helpdesk-Mitarbeiter aus, um das Vertrauen der BeschÀftigten zu gewinnen und Schadsoftware zu installieren.

Noch besorgniserregender ist die ARToken-Plattform. Dieses "Phishing-as-a-Service"-Angebot umgeht klassische Passwortschutzmechanismen, indem es OAuth-Token ĂŒber den Device-Code-Flow der Microsoft-IdentitĂ€tsplattform stiehlt. Das Toolkit bietet ĂŒber 80 Funktionen, darunter automatisierten Postfachzugriff und Token-Aktualisierung.

Weitere identifizierte Bedrohungen:

  • ConsentFix v3: Ein KI-gestĂŒtztes Angriffstool, das die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgeht. UrsprĂŒnglich 2025 von staatlich unterstĂŒtzten Gruppen genutzt, ist es seit MĂ€rz 2026 auf kriminellen Foren verfĂŒgbar.
  • OpenAI-Organisationseinladungen: Angreifer verschicken tĂ€uschend echte Einladungen. Ein einziger Klick kann einen Nutzer mit einem fremden Mandanten verbinden und so vertrauliche Prompts und API-Daten offenlegen.
  • Photo-Zip-Kampagne: Seit April 2026 verfolgt Microsoft Threat Intelligence eine Kampagne gegen die Hotellerie in Europa und Asien, die ZIP-Archive und PowerShell-Implants nutzt.

KI treibt die Betrugswelle an

Die KomplexitĂ€t dieser Angriffe spiegelt einen grundlegenden Wandel in der digitalen Sicherheit wider. Die Nutzung kĂŒnstlicher Intelligenz zur Erstellung betrĂŒgerischer Kommunikation ist explodiert: Im November 2025 lag der Anteil KI-generierter Phishing-Versuche bei vier Prozent, im Dezember bereits bei 56 Prozent.

Sicherheitsanalysten schĂ€tzen die Verluste durch IdentitĂ€tsbetrug im Jahr 2025 auf rund 3,5 Milliarden Euro. Aktuell nutzen etwa 40 Prozent aller Phishing-Versuche KI-Technologien – darunter Stimmklonen, QR-Code-Phishing und SMS-Betrug.

Um diesen Risiken zu begegnen, empfehlen Experten Unternehmen, Token-Schutzrichtlinien zu implementieren und Mitarbeiter anzuweisen, niemals Autorisierungscodes fĂŒr unerwartete GerĂ€teverknĂŒpfungen einzugeben.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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