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Traditionelle Medizin: 154 Experten beraten in Peking über globale Integration

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Pekinger Konferenz verknüpfte traditionelle Heilverfahren mit wissenschaftlicher Prüfung, KI-Forschung und internationaler Zusammenarbeit.
Reagenzgläser mit getrockneten Heilpflanzen auf einem Holztisch in einem modernen, hellen Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

Die Rolle traditioneller Behandlungsmethoden in der weltweiten Gesundheitsversorgung erfährt durch technologische Innovationen und multilaterale Kooperationen eine zunehmende Institutionalisierung.

Auf der am 17. Oktober 2026 in Peking eröffneten Weltkonferenz für traditionelle Medizin stand die Verzahnung überlieferter Praktiken mit modernen Standards im Mittelpunkt.

Unter dem Leitthema einer technologiegestützten, integrierten Entwicklung zur Absicherung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung diskutierten Fachleute über Wege, traditionelle Heilmethoden auf fundierter wissenschaftlicher Basis in reguläre Gesundheitssysteme einzubinden. An der Konferenz nahmen 92 ausländische sowie 62 inländische Experten teil, womit der Anteil internationaler Referenten bei 60 Prozent lag.

Politische Initiativen und multilaterale Absprachen

Chinas Premierminister Li Qiang hob bei der Konferenzeröffnung am 17. Oktober 2026 hervor, dass traditionelle Medizin eine Zivilisationsleistung darstelle. Er verwies auf staatliche Fördermaßnahmen, die internationale Koordination sowie die Notwendigkeit einer digitalen und intelligenten Transformation der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Neben Pilotprogrammen für medizinische Dienstleistungen thematisierte Li den Ausbau von Kräuterressourcenzentren entlang der Neuen Seidenstraße und bezog sich auf die Globale Governance-Initiative von Xi Jinping.

Am selben Tag veranstaltete die Nationale Verwaltung für traditionelle Medizin Chinas ein Regierungsforum, das sich der Stärkung der primären Gesundheitsversorgung widmete. Neben den Vize-Chefs der Behörde, Huang Luqi, Wang Sicheng, Lu Jianwei und Liu Zhen, beteiligte sich auch WHO-Generaldirektor Tedros mit einer Videobotschaft.

Die Teilnehmer formulierten einen Konsens, wonach traditionelle Medizin als wichtige Ressource für eine universelle Versorgung dienen solle, gestützt auf Evidenzforschung und sektorübergreifende Kooperation.

Bereits am 16. Oktober 2026 berieten Vertreter aus China, Pakistan, dem Iran, Portugal, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie von der 2022 gegründeten Allianz für traditionelle Medizin der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und der 1981 gegründeten Organisation COMSTECH über industrielle Entwicklung, Standardisierung und Regulierungsfragen.

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Technologischer Wandel und wissenschaftliche Leitlinien

Ein zentraler Pfeiler der weltweiten Bestrebungen ist der Einsatz fortschrittlicher Analytik. Auf einem Fachforum am 18. Oktober 2026, ausgerichtet von der Tsinghua-Universität und dem Monitoring- und Statistikzentrum der Nationalen TCM-Verwaltung, erörterten Wissenschaftler wie Chen Zhu, Cong Bin, Cheng Jing und der Vorsitzende Li Shao gemeinsam mit Wang Sicheng Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in der Arzneimittelforschung und Netzwerkpharmakologie. Die Tagung stützte dabei eine globale Entwicklungsstrategie bis 2034.

Auch vonseiten der Weltgesundheitsorganisation wird die Evidenzbasierung hervorgehoben. Saia Ma'u Piukala, WHO-Regionaldirektor für den Westpazifik, betonte die Bedeutung Chinas bei der Integration und verwies auf ein regionales Rahmenwerk. Dieses verlangt unter anderem verbindliche Mechanismen für Wirksamkeit und Sicherheit sowie eine strenge wissenschaftliche Daten-Governance bei KI-gestützten Wirkstoffanalysen.

Parallel startete das WHO Global Traditional Medicine Centre im Oktober 2026 eine Serie von Arbeitspapieren, beginnend mit einer Untersuchung über Ausbildungs- und Akkreditierungsstandards in der Schröpftherapie, gefolgt von weiteren Veröffentlichungen zu Disziplinen wie Chiropraktik oder Taijiquan bis 2027.

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Fortschritte in nationalen Gesundheitssystemen

Die praktische Umsetzung traditioneller Ansätze variiert weltweit stark:
- Auf den Seychellen ist Akupunktur mittlerweile Teil des öffentlichen Rehabilitationssystems, untermauert durch eine Kooperationsvereinbarung mit China aus dem September 2025.
- In Mikronesien sind seit Oktober 2024 chinesische Medizinteams auf der Insel Pohnpei aktiv.
- In Sierra Leone, wo rund 45.000 traditionelle Mediziner praktizieren, öffnete im Februar 2025 ein erstes TCM-Zentrum, gefolgt von Schulungen für über 40 Pflegekräfte im Juli 2026.
- Malaysia schuf bereits 2016 eine gesetzliche Grundlage, die sieben spezifische Praktiken und zwölf akkreditierte Ausbildungshochschulen umfasst.

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