Traditionelle Medizin: 60 Prozent der Versicherungskosten in Südkorea
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der südkoreanischen Kfz-Versicherungsbranche hat sich die Kostenstruktur für medizinische Behandlungen grundlegend verschoben. Aktuelle Daten für das erste Halbjahr 2026 belegen, dass Abrechnungen für traditionelle koreanische Medizin (TKM) mittlerweile einen Rekordwert von rund 60 Prozent der gesamten Behandlungskosten erreicht haben. Diese Entwicklung belastet zunehmend die Bilanzen der Versicherungsunternehmen und verdeutlicht eine wachsende Diskrepanz zwischen verschiedenen medizinischen Behandlungsansätzen.
Signifikanter Anstieg der TKM-Abrechnungen im ersten Halbjahr 2026
Die statistische Auswertung der Behandlungskosten für die ersten sechs Monate des Jahres 2026 zeigt ein deutliches Übergewicht alternativer Heilmethoden im Bereich der Unfallfolgen. Von den Gesamtkosten für medizinische Behandlungen, die sich auf 1,5057 Billionen Won beliefen, entfielen 894,7 Milliarden Won auf Leistungen der traditionellen koreanischen Medizin. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 59,4 Prozent am Gesamtaufkommen.
Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war. Ein Vergleich mit den Daten aus dem ersten Halbjahr 2021 verdeutlicht die Dynamik dieser Verschiebung: Während die Ausgaben für schulmedizinische Behandlungen in diesem Zeitraum lediglich um 13 Prozent anstiegen, verzeichneten die Kosten für TKM-Leistungen einen Zuwachs von 43,9 Prozent.
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Vergleich der Kostenstrukturen zwischen Schulmedizin und TKM
Die Ursachen für den hohen Anteil der traditionellen Medizin an den Gesamtkosten liegen vor allem in den deutlich höheren Aufwendungen pro Behandlungsfall. Laut den vorliegenden Zahlen für das erste Halbjahr 2026 belaufen sich die Pro-Kopf-Kosten bei einer Behandlung durch traditionelle koreanische Medizin auf durchschnittlich 1,08 Millionen Won. Im direkten Vergleich dazu nehmen sich die Kosten für schulmedizinische Behandlungen mit 350.000 Won pro Person wesentlich moderater aus.
Ein weiterer preistreibender Faktor ist die Praxis der stationären Unterbringung. In TKM-Kliniken werden auffallend hohe Einweisungsraten verzeichnet, die sich in einem Bereich zwischen 72 und 80 Prozent bewegen. Diese hohe Quote an stationären Aufnahmen trägt maßgeblich dazu bei, dass die Kosten für alternative Heilmethoden die Ausgaben für konventionelle medizinische Versorgung inzwischen weit übertreffen.
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Wirtschaftliche Folgen für die Versicherungsbranche
Die kontinuierlich steigenden Ausgaben für TKM-Leistungen wirken sich unmittelbar auf die wirtschaftliche Stabilität der Kfz-Versicherer aus. Die Branche sieht sich mit einer zunehmenden finanziellen Belastung konfrontiert, da die Prämieneinnahmen mit der Kostenexplosion im medizinischen Sektor kaum Schritt halten können.
Für das erste Halbjahr 2026 meldeten die Versicherungsunternehmen bereits einen operativen Verlust von insgesamt 189 Milliarden Won. Branchenkenner führen dieses Defizit maßgeblich auf die überproportional steigenden Abrechnungen im Bereich der traditionellen Medizin zurück. Die Daten verdeutlichen, dass die Kostenkontrolle in diesem Segment eine der zentralen Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft in den kommenden Jahren darstellen wird, um die Stabilität des Systems langfristig zu gewährleisten.
