Therapieeffizienz, Analyse

Therapieeffizienz: Neue Analyse zeigt Versorgungsaufwand vor Wirksamkeit

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Analyse der DGWMiG zeigt, dass bei vergleichbarer Wirksamkeit der Ressourcenverbrauch über die Erstattung von Therapien entscheiden kann.

DGWMiG-Studie: Versorgungsaufwand als neues Bewertungskriterium für Therapien
Digitale Analyse von medizinischen Behandlungsabläufen und Effizienzkennzahlen auf einem Tablet im klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer im Juli 2026 veröffentlichten Untersuchung befasste sich die Deutsche Gesellschaft für Wirtschaftsmedizin im Gesundheitswesen (DGWMiG) mit dem Verhältnis zwischen klinischem Nutzen und dem damit verbundenen Versorgungsaufwand verschiedener Therapieformen. Die Ergebnisse der Analyse unterstreichen, dass die detaillierte Betrachtung des Ressourcenverbrauchs zunehmend an Bedeutung für die strategische Positionierung von Behandlungsverfahren gewinnt. Insbesondere wenn Therapien eine vergleichbare medizinische Wirksamkeit aufweisen, rücken wirtschaftliche Effizienzkriterien in den Fokus der Bewertung.

Methodische Grundlagen der Aufwandsanalyse

Für die Untersuchung beauftragte die DGWMiG das IWiG mit einer detaillierten Analyse des Versorgungsaufwands. Dabei kam methodisch eine Kombination aus Prozesskostenrechnung und dem sogenannten Time-Driven Activity-Based Costing (TDABC) zum Einsatz. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Kosten innerhalb eines Behandlungspfades präzise auf Basis der tatsächlich in Anspruch genommenen Zeit und der genutzten Ressourcen zuzuordnen.

Durch diese differenzierte Erfassung konnten die Analysten aufzeigen, wie stark die Aufwände bei unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen variieren, selbst wenn die klinischen Endpunkte der Behandlungen ähnlich gelagert sind. Die Anwendung von TDABC im Rahmen dieser Untersuchung verdeutlicht den Trend im Gesundheitswesen, Versorgungsleistungen nicht mehr nur pauschal, sondern anhand ihrer tatsächlichen prozessualen Kostenstruktur zu bewerten.

Bedeutung für den Marktzugang und HTA

Anzeige

Die DGWMiG-Untersuchung zeigt: Klinische Überlegenheit allein reicht nicht mehr. Entscheidend wird der Versorgungsaufwand – messbar mit TDABC. Wer seine Prozesskosten transparent macht, sichert sich Vorteile bei HTA und Erstattung. Jetzt kostenlosen Market-Access-Report anfordern

Die Ergebnisse der DGWMiG-Untersuchung haben direkte Auswirkungen auf die Prozesse des Health Technology Assessment (HTA) und den allgemeinen Marktzugang (Market Access) von medizinischen Verfahren. Die Analyse zeigt deutlich auf, dass Unterschiede im Ressourcenverbrauch bei vergleichbarem klinischem Nutzen zum entscheidenden Kriterium für die Erstattungsfähigkeit und die ökonomische Bewertung werden können.

Für Anbieter im Gesundheitsmarkt bedeutet dies, dass der Nachweis einer klinischen Überlegenheit allein unter Umständen nicht mehr ausreicht, um eine erfolgreiche Marktpositionierung zu gewährleisten. Vielmehr gewinne die Effizienz der Leistungserbringung an Gewicht. In Situationen, in denen mehrere Therapieoptionen denselben klinischen Effekt erzielen, werde der Versorgungsaufwand zur primären Kenngröße für Entscheidungsträger im Gesundheitswesen.

Regulatorischer Rahmen durch EU Joint Clinical Assessments

Anzeige

Mit den EU Joint Clinical Assessments steigen die Anforderungen an die klinische Evidenz. Gleichzeitig rückt der Ressourcenverbrauch in den Fokus. Unser Report zeigt, wie Sie beide Kriterien strategisch kombinieren – für eine erfolgreiche Marktpositionierung. EU-JCA-Vorbereitungsleitfaden jetzt sichern

Die Veröffentlichung der Untersuchung erfolgt vor dem Hintergrund sich wandelnder regulatorischer Anforderungen auf europäischer Ebene. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sind die EU Joint Clinical Assessments (JCAs). Diese gemeinsamen klinischen Bewertungen zielen darauf ab, die Evaluierung klinischer Evidenz europaweit zu vereinheitlichen und zu verändern.

Laut den Erkenntnissen der DGWMiG führen diese neuen Rahmenbedingungen dazu, dass die Anforderungen an die Dokumentation und den Nachweis von Nutzen und Aufwand steigen. Die Untersuchung dient in diesem Zusammenhang als Orientierungshilfe, um die Relevanz ökonomischer Prozessdaten in einem Umfeld zu verdeutlichen, das verstärkt auf standardisierte klinische Bewertungen setzt. Die Verknüpfung von klinischer Evidenz mit prozessualen Kostendaten wird demnach als notwendiger Schritt angesehen, um den Anforderungen der JCAs gerecht zu werden und die ökonomische Validität von Versorgungsansätzen transparent darzustellen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69901358 |