Tesla, FSD

Tesla FSD: Behörden werfen Autobauer fragwürdige Sicherheitsstatistiken vor

16.06.2026 - 01:30:32 | boerse-global.de

Tesla soll mit fragwürdigen Statistiken für sein FSD-System geworben haben. Die Niederlande erteilen trotz Kritik eine erste Zulassung.

Tesla FSD: EU wirft Autobauer irreführende Sicherheitsdaten vor
Tesla - A car dashboard displaying data with a red warning overlay, suggesting issues with self-driving technology regulations in Europe. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Autobauer soll mit fragwürdigen Statistiken für sein Full Self-Driving (FSD)-System geworben haben, um Zulassungen in mehreren EU-Ländern zu erhalten.

Vergleichsprobleme: Äpfel mit Birnen?

Tesla behauptet öffentlich, sein autonomes Fahrsystem sei bis zu zehnmal sicherer als menschliche Fahrer. Doch Experten zweifeln diese Zahl massiv an. Der Vorwurf: Der Konzern vergleicht systematisch inkompatible Datensätze.

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Konkret stellt Tesla eigene Unfalldaten – die meist nur schwere Kollisionen mit Airbag-Auslösung erfassen – nationalen Unfallstatistiken gegenüber, die auch weit häufigere Bagatellunfälle enthalten. „Das ist kein fairer Vergleich", kritisieren unabhängige Analysten. Die Methodik erzeuge ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Sicherheit.

Interne Dokumente untermauern diese Bedenken. Am 10. April 2026 schrieb ein Tesla-Manager angeblich an schwedische Behörden: Das FSD-System lege zwischen zwei Unfällen die seitfache Strecke zurück wie ein manueller Fahrer. Die Botschaft: Eine flächendeckende Einführung könnte jährlich 1,9 Millionen Verletzungen verhindern und 32.000 Leben retten.

Niederlande als Vorreiter – mit Vorbehalten

Trotz der Kontroversen erteilte die niederländische Straßenverkehrsbehörde RDW im April 2026 als erste europäische Instanz die Zulassung für FSD. Der Entscheidung vorausgegangen war ein rund 18-monatiger Prüfprozess, der bereits Ende 2024 begann.

Die RDW betont jedoch: Ihre Entscheidung basiere auf eigenen, unabhängigen Tests – nicht auf Teslas Marketingversprechen. Aktuell arbeitet die Behörde daran, die Zulassung auf EU-Ebene auszuweiten.

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Andere Länder zeigen sich skeptischer. Der Europäische Verkehrssicherheitsrat fordert strengere, unabhängige Prüfungen für autonome Systeme. Norwegische Regulierer bemängeln, dass Teslas Daten ausschließlich selbst erhoben seien – ohne externe Kontrolle.

Ausbau in Europa – Zweifel bleiben

Tesla treibt dennoch die Expansion voran. Am 11. Juni 2026 erhielt FSD Supervised die Zulassung in Belgien, ähnliche Schritte folgten in Dänemark. In den Niederlanden verzeichnete das System eigenen Angaben zufolge über zwei Monate hinweg 3,5-mal weniger Kollisionen als manuell gesteuerte Fahrzeuge.

Doch die Methodik bleibt umstritten. Die Kluft zwischen Teslas Eigenwerbung und unabhängigen Analysen wächst. Branchenbeobachter sprechen von einem „Vertrauensdefizit", das künftig zu strengeren Auflagen oder Verzögerungen bei EU-weiten Zulassungen führen könnte.

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