Terafab-Streit: Tesla und SpaceX klagen gegen TERA-print
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tesla und SpaceX ziehen wegen der Namensrechte an ihrem geplanten Halbleiter-GroĂprojekt vor Gericht. Am 16. September 2026 reichten die beiden Unternehmen gemeinsam mit SpaceXAI beim US-Bundesgericht fĂŒr den Western District of Texas in Austin eine Klage gegen die im US-Bundesstaat Illinois ansĂ€ssige Nanotech-Firma TERA-print ein (Aktenzeichen 1:26-cv-02543).
Ziel des Verfahrens ist die gerichtliche Feststellung, dass die geplante Chip- und Robotik-Fertigungsinfrastruktur unter der Bezeichnung Terafab keine bestehenden Markenrechte des Start-ups verletzt.
Gescheiterte Verhandlungen ĂŒber Namensrechte
Nach Angaben der KlĂ€ger sei die Gefahr einer Verwechslung zwischen den jeweiligen Angeboten verschwindend gering. Das beklagte Unternehmen TERA-print nutzt die Bezeichnung TERA-fab bereits fĂŒr eigene Photolithografie-Anlagen. Zuvor hatten sich die Parteien zwischen Juni und August 2026 in sechs GesprĂ€chsrunden um eine auĂergerichtliche Beilegung des Konflikts bemĂŒht.
Die VergleichsgesprĂ€che liefen bis zum 2. September 2026, brachten jedoch keine Einigung, woraufhin TERA-print seine Markenrechte verteidigen wollte. Mit dem Gang vor das Bundesgericht wollen die Konzerne nun Rechtssicherheit fĂŒr ihre Bau- und AusbauplĂ€ne schaffen.
Milliardenschwerer Fertigungskomplex in Texas
Hinter der Bezeichnung Terafab steht ein industrielles GroĂvorhaben. Wie das texanische GouverneursbĂŒro am 6. August 2026 bestĂ€tigte, sind fĂŒr die erste Phase des Standorts im texanischen Grimes County Investitionen von mehr als 16,8 Milliarden US-Dollar sowie die Schaffung von 3.000 ArbeitsplĂ€tzen vorgesehen. FĂŒr das Projekt wurden SpaceX zudem 30 Millionen US-Dollar aus dem Texas Enterprise Fund zugesagt.
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Nach der BestÀtigung des Standorts im August 2026 soll das Areal auf mehr als 100 Millionen Quadratfuà anwachsen. In spÀteren Ausbauphasen könnten sich die Gesamtinvestitionen auf bis zu 119 Milliarden US-Dollar belaufen, bei einer BeschÀftigung von mindestens 3.000 FachkrÀften.
Geplant ist eine hochintegrierte Halbleiterfertigung, die Logikchips, HBM-Speicher sowie Packaging und Testing auf einem GelĂ€nde vereint. FĂŒr den Betrieb ist eine eigene Stromversorgung mit ĂŒber 40 Gasturbinen und einer Leistung von rund 2 Gigawatt vorgesehen. Technologisch setzt das Werk auf EUV-Lithografie sowie eventuell Freie-Elektronen-Laser und greift auf Fertigungsexpertise von Intel zurĂŒck.
Eigene Chipfertigung fĂŒr Raumfahrt und Robotik
Das Vorhaben dient der Absicherung der technologischen Lieferketten. Beim All-In Summit stellte Elon Musk das Vorhaben als VorsorgemaĂnahme gegen mögliche LieferausfĂ€lle aus Taiwan dar; ohne den Bau von Terafab lasse sich das angestrebte Wachstum nicht skalieren. Rund 75 Prozent der KI-Rechenleistung sollen auf Raumfahrzeuge und etwa 25 Prozent auf die Optimus-Roboter entfallen.
Rund 75 Prozent der geplanten KI-Rechenleistung sollen auf Raumfahrzeuge entfallen, doch die Fertigung hĂ€ngt von Lieferketten ab, die sich nicht kurzfristig umleiten lassen. Diese kostenlose Analyse ordnet ein, welche Hebel die geplante 1-Terawatt-KapazitĂ€t absichern â und wo EngpĂ€sse drohen. Lieferketten-Analyse jetzt anfordern
Insgesamt erwarten Tesla und SpaceX einen kombinierten Rechenbedarf von mehr als 1 Terawatt. Eine gemeinsame Forschungs- und Entwicklungs-Waferfabrik in Austin ist mit einer KapazitĂ€t von ĂŒber 1 Terawatt pro Jahr geplant, wobei erste Lieferungen bis Ende 2027 erhofft werden. FĂŒr die Terafab wird eine SpitzenkapazitĂ€t von bis zu 1 Million Wafern pro Monat mithilfe von Intel-Technologie angestrebt.
Die Fertigung soll Edge-Inferenz-Chips der Generationen AI5 und AI6 sowie strahlungsgehÀrtete D3-Prozessoren umfassen. SÀmtliche Produktionsanlagen seien bereits bestellt, sodass gegen Ende des kommenden Jahres mit den ersten verwertbaren Produktionsergebnissen gerechnet werden könne.
