TeraFab: Musk bestätigt Gespräche zwischen SpaceX und TSMC über Chipwerk
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Elon Musk hat Gespräche zwischen seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX und dem taiwanischen Halbleiterhersteller TSMC über das Chip-Projekt TeraFab bestätigt. Wie aus Berichten vom 3. Oktober 2026 hervorgeht, erklärte Musk auf der Plattform X, dass es sich derzeit um reine Gespräche handele, sich daraus aber etwas entwickeln könne. Ziel des Vorhabens ist der Aufbau einer spezialisierten Halbleiterproduktion im US-Bundesstaat Texas.
Exklusive Halbleiterfertigung für Raumfahrt, Robotik und Künstliche Intelligenz
Hinter dem Projektnamen TeraFab steht ein Halbleiter-Joint-Venture von SpaceX, Tesla und xAI. Die Anlage soll im texanischen Grimes County entstehen und umfasst ein veranschlagtes Investitionsvolumen von 16,8 Milliarden US-Dollar.
Im Gegensatz zu traditionellen Auftragsfertigern soll TeraFab keine kommerziellen Foundry-Dienste für Dritte anbieten, sondern ausschließlich die interne Versorgung der drei beteiligten Unternehmen mit Hochleistungschips für Raumfahrt, Robotik und Künstliche Intelligenz sicherstellen.
SpaceX bezifferte den gemeinsamen Bedarf von Tesla und SpaceX am 3. Oktober 2026 auf eine Rechenleistung von über einem Terawatt Compute. Am selben Tag gab Musk zudem bekannt, dass der Unternehmensteil SpaceXAI künftig unter dem Namen SpaceXSI firmiere.
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Bereits im August 2026 hatte SpaceX mitgeteilt, dass am Standort mindestens 3.000 Arbeitsplätze entstehen sollen und die Dimensionen des Komplexes das Pentagon um das Fünfzigfache übertreffen würden. Der Bundesstaat Texas hatte die erste Phase des Projekts am 6. August 2026 angekündigt, flankiert von einem Zuschuss in Höhe von 30 Millionen US-Dollar aus dem Texas Enterprise Fund.
Mögliche Betreibermodelle und Konkurrenz für Intel
TSMC selbst äußerte sich bislang nicht zu den Gesprächen. Es liegt nach Berichten vom 3. Oktober 2026 weder ein unterzeichneter Vertrag vor, noch existieren verbindliche Festlegungen zu Prozessknoten, Produktionskapazitäten oder einem Zeitplan. Bereits am 2. Oktober 2026 meldete Culpium explorative Unterredungen über Betriebsexpertise und eine Fertigung in Texas.
Als wahrscheinlichste Struktur nannte Tim Culpan von Culpium am 3. Oktober 2026 ein modell, bei dem TSMC die Fabrik besitzt und betreibt, während SpaceX Eigenkapital bereitstellt oder Abnahmeverträge garantiert. Als Alternative wird eine Mehrheitsbeteiligung von SpaceX diskutiert, während TSMC das prozesstechnische Know-how und die Betriebsführung liefert.
Ein vergleichbarer Präzedenzfall existiert im japanischen Kumamoto, wo Kunden über das Gemeinschaftsunternehmen JASM eine Minderheitsbeteiligung von 13,5 Prozent halten – aufgeteilt auf Sony mit 6,0 Prozent, DENSO mit 5,5 Prozent und Toyota mit 2,0 Prozent.
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TSMC ist nach Intel das zweite Unternehmen, das öffentlich im Zusammenhang mit TeraFab genannt wird. Intel war ursprünglich für Fertigungsprozesse der 14A-Klasse (1,4-Nanometer-Bereich) vorgesehen. Marktbeobachter von Wedbush werten eine Einigung mit TSMC zwar als noch unwahrscheinlichen Endpunkt, erwarten bei einem Zustandekommen jedoch den Ausschluss von Intels 14A-Prozess.
Expansionsbestrebungen und Zeitrahmen für Halbleiterwerke
Der Vorstandsvorsitzende von TSMC, C.C. Wei, wies am 3. Oktober 2026 auf die grundlegenden zeitlichen Rahmenbedingungen in der Halbleiterfertigung hin: Demnach beansprucht der Bau einer neuen Wafer-Fabrik zwei bis drei Jahre, gefolgt von weiteren ein bis zwei Jahren für den Hochlauf der Kapazitäten.
Die Gespräche fallen in eine Phase umfangreicher Investitionen des Konzerns. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Investitionsausgaben von TSMC laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC bei 15,55 Milliarden US-Dollar; Branchenberichte wiesen zuletzt auf eine Anhebung der Jahresprognose auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar hin.
Ende September 2026 meldete die Branchenpublikation DigiTimes zudem, dass TSMC die Errichtung von bis zu sechs Fabriken für hochentwickelte Halbleiter in Texas prüfe. Nach Angaben aus der Ausrüsterindustrie plane der taiwanische Konzern dort einen zweiten Campus, dessen Gesamtinvestition die Summe von 265 Milliarden US-Dollar in Arizona übersteigen könnte.
