Terafab: SpaceX baut 16,8-Mrd.-Megafabrik ohne Tesla-Solarpanels
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für den Bau der großangelegten Chipfabrik „Terafab“ in Grimes County, Texas, setzt das Raumfahrtunternehmen SpaceX auf eine autarke Energieversorgung durch eigene Erdgaskraftwerke und industrielle Batteriespeicher. Entgegen marktüblicher Erwartungen wird das Projekt trotz der engen Partnerschaft mit Tesla keine Photovoltaik-Anlagen des Automobilherstellers nutzen. Dies bestätigte Riley Trettel, Energiechef bei SpaceX, in der ersten Augustwoche des Jahres 2026.
Infrastruktur und Energieanforderungen am Standort Texas
Die Entscheidung für eine erdgasbasierte Stromerzeugung begründet das Unternehmen mit den spezifischen technischen Anforderungen der Halbleiterfertigung. Für den Betrieb der Anlage, die auf einem ehemaligen Kohlekraftwerksgelände entsteht, wird eine Dauerleistung zwischen 400 und 700 Megawatt benötigt. Dabei sind eine Spannungsstabilität von ±1 bis 2 Prozent sowie ein Klirrfaktor von weniger als 3 bis 5 Prozent essenziell.
Während Solaranlagen über Wechselrichter einspeisen, was zu unerwünschten Oberwellen führen kann, liefern Gasturbinen synchronen Wechselstrom, der die geforderte Netzqualität für die hochsensible Chipproduktion sicherstellt. Zur Absicherung der Stromversorgung setzt SpaceX zudem auf große Batterieanlagen. Tesla fungiert hierbei als Partner und liefert Megapack-Speichersysteme, während auf den Einsatz von Tesla-Solarpanels verzichtet wird. Um die infrastrukturelle Unabhängigkeit zu festigen, erwarb SpaceX-Chef Elon Musk das Unternehmen APR Energy für rund 1 Milliarde US-Dollar. Zudem wurden bereits 2,8 Milliarden US-Dollar für die Beschaffung von Gasturbinen bereitgestellt.
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Investitionsvolumen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das Projekt Terafab umfasst eine geplante Fabrikfläche von über 100 Millionen Quadratfuß (ca. 9,3 Millionen Quadratmeter) auf einem Areal von insgesamt 13.000 Acres. Für die erste Phase des Vorhabens ist ein Budget von 16,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Langfristige Planungen, die in einem Entwurf für einen Börsengang von SpaceX als allgemeiner Rahmen bezeichnet wurden, sehen ein mögliches Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 119 Milliarden US-Dollar vor.
Das Vorhaben wird durch staatliche Anreize unterstützt. SpaceX erhält einen Zuschuss in Höhe von 30 Millionen US-Dollar vom Bundesstaat Texas sowie einen vollständigen Steuererlass für das Projekt. Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen zu Investitionen von mindestens 5 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 und zur Schaffung von 1.800 Arbeitsplätzen bis 2035. Andere Schätzungen gehen von einem Bedarf von mindestens 3.000 Arbeitsplätzen aus. Zusätzlich leistet SpaceX jährliche Zahlungen von 20 Millionen US-Dollar an das County, was etwa 78 Prozent der regulären Grundsteuer entspricht. Die Wasserversorgung der Megafabrik soll über das nahegelegene Gibbons Creek Reservoir sichergestellt werden.
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Strategische Ausrichtung und Zeitplan
Die Produktion in der Terafab soll nach aktuellem Planungsstand Ende 2027 oder im Verlauf des Jahres 2028 anlaufen. Ziel ist es, eine Rechenleistung von über einem Terawatt pro Jahr zu produzieren. Das Werk ist als vertikal integrierte Fertigungsstätte konzipiert, die die Bereiche Logik, Speicher, Packaging und Testverfahren abdeckt.
Die dort gefertigten Chips sind primär für Anwendungen in der künstlichen Intelligenz (KI-Inferenz), Robotik, autonome Fahrzeuge und weltraumbasierte Rechenzentren vorgesehen. Neben SpaceX und Tesla ist auch der Halbleiterkonzern Intel an dem Projekt beteiligt, wobei die genaue Rolle von Intel in den vorliegenden Dokumenten noch nicht abschließend spezifiziert wurde. Während das Management die Autarkie der Anlage betont, gibt es vor Ort auch kritische Stimmen: Knapp 900 Anwohner fordern angesichts der Dimension des Projekts eine stärkere lokale Kontrolle über die industrielle Entwicklung in Grimes County.
