Tesla FSD: DĂ€nemark erteilt vierte EU-Zulassung trotz Sicherheitsbedenken
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 03:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Teslas umstrittenes Autopilot-System âFull Self-Driving" erhĂ€lt in DĂ€nemark eine vorlĂ€ufige Zulassung. Gleichzeitig fordert die schwedische Verkehrsbehörde die EU zum Stopp des Systems auf.
Kopenhagen/Stockholm â Es ist ein Schritt mit Signalwirkung: DĂ€nemark hat als viertes europaische Land eine vorlĂ€ufige Genehmigung fĂŒr Teslas Full Self-Driving (FSD) (Supervised) erteilt. Damit reiht sich das Land neben die Niederlande, Litauen und Estland ein. Der dĂ€nische Automobilclub FDM schĂ€tzt, dass rund 30.000 Tesla-Besitzer in DĂ€nemark nun von der Funktion profitieren könnten â vorausgesetzt, die EU-Kommission gibt endgĂŒltig grĂŒnes Licht.
Doch wĂ€hrend Tesla seinen europĂ€ischen FuĂabdruck vergröĂert, formiert sich Widerstand. Die schwedische Verkehrsbehörde (TRV) hat in einem offiziellen Schreiben an das Technische Komitee fĂŒr Kraftfahrzeuge (TCMV) eindringlich vor einer EU-weiten Zulassung gewarnt.
Der Streitpunkt: Zu schnell unterwegs
Im Zentrum der schwedischen Kritik steht die sogenannte âSpeed Offset"-Funktion. Sie erlaubt es dem System, die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit zu ĂŒberschreiten. âWir haben Tests in den Niederlanden dokumentiert, bei denen das Fahrzeug in einer 30-km/h-Zone mit 37 km/h unterwegs war", erklĂ€rt Rikard Fredriksson, Sicherheitsexperte der TRV.
Die Schweden bemĂ€ngeln zudem unzureichende Tests unter winterlichen Bedingungen â ein entscheidender Punkt fĂŒr den skandinavischen Markt. Auch die Bezeichnung âFull Self-Driving" halten die Behörden fĂŒr irrefĂŒhrend. Sie wecke falsche Erwartungen bei den Fahrern. Eine Entscheidung des TCMV zur Ausweitung der niederlĂ€ndischen Zulassung auf die gesamte EU stand Ende Juni auf der Agenda.
Rekordquartal trotz Gegenwind
Die regulatorischen HĂŒrden scheinen Teslas GeschĂ€ft in Europa vorerst nicht zu bremsen. Im Gegenteil: Die Auslieferungen in Europa legten im zweiten Quartal 2026 um rund 40 Prozent zu. Weltweit lieferte Tesla 480.126 Fahrzeuge aus â ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und deutlich ĂŒber den Analystenerwartungen, die bei etwa 405.000 Einheiten gelegen hatten.
Besonders stark entwickelte sich der dĂ€nische Markt: Die Neuzulassungen stiegen im Juni um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Schweden waren es sogar 56 Prozent â trotz der kritischen Haltung der eigenen Behörde.
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Regionale Unterschiede: Europa boomt, Amerika schwÀchelt
Die globale Bilanz fĂ€llt durchwachsen aus. WĂ€hrend Europa und China (plus 3 Prozent) zulegten, verzeichnete Tesla in Nordamerika einen RĂŒckgang von 21 Prozent. Grund dafĂŒr ist das Auslaufen der bundesstaatlichen SteuervergĂŒnstigungen fĂŒr Elektroautos.
An der Börse kamen die starken Zahlen dennoch nicht gut an: Die Aktie fiel am 2. Juli um sechs Prozent. Analysten von Morningstar zeigten sich jedoch optimistisch und hoben das Kursziel von 425 auf 450 Dollar an. Die vollstÀndigen Quartalszahlen werden am 22. Juli erwartet.
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Technik-Update: Kameras und Àltere Modelle
Parallel zur Expansion arbeitet Tesla an der technischen Weiterentwicklung. Seit dem 2. Juli nutzt das System die Innenraumkamera zur Authentifizierung des Fahrers fĂŒr FSD. Bereits Ende Juni bestĂ€tigte das Unternehmen die internationale Veröffentlichung von FSD v14 Lite â ein Update, das die Navigations- und Parkfunktionen fĂŒr fast vier Millionen Ă€ltere Fahrzeuge mit Hardware-3-Chips verbessert.
In den USA treibt Tesla zudem die Robotaxi-PlĂ€ne voran. In Nevada beantragte das Unternehmen eine Genehmigung fĂŒr den Betrieb von bis zu 5.000 Robotaxis im Clark County. In Austin, Texas, testen bereits fahrerlos âCybercabs" auf dem WerksgelĂ€nde. Und in SĂŒdkorea schrieb der Model Y im Mai Geschichte: Er war das erste auslĂ€ndische Fahrzeug, das die monatlichen Verkaufscharts anfĂŒhrte.
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