Texas-Gesetz ab 28. Mai: Einheitliche Regeln für fahrerlose Fahrzeuge
31.05.2026 - 09:00:37 | boerse-global.deSeit dem 28. Mai 2026 gilt in Texas ein einheitliches Regelwerk für fahrerlose Fahrzeuge. Unternehmen müssen nun eine staatliche Genehmigung einholen, bevor sie kommerzielle Dienste anbieten dürfen. Die neue Regelung zentralisiert die Aufsicht auf Staatsebene und verhindert einen Flickenteppich lokaler Vorschriften.
Einheitliche Regeln statt lokaler Alleingänge
Mit dem Senate Bill 2807 erhält das texanische Verkehrsministerium (DMV) die Befugnis, Betriebsgenehmigungen für autonome Flotten zu erteilen, einzuschränken oder zu entziehen. Einzelne Städte dürfen keine eigenen Regelungen mehr erlassen. Für die Durchsetzung der Verkehrsregeln sind künftig die Staatspolizei und die örtlichen Polizeibehörden zuständig.
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Das Gesetz führt ein Selbstzertifizierungsverfahren für Fahrzeuge der Stufe 4 ein. Unternehmen können ihre Technologie eigenständig für den kommerziellen Betrieb ohne menschlichen Fahrer prüfen und freigeben. Voraussetzung: Die Fahrzeuge müssen mit einem Aufzeichnungsgerät und einem zuverlässigen automatisierten Fahrsystem ausgestattet sein, das im Fehlerfall einen „minimalen Risikozustand" herstellen kann.
Tesla nutzt die neue Regelung sofort
Tesla hat die neue Rechtslage umgehend genutzt. Noch am 28. Mai wurde das Unternehmen unter dem Namen Tesla Robotaxi, LLC als autorisierter Betreiber im texanischen Zulassungssystem gelistet. Die Genehmigung gilt jedoch ausschließlich für kommerzielle Robotaxi-Dienste – nicht für Privatfahrzeuge, die weiterhin als Stufe-2-Systeme eingestuft bleiben. Für den gewerblichen Betrieb übernimmt der Hersteller die Betriebshaftung.
Wer führt in Texas? Die Registrierungsdaten
Nach Ablauf der Anmeldefrist am 28. Mai gibt es nun Klarheit über die Marktführer im Lone Star State:
- Waymo (Alphabet) liegt mit 577 registrierten Fahrzeugen deutlich vorn – ein Bruchteil der landesweiten Flotte von über 3.000 Einheiten
- Avride bringt es auf 317 Fahrzeuge
- Nuro auf 47 Einheiten
- Tesla startet mit 42 Model-Y-Einheiten
Auch im Güterverkehr tut sich etwas: Aurora registrierte 91 autonome Lkw, Gatik AI 64 Fahrzeuge, Kodiak AI 33 und Waabi 13. Der VW-Dienst MOIA ist mit 12 elektrischen Kleinbussen vertreten.
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Vom Testbetrieb zur Serienreife
Die neuen Regeln sind das Ergebnis jahrelanger Erprobung in Städten wie Austin, Dallas, Houston und San Antonio. Waymo startete seinen Dienst in Austin im März 2025 in Partnerschaft mit Uber. Tesla begann im Juni 2025 mit Sicherheitsfahrern, stellte im Januar 2026 auf vollständig unbeaufsichtigten Betrieb um und startete im April 2026 die Serienproduktion des speziell entwickelten „Cybercab" im Werk Giga Texas. Seit Inkrafttreten des Gesetzes kursieren Videobeweise, die diese Fahrzeuge autonom auf dem Werksgelände zeigen.
Sicherheit bleibt umstritten
Die Zentralisierung der Aufsicht kommt nicht zu früh. Im März 2026 blockierte ein Waymo-Fahrzeug in Austin einen Krankenwagen, und das Unternehmen musste bereits einen Software-Rückruf durchführen, nachdem Fahrzeuge nicht an Schulbussen angehalten hatten.
Das neue Gesetz schreibt vor, dass autonome Fahrzeuge geofenced werden müssen und ferngesteuerte Hilfe erhalten können. Die Betreiber müssen ihre Fahrsoftware zusätzlich schulen, um die Sicherheitsanforderungen des DMV zu erfüllen. Zwar dürfen Unternehmen durch die Selbstzertifizierung „ihre eigenen Hausaufgaben benoten" – doch der Staat behält sich vor, die Genehmigung zu entziehen, wenn die Fahrzeuge die gesetzlichen Standards nicht einhalten.
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