Tencent, Cloud-Plattform

Tencent: Cloud-Plattform soll Robotik-Entwicklung beschleunigen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tencent erweitert Cloud-Werkzeuge für Robotik und multimodale Modelle, während die Branche auf Skalierung setzt und Pilotprojekte zunächst begrenzt bleiben.

Tencent baut Cloud-Strategie für humanoide Robotik aus
Eine weitläufige, hochmoderne Industriehalle mit modularen Server-Racks und mechanischen Armen in einer automatisierten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiekonzern Tencent treibt seine Aktivitäten im Bereich der verkörperten Intelligenz und multimodaler Großmodelle voran. Auf dem Fachsymposium zu verkörperter Wahrnehmungsfusion und multimodaler Großmodell-Innovation von Gasgoo legte Liao Shaoyao, Direktor für intelligente Mobilitätslösungen bei Tencent, die Konzernstrategie dar, wie aus Berichten von Branchenmedien wie Gasgoo und d1ev vom 15. September 2026 hervorgeht.

Der Konzern zielt darauf ab, Entwicklungszyklen und technologische Iterationen in der Robotikbranche mithilfe spezialisierter Cloud-Dienste zu beschleunigen.

Cloud-Lösungen und elastische Rechenkapazitäten

Tencent positioniert sich dabei als Cloud-Dienstleister für verkörperte Intelligenz. Das Angebot umfasst elastische Rechenleistung, Plattformen für das Modelltraining sowie Werkzeuge zur Schließung von Datenkreisläufen.

Um Rechenressourcen effizient zu nutzen, setzt Tencent auf sogenanntes Tidal-Computing während verkehrsarmer Nachtstunden. Zudem betreibt der Konzern Tausend-GPU-Cluster, in denen große und kleine Grafikkarten sowie speicher- und rechenintensive Arbeitslasten flexibel kombiniert werden.

Ergänzt wird das Portfolio durch browserbasierte Cloud-Simulationen und eine Architektur, die Cloud, Edge und Endgeräte verbindet. Über eine eigene Robotik-Labor-Plattform stellt Tencent Hardware-Herstellern zudem kostenlose Toolchains zur Verfügung, um Entwicklungsbarrieren abzubauen.

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Skalierung und Marktentwicklung der Humanoid-Robotik

Die Branche befindet sich nach Einschätzung von Branchenbeobachtern in einer Übergangsphase von der reinen Technologieerprobung hin zur Skalierung. Laut Daten des Branchendienstes Gasgoo umfasst die dortige Datenbank bereits mehr als 2.000 Robotikunternehmen; bis zum Jahresende wird ein Anstieg auf über 10.000 Firmen angestrebt.

Wang Xianbin vom Gasgoo Research Institute prognostiziert für das Jahr 2026 weltweite Auslieferungen von rund 60.000 humanoiden Robotern, von denen etwa 50.000 auf China entfallen sollen.

Industrieanwendungen in den Bereichen Elektronikfertigung (3C), Automobilbau und Logistik machen demnach 15 Prozent bis 20 Prozent aus, während Entertainment und Forschung gegenwärtig den Markt dominieren. Ein wesentlicher Kostentreiber bleibt die Aktuatorik, die für fast 50 Prozent der Gesamtkosten verantwortlich ist.

Durch Skaleneffekte sieht Wang Xianbin jedoch Kostensenkungspotenziale von 40 Prozent bis 70 Prozent im Low- und High-End-Segment. Zugleich betonte er eine Schnittmenge der Lieferketten von Automobil- und Robotikbranche von 60 Prozent bis 70 Prozent. Dennoch verbleiben humanoide Systeme vorerst in einer Kleinpilot-Phase; eine nächste Welle von Pilotprojekten sei nicht vor 2027 zu erwarten.

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Systemfähigkeit und Herausforderungen bei Datenkreisläufen

Auf dem Symposium herrschte unter Branchenexperts weitgehend Konsens darüber, dass technologische Durchbrüche nicht von einzelnen isolierten Technologien, sondern von der Systemfähigkeit abhängen. Diskutiert wurde eine geschichtete Modellarchitektur, die eine übergeordnete Instanz für Semantik und Handlungsplanung mit einer untergeordneten Steuerung für Bewegungskontrolle verbindet.

Zu den zentralen Engpässen zählt gegenwärtig der Mangel an systematisch geschlossenen Datenkreisläufen sowie an taktilen Daten und Kraftrückmeldungen. Reale Betriebsdaten, Simulationen und menschliche Demonstrationen müssten künftig in abgestimmten Phasen kombiniert werden, um multimodale Großmodelle praxistauglich in Steuerungsregelkreise einzubinden.

Partnerunternehmen wie GIGAAI skizzierten dazu Roadmaps für Weltmodelle mit Zeithorizonten für eine breite Massenadoption in der Robotik binnen fünf bis zehn Jahren, während Hersteller wie Unitree eine beschleunigte Reifung industrieller Szenarien in den kommenden zwei bis drei Jahren erwarten.

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