Tee, Gefäße

Tee und Gefäße: Studie findet 11,2 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 16:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Beobachtungsstudie verbindet regelmäßigen Teekonsum mit geringerem Gefäßrisiko; sehr heißer Tee war dagegen mit höheren Werten verknüpft.
Trockene Teeblätter in einer schlichten Keramikschale auf einem Holztisch in natürlichem Licht Illustration mit AI erstellt.

Regelmäßiger Konsum von Tee steht in einem messbaren Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Gefäßerkrankungen. Eine groß angelegte Kohortenstudie auf Basis der China Kadoorie Biobank, die im Journal of Internal Medicine erschien und über die Medien Anfang November 2026 berichteten, liefert differenzierte Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Teekonsum, Zubereitung und kardiovaskulären Risikofaktoren.

Umfassende Auswertung chinesischer Gesundheitsdaten

Für die Untersuchung analysierten Forscher der Chinese Academy of Medical Sciences, des Peking Union Medical College sowie des Peking University Health Science Center die Daten von 485.934 Erwachsenen aus China.

Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9,05 Jahren traten in der Kohorte 14.863 Fälle von Gefäßerkrankungen auf. Das Spektrum der erfassten Erkrankungen umfasste Herz-Kreislauf-Leiden, zerebrovaskuläre Vorfälle, pulmonale Herzerkrankungen und die periphere Arterienerkrankung.

Die statistische Auswertung ergab, dass regelmäßige Teetrinker im Vergleich zu Nicht-Trinkern ein um rund 11 Prozent (exakt 11,2 Prozent) geringeres Risiko für Gefäßerkrankungen aufwiesen. Das niedrigste geschätzte Risiko ermittelten die Forscher bei einem Konsum von etwa 6 bis 8 Tassen täglich an Tagen mit Teekonsum, vorausgesetzt, dieser erfolgte mindestens einmal wöchentlich.

Die Autoren betonen jedoch ausdrücklich, dass sich daraus keine allgemeine Verzehrempfehlung ableiten lässt. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, liefert sie keinen wissenschaftlichen Beweis für eine direkte Kausalität oder eine Schutzwirkung.

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Einfluss von Teesorte, Ziehstärke und Temperatur

Die Analyse der China-Kadoorie-Biobank-Daten zeigte deutliche Unterschiede hinsichtlich der Zubereitung und der Teesorte. Schwarzer Tee wies einen konsistenteren Zusammenhang mit der Risikoreduktion auf als grüner Tee. Zudem spielte die Intensität des Aufgusses eine Rolle: Eine mittlere Teestärke führte zu den günstigsten Ergebnissen, während ein besonders kräftiger Aufguss keinen zusätzlichen Vorteil erbrachte.

Als wesentlicher Risikofaktor stellte sich die Trinktemperatur heraus. Tee, der von den Teilnehmern als brennend heiß beschrieben wurde, war mit einem um etwa 16 Prozent höheren Gefäßrisiko assoziiert. Dieser Zusammenhang erwies sich als statistisch signifikant, wenngleich sich aus den Erhebungsdaten keine exakte Temperaturgrenze in Grad Celsius ableiten ließ.

Darüber hinaus untersuchten die Wissenschaftler das Zusammenspiel mit anderen Lebensstilfaktoren. Bei Personen, die regelmäßigen Teegenuss mit Nichtrauchen und einem hohen Maß an körperlicher Aktivität kombinierten, lag das Risiko um 45,2 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe, die durch fehlenden Teekonsum, Rauchen und geringe Bewegung gekennzeichnet war.

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Fachliche Einordnung zu Inhaltsstoffen und Trinkgewohnheiten

Aus kardiologischer Sicht bestätigen die Befunde bekannte physiologische Mechanismen, erfordern jedoch einen differenzierten Blick auf den Konsum. Fachärzte weisen darauf hin, dass unfermentierter oder leicht fermentierter Sheng-Tee besonders hohe Konzentrationen natürlicher Teepolyphenole aufweist, insbesondere das Catechin Epigallocatechingallat (EGCG), das das Gefäßendothel aktiviert und Stickstoffmonoxid (NO) freisetzt.

Gleichzeitig verweisen Mediziner auf häufige Fehler beim täglichen Verzehr: Der Zusatz von Zucker neutralisiert den potenziellen Gefäßschutz, während sehr heiße Aufgüsse das Herz-Kreislauf-Risiko belasten können. Zudem kann übermäßiger Konsum auf nüchternen Magen aufgrund von Koffein und Theophyllin die Magenschleimhaut reizen.

Als praxistaugliche Leitlinie gilt daher der Konsum von ungesüßtem, lauwarmem Tee in Mengen von bis zu 1000 Millilitern pro Tag, vorzugsweise nach den Mahlzeiten und ergänzt durch eine ausreichende Zufuhr von Wasser.

Den verbreiteten Verdacht, Teekonsum fördere Nierensteine, stützen biochemische Analysen nicht: Unfermentierter Grün- oder Sheng-Tee enthält weniger freies Oxalat als stark fermentierter Schwarztee, während enthaltene Catechine die Nierentubuli schützen können.

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