Thunderbird 153: Native Exchange-Integration ohne Add-ons
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Thunderbird-Projekt hat Version 153.0 seiner Extended Support Release veröffentlicht. Der Codename „Meadow" steht für einen fundamentalen Wandel: Erstmals integriert der Open-Source-Client native Unterstützung für Microsoft Exchange Web Services (EWS) – ohne lästige Zusatz-Add-ons.
Neuer Account Hub erleichtert Einrichtung
Das Herzstück des Updates ist die native EWS-Integration. Nutzer von Microsoft-Exchange-Konten können sich künftig direkt verbinden, ohne auf Drittanbieter-Erweiterungen angewiesen zu sein. Ein redesignter Account Hub mit Autodiscover-Funktion vereinfacht die Einrichtung von Firmen-E-Mail-Adressen erheblich.
Obwohl Thunderbird nun auch Microsoft Graph unterstützt, bleibt diese Funktion in der aktuellen Version standardmäßig deaktiviert. Ein weiteres Detail: OAuth-Anmeldungen laufen jetzt im Standard-Browser des Systems statt in einem internen Fenster – ein Plus für Sicherheit und Komfort.
PDF-Signaturen und neue Nachrichtenfunktionen
Die neue Version bringt praktische Neuerungen für den Arbeitsalltag. Nutzer können PDF-Dateien direkt im Client mit visuellen Signaturen versehen. Zudem wurden lästige Bugs behoben: Die Leertaste scrollt jetzt korrekt durch PDFs, und Tastaturkürzel zum Speichern funktionieren wieder.
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Mit Thundermail zieht eine integrierte Nachrichtenfunktion ein – das separate Add-on wird überflüssig. Neu sind auch Benachrichtigungsaktionen: Nachrichten lassen sich direkt aus Systemmeldungen als gelesen markieren, löschen oder als Spam melden. Für mehr Privatsphäre sorgt die Unterstützung von DNS over HTTPS.
Plattform-Änderungen und technische Korrekturen
Die Umstellung auf Version 153 hat Konsequenzen: Die Skype-Integration entfällt, und 32-Bit-Linux-Versionen werden nicht mehr angeboten. Technisch wichtig: Ein kritischer Fehler bei IMAP-Migrationen, der unbeabsichtigt Inbox-Ordner löschte, wurde behoben.
Weitere Stabilitätsverbesserungen betreffen Speicherlecks und Abstürze beim Kopieren leerer Listen. Auch OpenPGP-Schlüsselimporte funktionieren jetzt zuverlässig, und Ordnerbenachrichtigungen für EWS-Konten laufen wie vorgesehen.
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Zeitplan: Microsofts Deadlines im Blick
Die native Exchange-Unterstützung kommt zu einem strategischen Zeitpunkt. Microsoft hat angekündigt, dass Sicherheitsupdates für Exchange Server 2016 und 2019 im Oktober 2026 auslaufen. Administratoren wird empfohlen, bis dahin auf Exchange Server SE oder Exchange Online zu migrieren.
Bereits im August 2026 will Microsoft die OWA-Light-Oberfläche in Exchange Server abschalten. Diese Entwicklungen machen Thunderbirds Schritt zur robusten, nativen Kompatibilität für Unternehmen mit Exchange-Umgebungen besonders relevant.
Thunderbird 153 ESR steht für Windows, Linux und macOS zur Verfügung. Nutzer älterer Versionen können das Update manuell über das Hilfe-Menü anstoßen.
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