THC-Medikament, VER-01

THC-Medikament VER-01: Schlägt Opioide bei chronischen Schmerzen

02.06.2026 - 18:32:39 | boerse-global.de

Klinische Studie belegt Überlegenheit von THC gegenüber Opioiden bei chronischen Schmerzen. FDA-Status und EU-Zulassung in Aussicht.

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Die Cannabinoid-Forschung erlebt 2026 einen Durchbruch: Erstmals zeigt eine klinische Studie, dass standardisierte THC-Präparate herkömmlichen Opioiden bei chronischen Schmerzen überlegen sind. Die US-Arzneimittelbehörde FDA verlieh dem Medikament VER-01 des Unternehmens Vertanical am 18. Mai den begehrten „Breakthrough Therapy"-Status.

THC-Präparat schlägt Opioide

Eine Phase-3-Studie mit 820 Teilnehmern und chronischen Rückenschmerzen liefert beeindruckende Zahlen: Die Schmerzintensität sank unter VER-01 um 2,50 Punkte – im Vergleich zu 2,16 Punkten in der Opioid-Gruppe. Besonders bemerkenswert: Die Cannabis-Therapie verursachte nur ein Viertel so viele Verstopfungen wie die klassische Schmerzbehandlung.

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Die europäische Zulassung unter dem Namen Exilby könnte bereits im Juni 2026 durch die EMA erfolgen. In den USA ist mit einer vollständigen Neuzulassung (NDA) erst 2028 zu rechnen – ein beschleunigter Markteintritt noch Ende 2026 ist jedoch möglich.

CBD-Markt unter Druck

Während THC-basierte Medikamente Fortschritte machen, gerät der Markt für freiverkäufliche Cannabinoide zunehmend unter Druck. Über 60 Prozent der getesteten CBD-Produkte in Europa entsprachen nicht den angegebenen Standards. Noch alarmierender: Rund 70 Prozent der Proben enthielten Fusarium-Mykotoxine – Schimmelpilzgifte, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.

In Amsterdam stellten Behörden im Juni fest, dass angeblich hochwertiges Haschisch synthetische Cannabinoide wie PINACA-Derivate enthielt – trotz hoher CBD-Konzentrationen.

Neue Hoffnung für Darm- und Suchterkrankungen

Eine doppelblinde Studie mit 46 Probanden zeigt: Ein Cannabisöl mit 15 Prozent CBD und 4 Prozent THC verbesserte über acht Wochen hinweg Symptome und Lebensqualität von Morbus-Crohn-Patienten signifikant.

Noch überraschender sind Ergebnisse aus der Suchtforschung: Tierversuche mit männlichen Wistar-Ratten belegen, dass die Cannabinoide CBN (Cannabinol) und THCV (Tetrahydrocannabivarin) den freiwilligen Alkoholkonsum deutlich senkten. Die Wirkung von CBN hielt dabei bis zu drei Tage nach der Gabe an – CBD zeigte in diesem Kontext kaum Effekte.

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CBG gegen Angst – ohne Rausch

Das nicht-berauschende Cannabinoid CBG (Cannabigerol) rückt ebenfalls in den Fokus: Eine Studie mit 34 Probanden aus dem Jahr 2024 belegte, dass bereits 20 mg CBG Ängste reduzieren können – ohne jegliche psychoaktive Wirkung. Forscher untersuchen zudem neuroprotektive und antibakterielle Eigenschaften, warnen jedoch vor unzureichenden Langzeitdaten.

Strengere Regeln für Hanfprodukte

In den USA tritt am 13. November 2026 eine neue Hanf-Definition in Kraft: Produkte dürfen dann maximal 0,4 mg Gesamt-THC pro Verkaufseinheit enthalten. Branchenexperten rechnen damit, dass rund 95 Prozent der aktuellen US-Hanfprodukte dieser Regelung nicht entsprechen werden.

Deutscher Markt konsolidiert sich

Die medizinische Cannabis-Infrastruktur in Deutschland wächst: Vayamed wurde exklusiver Großhandelspartner für Bedrocan-Produkte und ergänzt damit das Netzwerk der Medios AG. Canopy Growth bringt seine Marke Tweed zurück auf den deutschen Markt – mit Fokus auf medizinische Qualitätsstrains.

Brasilien meldet für 2024 ein Wachstum von 22 Prozent im medizinischen Cannabis-Markt auf umgerechnet rund 150 Millionen Euro. Über 672.000 registrierte Patienten verdeutlichen den globalen Trend: Cannabinoid-Therapien werden zunehmend als ernstzunehmende medizinische Option wahrgenommen.

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