Tierkontakt: Drei Minuten mit Pferden senken Angst und Einsamkeit
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bereits kurze Begegnungen mit Tieren können das seelische Wohlbefinden von Jugendlichen messbar verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der University of California (UC Davis), die im September 2026 in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ erschienen ist.
Im Rahmen der Untersuchung verbrachten 61 Teenager jeweils drei Minuten mit zwei Minipferden namens Olivia und Randy sowie zwei Miniatureseln namens Mary und Memphis. Alle teilnehmenden Jugendlichen berichteten im Anschluss über ein verringertes Ausmaß an Angst, Nervosität, Traurigkeit, Unruhe und Einsamkeit.
Messbare Entlastung auf der Gefühlsskala
Die beteiligten Forscherinnen der UC Davis, Claire Short und Rebecca Calisi Rodríguez, erfassten die emotionalen Veränderungen mithilfe einer standardisierten Skala. Die Auswertung zeigte, dass Angst, Traurigkeit und Einsamkeit nach dem dreiminütigen Zusammentreffen um 0,3 bis 0,64 Punkte auf einer siebenstufigen Skala sanken.
Die Untersuchung knüpft an eine angespannte Lage bei der psychischen Gesundheit junger Menschen an. Daten aus den Vereinigten Staaten verdeutlichen die Tragweite: Dort geben 40 Prozent der Highschool-Schüler an, dauerhaft traurig oder hoffnungslos zu sein.
Zudem durchlebten im Vorjahr fast 20 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens eine schwere depressive Episode. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Teenager auf globaler Ebene die am stärksten von Einsamkeit betroffene Gruppe dar.
Wenn Ihr Teenager sich zurückzieht und dauerhaft traurig wirkt, fehlt oft ein niedrigschwelliger Weg zurück ins Gespräch. Eine aktuelle Untersuchung der UC Davis zeigt, dass schon drei Minuten Kontakt mit Minipferden und Miniatureseln Angst, Traurigkeit und Einsamkeit messbar senken können. Unser kostenloser Leitfaden übersetzt diese Erkenntnis in alltagstaugliche Schritte für Familien. Kostenlosen Familien-Leitfaden anfordern
Signale der Tiere beeinflussen die Empfindungen
Neben dem Befinden der Jugendlichen analysierte das Forschungsteam der UC Davis auch die Verhaltensweisen der eingesetzten Huftiere. Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied in der Art der Kontaktaufnahme: Das Kratzen am Hals erwies sich bei den Tieren als deutlich beliebter als herkömmliches Streicheln.
Die Reaktionen der Tiere variierten je nach Berührungsform stark:
- Lippenbewegungen beziehungsweise ein Lippenzucken zeigten die Minipferde und Miniaturesel beim Halskratzen in drei Viertel der Fälle (75 Prozent). Beim Streicheln trat dieses Verhalten hingegen nur in knapp der Hälfte der Fälle (48 Prozent) auf.
- Ein Weglaufen der Tiere wurde beim Streicheln in 89 Prozent der Fälle registriert. Wurden die Tiere am Hals gekratzt, lag dieser Wert bei 42 Prozent.
Viele Eltern spüren, dass ihr Kind leidet, wissen aber nicht, wie sie es ohne Druck erreichen. Die Studie der UC Davis liefert einen überraschend einfachen Ansatz: Schon kurze Tierbegegnungen veränderten das Befinden der 61 teilnehmenden Teenager messbar — und die Reaktionen der Tiere gaben den Jugendlichen unmittelbares Feedback. Unser Leitfaden zeigt, woran Sie ernste Warnsignale erkennen und wann Sie sich zusätzliche Unterstützung holen sollten. Warnsignale richtig deuten — Leitfaden sichern
Diese Tierfeedbacks standen in einem Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Probanden. Teenager, die die Lippenbewegungen der Vierbeiner beobachteten, gaben an, weniger Einsamkeit zu empfinden.
Teilnehmende, die ein Weglaufen der Tiere bemerkten, berichteten wiederum über ein geringeres Gefühl von Traurigkeit. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie fein abgestimmt die Reaktionen zwischen Mensch und Tier bereits bei sehr kurzen Interaktionen ausfallen können.
