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Telegram unter Druck: Australien verklagt wegen Terrorinhalte, Russland jagt Durow

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Australien verklagt Telegram wegen unzureichender Löschung terroristischer Inhalte, während Russland Gründer Durow per Haftbefehl sucht.

Telegram in Bedrängnis: Australien klagt, Russland jagt Durow
Smartphone mit Messenger-App vor einem abstrakten Hintergrund aus digitalen Datenströmen und Technologie-Grafiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messenger-Dienst Telegram steht gleichzeitig in Australien und Russland massiv unter Druck. Während die australische Internetaufsicht das Unternehmen wegen unzureichender Terrorbekämpfung verklagt, schrieben die russischen Behörden Gründer Pawel Durow international zur Fahndung aus.

Australien fordert Millionenstrafe

Die australische eSafety-Beauftragte Julie Inman Grant hat ein Zivilverfahren vor dem Bundesgericht gegen Telegram eingeleitet. Der Vorwurf: Verstoß gegen das nationale Online-Sicherheitsgesetz. Konkret geht es um gewalttätige und terroristische Inhalte, die trotz Nutzerbeschwerden nicht rechtzeitig gelöscht wurden.

Laut Behörden blieben Videos von Hinrichtungen sowie Aufnahmen der Massenerschießungen in Christchurch und Buffalo teilweise bis zu drei Wochen online. Zwischen Juli und Oktober des vergangenen Jahres entfernte Telegram von zwölf gemeldeten Beiträgen mit terroristischem Hintergrund zehn nicht. Zudem habe das Unternehmen versäumt, betroffene Konten zu sperren oder Erkennungssysteme für bekannte verbotene Inhalte einzusetzen.

Die Regulierungsbehörde hatte bereits im Frühjahr 2024 das Gespräch mit Telegram gesucht – und blieb monatelang ohne Antwort. Nun drohen Geldstrafen von bis zu 54,6 Millionen australischen Dollar, umgerechnet rund 33,2 Millionen Euro.

Russland jagt Durow

Nahezu zeitgleich verschärften die russischen Behörden ihr Vorgehen gegen den Telegram-Gründer. Der Inlandsgeheimdienst FSB wirft Durow Beihilfe zu terroristischen Aktivitäten vor. Ihm droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

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Der Kern der Vorwürfe: Ein Dating-Bot namens Leo Match Bot. Laut FSB soll ihn der ukrainische Geheimdienst instrumentalisiert haben, um junge Russen für Sabotageakte zu rekrutieren. Seit Juli vergangenen Jahres wurden in diesem Zusammenhang bereits 46 Personen zwischen 12 und 22 Jahren festgenommen. Die russische Justiz wirft Durow vor, den Bot nicht deaktiviert zu haben.

Telegram wehrt sich

Pawel Durow und Telegram weisen die Anschuldigungen aus beiden Ländern zurück. Der im Exil lebende Gründer betont die Rolle des Messengers als Kanal für unabhängige Informationen. Telegram verweist darauf, allein im laufenden Jahr über 150.000 terroristische Gemeinschaften weltweit blockiert zu haben.

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Der Messenger nimmt in Russland eine ambivalente Rolle ein: Einerseits nutzen staatliche Stellen ihn zur Kommunikation, andererseits bleibt er einer der letzten Räume für oppositionelle Stimmen und unabhängige Medien. Die aktuellen rechtlichen Schritte könnten den Weg für weitere Einschränkungen der Plattform in Russland ebnen. In Australien markiert die Klage einen weiteren Versuch, globale Tech-Konzerne stärker in die Pflicht zu nehmen.

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