Terafab, Tesla

Terafab: Tesla und SpaceX bauen 15-Milliarden-Chipfabrik in Texas

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tesla und SpaceX errichten in Texas die Mega-Chipfabrik Terafab für 15 Milliarden Euro. Das Projekt soll die KI-Versorgung sichern und die Chip-Unabhängigkeit der USA stärken.

Tesla und SpaceX bauen riesige KI-Chipfabrik in Texas: Milliardenprojekt Terafab
Eine riesige, moderne Halbleiterfabrik im Bau in einer weiten, sonnigen texanischen Landschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das billionenschwere Gemeinschaftsprojekt „Terafab" soll die KI-Versorgung sichern – und könnte auch für Deutschland zum Vorbild werden.

Tesla und SpaceX haben am heutigen Donnerstag offiziell bestätigt, im Grimes County im US-Bundesstaat Texas eine gigantische Halbleiterfabrik zu errichten. Die als „Terafab" bekannte Anlage ist in der ersten Ausbaustufe mit Investitionen von umgerechnet rund 15 Milliarden Euro verbunden und soll die unternehmenseigenen Kapazitäten in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik massiv erweitern. Für die europäische Industrie ist das Projekt ein weiteres Signal: Die USA treiben ihre technologische Unabhängigkeit bei Chips mit Hochdruck voran.

Eine der größten Industrieanlagen der Region

Das geplante Gelände nahe der Stadt College Station soll mehr als neun Millionen Quadratmeter umfassen – das entspricht rund 1.250 Fußballfeldern. Damit handelte es sich um eines der größten Industrievorhaben der gesamten Region. Mindestens 3.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Während die erste Phase mit rund 15 Milliarden Euro bewertet wird, könnte die Gesamtinvestition von SpaceX im Zuge der Skalierung auf umgerechnet über 100 Milliarden Euro anwachsen.

Die Terafab ist darauf ausgelegt, jährlich mehr als ein Terawatt an KI-Rechenleistung zu erzeugen. Um diesen enormen Energiebedarf zu decken, erhält die Anlage eigene Gaskraftwerke. Die Wasserversorgung soll über den Gibbons Creek Reservoir sichergestellt werden. Als Fertigungspartner wurde der Chip-Hersteller Intel identifiziert.

Der Bundesstaat Texas unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von rund 27 Millionen Euro aus dem Texas Enterprise Fund. Die lokalen Steueranreize umfassen eine Reduzierung um 78 Prozent über 35 Jahre – ein Gegenwert von schätzungsweise 18 Millionen Euro pro Jahr. Bereits Anfang August überwies SpaceX eine erste Zahlung von neun Millionen Euro an den Grimes County als Teil der Steuervereinbarung. Trotz der wirtschaftlichen Versprechen gab es bei öffentlichen Anhörungen auch Widerstand von Anwohnern.

Milliardenverluste trotz Rekordumsatz

Die Bestätigung des Standorts folgt nur zwei Tage nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts von SpaceX. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 7,2 Milliarden Euro – ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings verbuchte SpaceX im gleichen Zeitraum einen Nettoverlust von rund 500 Millionen Euro, der vor allem auf hohe Investitionsausgaben zurückzuführen ist.

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Die gesamten Kapitalausgaben erreichten im zweiten Quartal etwa 17 Milliarden Euro. Mehr als 80 Prozent davon flossen in KI-Infrastruktur, einschließlich des Terafab-Projekts. Die KI-Sparte des Unternehmens erzielte in diesem Zeitraum einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro und konnte ihr Ergebnis damit mehr als verdreifachen. Die Unternehmensführung gab an, über liquide Mittel von fast 92 Milliarden Euro zu verfügen und bis Ende 2026 eine annualisierte Umsatzrate von rund 92 Milliarden Euro anzustreben.

Kampf um Speicherchips

Die Investition fällt in eine Zeit wachsender Engpässe bei Speicherchips. Erst am Dienstag warnte Elon Musk vor einem anhaltenden globalen Speichermangel: Während die Produktion jährlich um 20 Prozent wachse, steige die Nachfrage um 200 Prozent. Die Preise für Speicherkomponenten dürften daher weiter anziehen. Das Terafab-Projekt zielt darauf ab, diese Risiken zu minimieren, indem Speicherproduktion, Logik, Verpackung und Test in einem einzigen Ökosystem integriert werden.

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Tesla hat für das Vorhaben zudem die interne Mannschaft verstärkt und Ram Krishan Bharti zum Direktor für Terafab-Siliziumdesign ernannt. Dieser Schritt passt zum erklärten Ziel des Unternehmens, die Wertschöpfungskette für autonome Fahrzeuge und Robotik vollständig zu kontrollieren.

Gemischte Marktreaktionen

Die Börse reagierte auf die KI-Strategie bislang zwiespältig. Am Mittwoch verzeichneten SpaceX-Aktien vorbörslich ein Minus von acht Prozent, nachdem Analysten von Morningstar spekuliert hatten, ein möglicher Deal mit dem Chip-Spezialisten Nvidia könnte die gemeinsamen Chip-Pläne mit Tesla verändern. Als Gewinner des Mega-Projekts gelten dagegen die Ausrüster: Unternehmen wie ASML, Applied Materials und Lam Research dürften von den gewaltigen Maschinenbestellungen für die texanische Fabrik profitieren.

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