Tesla FSD in Europa: Niederlande genehmigen autonomes Car-Sharing
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der niederländische Mobilitätsdienstleister MyWheels hat am 27. August 2026 in Den Bosch eine Pilotphase für teilautonomes Fahren gestartet. Erstmals wird dabei ein Tesla Model 3 mit der Software „Full Self-Driving“ (FSD) Supervised in einer Car-Sharing-Flotte eingesetzt.
Die Erprobung beginnt zunächst mit einem Bestand von 30 Tesla-Fahrzeugen, die mit der FSD-Technologie ausgestattet sind. MyWheels plant, das Angebot im weiteren Verlauf des Jahres 2026 um mindestens 20 zusätzliche Fahrzeuge zu erweitern, um das Ziel von insgesamt 50 autonomen Teilautos zu erreichen.
Die rechtliche Grundlage für diesen Schritt bildet eine Entscheidung der niederländischen Zulassungsbehörde RDW, die den Einsatz von FSD Supervised am 10. April 2026 genehmigt hat. Damit sind die Niederlande das erste Land innerhalb der Europäischen Union, das diese Technologie für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen hat.
Regulatorische Vorgaben und strategische Ziele
Trotz der erweiterten Software-Unterstützung bleibt der Fahrzeugführer auch während der Nutzung von FSD Supervised rechtlich vollständig für die Fahrzeugführung verantwortlich. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, wird der Zugang zum System in der aktuellen Phase auf eine kleine Gruppe von Testnutzern beschränkt, die zuvor ein spezielles Training absolvieren müssen.
Laurens van de Vijver, CEO von MyWheels, betonte die strategische Bedeutung des Projekts und erklärte, dass die Niederlande durch diese Entwicklung zu einem Vorbildland für moderne Mobilität werden könnten. Er geht davon aus, dass vollautonomes Fahren ohne die Notwendigkeit eines menschlichen Fahrers innerhalb der nächsten fünf Jahre realisierbar sein wird.
Angesichts von rund 10 Millionen Kraftfahrzeugen in den Niederlanden sieht das Unternehmen in selbstfahrenden Teilautos eine wesentliche Lösung zur Reduzierung von Staus und zur Optimierung des Verkehrsflusses.
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Neben der Automatisierung treibt der Anbieter die Integration der Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) voran. Aktuell umfasst die Flotte fast 400 Fahrzeuge, die für die Rückspeisung von Strom in das Netz vorbereitet sind. Bis zum Ende des Jahres 2026 soll dieser Bestand auf 1.000 Fahrzeuge mit einer Gesamtkapazität von 5 MW anwachsen.
Kontroversen und Sicherheitsbedenken im Kontext von Tesla
Die Einführung der Technologie erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Diskussionen über die Sicherheit der Tesla-Systeme. In den vergangenen Monaten sorgten Videoaufnahmen für Aufsehen, in denen Tesla-Besitzer gegen geltendes Recht verstießen, indem sie während der Fahrt mit aktiviertem FSD schliefen oder sich anderen Aktivitäten wie Fernsehen widmeten.
Zudem sieht sich der Fahrzeughersteller Tesla massiven rechtlichen Herausforderungen gegenüber. Berichten zufolge belaufen sich die Forderungen in laufenden Klagen auf rund 14,5 Milliarden US-Dollar. Ein bereits ergangenes Urteil bezifferte den Schadenersatz auf 243 Millionen US-Dollar.
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Darüber hinaus führt die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eine Untersuchung durch, die etwa 3,2 Millionen Fahrzeuge betrifft. Statistiken weisen für einen Zeitraum von einem Monat 207 Unfälle sowie insgesamt 50 Todesfälle im Zusammenhang mit der Technologie aus.
Zusätzliche Kritik von Sicherheitsexperten rief die Softwareversion FSD v14.3.4 hervor. Diese führt eine sogenannte „Gamification“ des Fahrverhaltens ein, indem interventionsfreie Fahrstrecken mit virtuellen Meilensteinen bei 100, 250, 500, 1.000 und 5.000 Meilen gefeiert werden. Kritiker warnen, dass solche Anreize Nutzer dazu verleiten könnten, notwendige Eingriffe in das System zu unterlassen, um statistische Erfolge nicht zu gefährden.
