Telefonbetrug: Kriminelle nutzen KI-Stimmen fĂŒr Millionenbetrug
Veröffentlicht am: 02.06.2026 um 10:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die TĂ€ter werden immer professioneller.
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GefÀlschte Arztanrufe: Erster Fall in Sachsen-Anhalt
Die Polizei schlĂ€gt Alarm: Ende Mai wurde in Wolfen (Sachsen-Anhalt) der erste Fall einer neuen Betrugsvariante bekannt. Ein 87-JĂ€hriger erhielt einen Anruf von angeblichen Medizinern, die Geld fĂŒr eine Notfallbehandlung seines Angehörigen forderten.
Besonders perfide: Die TÀter nutzen KI-generierte Stimmen, die tÀuschend echt nach vertrauten Personen klingen. In Bayern erbeuteten Kriminelle mit dieser Masche bereits sechsstellige Summen. Die Ermittler stellen klar: KrankenhÀuser verlangen niemals Vorauszahlungen am Telefon.
Parallel fahndet die Polizei in Westfalen nach einer Gruppe, die im April mit klassischen Schockanrufen mehrere Seniorinnen um fĂŒnfstellige BetrĂ€ge betrog.
WhatsApp-Betrug: Deutsche zahlen drauf
Eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt: Betrug ĂŒber Messengerdienste trifft deutsche Nutzer besonders hart. Im Durchschnitt verlieren Opfer hierzulande 1.180 Euro pro Fall â fast doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt.
Die TĂ€ter setzen auf Zeitdruck: In 44 Prozent der erfolgreichen FĂ€lle flieĂt das Geld innerhalb von nur 30 Minuten. Rund 74 Prozent der Betroffenen vermuten, dass die Angreifer KI einsetzen. Neben WhatsApp nutzen die Kriminellen auch SMS und soziale Netzwerke.
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Love Scamming und Anlagebetrug: Millionen weg
Neben schnellen Telefonmaschen verzeichnen die Behörden schwere LangzeitbetrugsfĂ€lle. In Mannheim verlor ein 60-JĂ€hriger rund 900.000 Euro an einen angeblichen Anlageberater â der Betrug lief ĂŒber eine manipulierte App.
Das sogenannte Love Scamming verursacht weiterhin massive SchĂ€den. In Greifswald betrogen TĂ€ter eine 74-JĂ€hrige ĂŒber sechs Monate um 226.000 Euro. Allein in Mecklenburg-Vorpommern stieg der Gesamtschaden durch diese Masche auf 6,5 Millionen Euro â im Vorjahr waren es noch 4,7 Millionen.
Haftstrafen und internationale Warnungen
Trotz der Professionalisierung der Banden gelingen den Behörden Erfolge. Das Landgericht Dessau-RoĂlau verurteilte Anfang Juni drei Mitglieder einer bundesweit agierenden Bande zu Haftstrafen von bis zu vier Jahren und acht Monaten. Die Gruppe war an mindestens 26 Betrugsversuchen beteiligt und erbeutete ĂŒber 80.000 Euro.
International verschĂ€rfen die Behörden ihre MaĂnahmen. In den USA ordnete Arkansas einen PIN-Reset fĂŒr EBT-Guthabenkarten an, nachdem Sozialleistungen systematisch gestohlen wurden. Gleichzeitig warnen Lotteriegesellschaften vor Anrufern, die Gewinne gegen GebĂŒhren versprechen.
Experten raten: Bei unaufgeforderten Geldforderungen sofort auflegen, Chat-VerlÀufe sichern und Anzeige erstatten.
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