Tesla, FSD

Tesla FSD: EU entscheidet am 6. Oktober über Zulassung in allen 27 Staaten

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Bedenken mehrerer Länder hält die Niederlande an der FSD-Zulassung fest. Am 6. Oktober entscheidet die EU über die Zukunft der Software in Europa.

EU-Entscheid über Teslas FSD: Geheime Sicherheitsdaten sorgen für Streit
Ein modernes Elektrofahrzeug auf einer europäischen Autobahn, das autonomes Fahren und regulatorische Aufsicht repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Europäische Behörden halten Sicherheitsdaten zu Teslas Autopilot-Software unter Verschluss – aus Rücksicht auf Geschäftsgeheimnisse des US-Herstellers. Am 6. Oktober entscheidet die EU über eine Zulassung in allen 27 Mitgliedstaaten.

Die niederländische Kfz-Behörde RDW hatte Teslas „Full Self-Driving“ (FSD) am 10. April 2026 genehmigt – doch die Details dieser Entscheidung bleiben geheim. Auf Anfragen von Journalisten und Bürgern verweigert die Behörde die Herausgabe von Testergebnissen und Sicherheitskennzahlen. Offenbar hatte Tesla die Vertraulichkeit zur Bedingung seiner Kooperation gemacht und seit Ende 2024 Druck auf die Regulierungsbehörde ausgeübt, um Geschäftsgeheimnisse zu schützen.

Sechs Länder blockieren Transparenz

Die Niederlande stehen mit dieser Haltung nicht allein. Auch Regulierer in Deutschland, Dänemark und Norwegen sowie drei weiteren Staaten verweigern die Veröffentlichung von FSD-Sicherheitsdaten – mit Verweis auf ähnliche Schutzklauseln für Geschäftsgeheimnisse. Kritisch ist dabei ein Wandel in der offiziellen Bewertung: Während die RDW das System im April noch als sicherer als menschliche Fahrer beschrieb, hieß es im Juni nur noch, es sei „mindestens genauso sicher“.

Die mangelnde Transparenz sorgt für Unmut in mehreren europäischen Nachbarländern. Norwegische Behörden erklärten intern, die von ihnen geprüften Daten deuteten auf ein höheres Unfallrisiko hin als von Tesla öffentlich kommuniziert. Auch Frankreich und Finnland äußerten Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsbilanz und des Rollouts der Software.

Minister verteidigt Zulassung

Niederlands Verkehrsminister Vincent Karremans weist die Kritik zurück. Die Entscheidung der RDW basiere auf unabhängigen Tests und nicht allein auf den von Tesla gelieferten Statistiken. Laut Regierungsangaben haben Teslas mit aktiviertem FSD in den Niederlanden rund 38,6 Millionen Kilometer ohne nennenswerte Vorfälle zurückgelegt. Die Daten zeigen demnach null Autobahnkollisionen und lediglich drei kleinere Zwischenfälle auf Landstraßen.

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Entscheidender EU-Votum im Oktober

Das bevorstehende EU-Votum am 6. Oktober ist ein Meilenstein für Teslas Expansionspläne in Europa. Für eine Zulassung in allen 27 Mitgliedstaaten sind mindestens 55 Prozent der Staaten erforderlich, die zugleich 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Scheitert der Vorstoß, könnte ein alternativer Regulierungsweg über UN-Richtlinien bereits im November geöffnet werden.

Tesla drängt unterdessen weiter auf den europäischen Markt. Erst Anfang dieser Woche startete das Unternehmen kostenlose zweimonatige FSD-Testphasen in den Niederlanden und Dänemark. Zuvor hatte Tesla im Mai die Verfügbarkeit von überwachtem FSD in China angekündigt.

Wachstum trotz Sicherheitsdebatte

Die wirtschaftliche Entwicklung von FSD verläuft derweil rasant: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete Tesla rund 1,48 Millionen aktive FSD-Abonnenten – ein Plus von 56 Prozent im Jahresvergleich. Das Abo-Modell für 99 US-Dollar monatlich generiert annualisiert rund zwei Milliarden US-Dollar Umsatz.

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Technisch hat das System ebenfalls beeindruckende Dimensionen erreicht: Die FSD-Supervised-Software hat kumuliert 21 Milliarden Kilometer absolviert, davon acht Milliarden im Stadtverkehr. Die aktuelle Version v14.x setzt auf durchgängige neuronale Netze zur Verarbeitung von Fahrdaten – ein System, das laut Tesla bei einer Messstrecke von 65 Millionen Kilometern 5,2-mal sicherer sein soll als menschliche Fahrer. Unabhängige Bestätigungen dafür stehen weiterhin aus.

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