Tiergesundheit, Ergänzungsmittel-Markt

Tiergesundheit: Ergänzungsmittel-Markt wächst auf 3,6 Milliarden Dollar

11.06.2026 - 01:04:22 | boerse-global.de

Die Tiermedizin setzt verstärkt auf Vorsorge und Ernährungstherapie. Ein neues Praxis-Modell und ein wachsender Markt für Ergänzungsmittel prägen den Trend.

Tiergesundheit im Wandel: Prävention und Ernährung als neue Säulen
Tiergesundheit - Eine Hand massiert sanft die Pfote eines Golden Retrievers, im Hintergrund verschwimmen alternative Medizinwerkzeuge. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Schulmedizin, Naturheilkunde und gezielte Ernährungstherapie rücken bei chronischen Leiden von Haustieren in den Fokus. Der Markt für funktionelle Ergänzungsmittel und physiotherapeutische Angebote wächst rasant.

Schulmedizin trifft Tierheilpraktik

Ein neues Praxis-Modell in Lünen-Alstedde zeigt den Trend: Seit Anfang Juni 2026 kombiniert die Klinik dort explizit Schulmedizin mit tierheilpraktischen Ansätzen. Das Ziel: Versorgungslücken schließen und eine umfassendere Betreuung anbieten.

Anzeige: Chronische Erkrankungen bei Hunden und Katzen früh zu erkennen, kann teure Notfallbehandlungen vermeiden. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen eine Checkliste zur Früherkennung, einen Ernährungsplan für Gelenke und Immunsystem sowie praktische Präventions-Tipps. Jetzt kostenlosen Report anfordern

Spezialisierte Dienstleistungen boomen ebenfalls. Das Unternehmen IsiBalance aus Brand bietet Massagen und Bewegungstraining für Hunde und Katzen an. Bewegungsanalysen und Fitnessprogramme sollen die Mobilität der Tiere langfristig erhalten. Fachleute betonen: Diese Angebote ersetzen keine tierärztliche Behandlung. Sie leisten aber als Prävention und Haltungsoptimierung einen wesentlichen Beitrag zur Tiergesundheit.

Prävention senkt Kosten

Die wirtschaftliche Seite der Vorsorge wird immer relevanter. Tierärztin Stella Grell vom Netzwerk VetFamily rechnet vor: Regelmäßige Check-ups kosten weniger als die Hälfte einer Notfall-Intensivbehandlung. Im Vordergrund steht die Früherkennung von chronischen Erkrankungen der Nieren, Leber, des Herzens sowie endokriner Leiden.

Für spezifische Herzprobleme wie Herzinsuffizienz bei Hunden bleibt die Versorgung mit hochreinen Wirkstoffen essenziell. Der Anbieter Ningbo Inno Pharmchem liefert Pimobendan – einen zentralen Wirkstoff in der Hundekardiologie – um die Verfügbarkeit zertifizierter Medikamente für chronisch kranke Tiere sicherzustellen.

Ernährung als Therapiesäule

Die Rolle der Ernährung bei chronischen Krankheiten war Schwerpunkt des 28. Veterinary Symposiums von Royal Canin am 7. Juni 2026 in Tokyo. Über 250 Fachleute diskutierten über diätetische Unterstützung bei Diabetes, Osteoarthritis und chronischen Erkrankungen bei Katzen.

Parallel erweitert die Industrie ihr Angebot an funktionellen Produkten. In der Türkei führt Royal Canin spezielle Ergänzungs-Leckerli ein – für Immunsystem, Verdauung, Gelenke und gesundes Altern. Für Tierkliniken gibt es Produkte zur Gewichtskontrolle, bei Harnwegsproblemen und Allergien.

Der Markt für Tiergesundheitsergänzungsmittel wächst enorm. Auf der NASC-Jahreskonferenz im Mai 2026 in Phoenix wurde das Marktvolumen auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Zum Vergleich: 2001 lag der Wert bei 800 Millionen US-Dollar. Bereits 24 Prozent aller Haustierbesitzer nutzen Ergänzungsmittel – bei Hunden sind es 32 Prozent, bei Katzen nur 17 Prozent.

Anzeige: 24 Prozent aller Haustierbesitzer nutzen bereits Ergänzungsmittel – bei Hunden sind es 32 Prozent. Doch welche Präparate wirklich helfen, ist oft unklar. Unser Leitfaden gibt Ihnen einen wissenschaftlich fundierten Ernährungsplan und zeigt, wie Sie mit einfachen Maßnahmen die Gesundheit Ihres Tieres langfristig stärken. Präventions-Leitfaden jetzt sichern

Neue Ursachen, biologische Alternativen

Die wissenschaftliche Aufarbeitung chronischer Symptome führt zu neuen Erkenntnissen. Forscher der Vetmeduni Wien identifizierten das Rustrela-Virus als Ursache der Taumelkrankheit bei Katzen. Das Virus löst Gehirn- und Rückenmarksentzündungen aus und wird vermutlich von Gelbhalsmäusen übertragen. Solche Entdeckungen helfen, diffuse chronische Krankheitsbilder besser einzuordnen.

Auch in der Nutztierhaltung tut sich etwas. Evonik entwickelte das Probiotikum Ecobiol PRO weiter, um Antibiotika in der Geflügelhaltung zu reduzieren. Eine Studie der Oklahoma State University zeigte: Die Überlebensrate bei bestimmten Darminfektionen verbesserte sich um 50 Prozent. Der globale Markt für Futterprobiotika wird für 2025 auf 4 Milliarden US-Dollar geschätzt – mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 7 Prozent.

de | wissenschaft | 69517633 |