The Mall startet heute: Shopping-App bündelt 10.000 Marken ohne APIs
01.06.2026 - 22:42:00 | boerse-global.deDie US-Startup-App "The Mall" bündelt ab heute das Online-Shopping aus Social Media und tausenden Shops – ohne klassische Partner-APIs.
Das Unternehmen gab heute den offiziellen Launch seiner mobilen Anwendung bekannt. Gegründet im Oktober 2025 von CEO Shreya Halder und COO Ellie Konsker, verspricht die Plattform einen universellen Feed, der das Einkaufserlebnis im Netz zentralisiert. Nutzer können sich eine persönliche, virtuelle Shopping-Mall aus ihren Lieblingsmarken zusammenstellen.
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Personalisierung durch Scraping und KI
Die App greift aktuell auf eine Datenbank mit mehr als 10.000 Marken zu. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Shopping-Aggregatoren: The Mall setzt nicht auf klassische API-Partnerschaften mit den Händlern. Stattdessen nutzt die Software Web-Scraping-Technologie in Kombination mit Large Language Models (LLMs), um Produktdaten zu organisieren und eine einheitliche Benutzeroberfläche zu schaffen.
Shopper können bestimmte Marken zu ihrem persönlichen Feed hinzufügen, indem sie ihre Instagram- oder TikTok-Konten mit der App verbinden. So passt sich das Einkaufserlebnis den Interessen aus den sozialen Netzwerken an. Die Plattform sendet zudem automatisierte Push-Benachrichtigungen zu Sales und neuen Produkteinführungen aller verfolgten Marken.
Geschäftsmodell: Kostenlos für Nutzer, Daten für Marken
Für Verbraucher ist The Mall derzeit kostenlos und arbeitet nicht mit einem Affiliate-basierten Umsatzmodell. Stattdessen plant das Unternehmen, die Plattform über ein B2B-Datentool für Marken zu monetarisieren. Dieses soll im Sommer 2026 an den Start gehen.
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Vor dem breiten Launch durchlief die Anwendung eine Testphase mit einer Beta-Gruppe von rund 4.500 Nutzern. Die Gründerinnen kündigten an, dass die volle Verfügbarkeit und zusätzliche Funktionen bis zum Ende des Sommers 2026 schrittweise ausgerollt werden sollen.
Wettbewerb im KI-Shopping-Sektor wird härter
Der Start von The Mall fällt in eine Phase massiver Investitionen und Aktivitäten im Bereich des KI-gestützten Einkaufens. Erst Anfang des Jahres sammelte die KI-Shopping-App Phia, gegründet von Phoebe Gates und Sophia Kianni, mehr als 43 Millionen Euro von Investoren ein, darunter Jessica Alba und Khloé Kardashian. Phia verzeichnete zuletzt über 1,5 Millionen Nutzer und Partnerschaften mit mehr als 9.000 Einzelhandelsmarken.
Auch die Tech-Giganten rüsten auf:
- Amazon: Der Konzern bietet seinen AWS Agentic Shopping Assistant (ASA) ab heute auch externen Händlern an. Die Technologie basiert auf Alexa for Shopping und wurde zunächst von Kate Spade übernommen. Amazons eigener KI-Assistent bediente 2025 rund 300 Millionen Kunden, generierte damit rund 12 Milliarden Euro Zusatzumsatz und erzielte 3,5-mal höhere Konversionsraten als klassische Keyword-Suchen.
- Naver: Der südkoreanische Konzern kündigte ein Update seines KI-Shopping-Agenten an. Dieses befähigt den Agenten, proaktiv Gespräche mit Nutzern zu beginnen – basierend auf deren Klickverlauf, Wunschlisten und Warenkorbaktivitäten, ohne dass eine Suchanfrage nötig ist.
- Pattern Group: Das Unternehmen launchte Pattern Intelligence (Pi), eine KI-Engine, die E-Commerce-Aktionen zu Preisen, Lagerbeständen und Werbung auf Basis von mehr als 77 Billionen Datenpunkten automatisiert.
The Mall positioniert sich in diesem Umfeld als konsumentenzentriertes Werkzeug, das auf Nutzer-Kuration statt auf direkte Einzelhandelspartnerschaften setzt. Das Ziel: ein zentraler Knotenpunkt für das zunehmend fragmentierte Online-Einkaufserlebnis zu werden.
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