Tiefseebergbau, Thema

Tiefseebergbau großes Thema bei Meeresbodenbehörde

Veröffentlicht am: 30.07.2024 um 05:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die PlĂ€ne fĂŒr das erste Tiefseebergbau-Projekt werden konkret. Wie sich die zustĂ€ndige internationale Behörde angesichts der Umweltgefahren dazu verhĂ€lt, wird bei einer Vollversammlung diskutiert.

  • US-PrĂ€sident Trump will den kommerziellen Abbau von Rohstoff-Knollen auf dem Meeresboden fördern. (Archivbild) - Bild: Ingo Wagner/dpa
    US-PrÀsident Trump will den kommerziellen Abbau von Rohstoff-Knollen auf dem Meeresboden fördern. (Archivbild) - Bild: Ingo Wagner/dpa
  • Bei der ISA in Jamaika wird ĂŒber den Tiefseebergbau diskutiert. (Archiv) - Bild: Nick Kaiser/dpa
    Bei der ISA in Jamaika wird ĂŒber den Tiefseebergbau diskutiert. (Archiv) - Bild: Nick Kaiser/dpa
US-PrĂ€sident Trump will den kommerziellen Abbau von Rohstoff-Knollen auf dem Meeresboden fördern. (Archivbild) - Bild: Ingo Wagner/dpa Bei der ISA in Jamaika wird ĂŒber den Tiefseebergbau diskutiert. (Archiv) - Bild: Nick Kaiser/dpa

GeprĂ€gt von der Aussicht auf einen ersten Tiefseebergbau-Antrag hat eine Generalversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) begonnen. Zum Auftakt der fĂŒnftĂ€gigen Tagung am ISA-Sitz in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston wurde Malta am Montag das 28. Land, das ein Moratorium, eine vorsorgliche Pause oder ein Verbot des Tiefseebergbaus fordert. Diese Gruppe, zu der auch Deutschland gehört, will bei der Generalversammlung eine Grundsatzregelung zum Schutz der Meeresumwelt zur Diskussion bringen. Gegen Ende der Woche wird der ISA-GeneralsekretĂ€r gewĂ€hlt.

Die Grundsatzregelung soll festlegen, dass die ISA keinen Tiefseebergbau genehmigt, bis die Umweltfolgen genauer erforscht sind. Bei der vorherigen jĂ€hrlichen Generalversammlung verhinderten China und andere Mitgliedstaaten, die den Tiefseebergbau befĂŒrworten, den Programmpunkt. Sie zögerten die Verabschiedung der Tagesordnung bis zum letzten Moment hinaus. 

Konzern prescht mit Tiefseebergbau-PlÀnen vor

Trotz der Bedenken zahlreicher Experten kĂŒndigte der kanadische Konzern The Metals Company an, einen ersten Antrag fĂŒr ein Tiefseebergbau-Projekt noch in diesem Jahr zu stellen. ÜbernĂ€chstes Jahr will er im Pazifik mit dem kommerziellen Abbau von Rohstoffen am Boden der Tiefsee beginnen.

Beim Tiefseebergbau geht es vor allem um den Abbau sogenannter Manganknollen auf dem Boden der Hohen See. Diese entstehen ĂŒber Millionen Jahre und enthalten Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel, die zur Herstellung von Batterien etwa fĂŒr Elektroautos verwendet werden könnten. Studien zeigen Gefahren fĂŒr die noch wenig erforschten Ökosysteme der Tiefsee. Außerdem stellen einige Experten die Notwendigkeit des Tiefseebergbaus fĂŒr die Energiewende infrage.

In den vergangenen zwei Wochen tagten die 36 Mitgliedstaaten des ISA-Rats in Kingston. Zum wiederholten Mal einigten sie sich nicht auf ein Regelwerk fĂŒr den Tiefseebergbau. Daher ist unklar, wie mit einem Antrag der Metals Company umgegangen wĂŒrde. Eine wichtige Rolle könnte der GeneralsekretĂ€r spielen.

Umstrittener ISA-Chef steht zur Wiederwahl

Der Amtsinhaber Michael Lodge, der eine dritte Amtszeit anstrebt, tritt gegen die brasilianische Ozeanographin Leticia Carvalho an. Dem Briten werfen Umweltaktivisten und manche Mitgliedstaaten vor, der Industrie nahezustehen und entgegen seiner NeutralitÀtspflicht den Tiefseebergbau zu fördern.

An der Generalversammlung nehmen alle ISA-Mitglieder teil: die 168 Vertragsstaaten des UN-SeerechtsĂŒbereinkommens (Unclos) und die EuropĂ€ische Union. Das 1994 in Kraft getretene Unclos schuf die ISA zur Verwaltung des Meeresbodens der Hohen See - eines gemeinsamen Erbes der Menschheit. 

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