Trainingspause, Muskelrückgänge

Trainingspause: Muskelrückgänge können schon nach zwei bis vier Wochen beginnen

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 02:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leichte Einheiten, ausreichend Protein und ein vorsichtiger Wiedereinstieg können helfen, Muskulatur während Trainingspausen zu erhalten.

Muskelabbau bei Trainingspausen: Was Training und Ernährung bewirken
Ein leerer, minimalistischer Fitnessraum mit Hantelablagen in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Müssen Sportler ihr gewohntes Training verletzungsbedingt, krankheitsbedingt oder aus Zeitmangel unterbrechen, droht der Verlust hart erarbeiteter Muskulatur. Aktuelle Fachbeiträge beleuchten verschiedene Ansätze aus Trainingslehre und Ernährungswissenschaft, mit denen sich dieser Abbau während temporärer Pausen verlangsamen oder minimieren lässt.

Zeitfaktor und neuronale Anpassung

Studien weisen darauf hin, dass bereits nach zwei bis vier Wochen ohne Trainingsreize messbare Muskelrückgänge eintreffen können. Auffällig ist dabei, dass die reine Muskelkraft oft schneller nachlässt als die Muskelmasse selbst.

Dieser Effekt wird vor allem auf eine sinkende neuromuskuläre Effizienz zurückgeführt: Das Nervensystem verliert ohne regelmäßige Belastung zügig die Fähigkeit, vorhandene Muskelfasern maximal zu koordinieren und zu aktivieren.

Gleichzeitig gibt es Hinweise aus der Forschung, dass vorheriges Training epigenetische Veränderungen in den Muskelzellen hinterlässt. Diese Anpassungen bleiben womöglich über längere Zeiträume bestehen und können die spätere Wiederanpassung bei einer erneuten Aufnahme des Trainings erleichtern. Die wissenschaftliche Untersuchung dieser Mechanismen steht derzeit jedoch noch am Anfang.

Angepasstes Training und gezielte Nährstoffzufuhr

Um dem Substanzverlust entgegenzuwirken, ist eine vollständige Inaktivität nach Möglichkeit zu vermeiden. Fachleute betonen, dass bereits ein stark reduziertes Programm Wirkung zeigt: Ein bis zwei leichte Ganzkörper-Einheiten pro Woche können einen erheblichen Teil der vorhandenen Muskelmasse absichern.

Andere Empfehlungen raten dazu, zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche mit Fokus auf Grundübungen beizubehalten, sofern die individuelle Belastbarkeit dies erlaubt.

Ergänzend spielt die Ernährung eine tragende Rolle. Um Muskelgewebe vor dem Abbau zu schützen, raten Fachbeiträge zu einer erhöhten Proteinzufuhr. Die genannten Zielwerte variieren je nach Kontext zwischen 1,2 bis 1,6 Gramm sowie 1,6 bis 2,2 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht pro Tag, wobei mindestens 1,6 Gramm als verlässlicher Richtwert gelten.

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Zudem sollten extreme Kaloriendefizite vermieden werden. Letzteres gilt auch im Zusammenhang mit GLP-1-Medikamenten, die über eine starke Appetitminderung die Kalorienaufnahme drosseln; bei entsprechend rascher Gewichtsabnahme droht neben Fett auch der Verlust fettfreier Masse. Regelmäßige Alltagsbewegung und sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht unterstützen den Erhalt zusätzlich.

Studienergebnisse zu Nahrungsergänzungsmitteln

Auch Supplemente werden auf ihr Potenzial zur Muskelerhaltung untersucht. Eine im Journal of the International Society of Sports Nutrition veröffentlichte Untersuchung analysierte den Einfluss von Kreatin-Monohydrat bei 73 körperlich inaktiven Erwachsenen im Alter von 45 bis 65 Jahren.

Die Teilnehmer erhielten über einen Zeitraum von 12 Wochen zweimal täglich jeweils 5 Gramm der Substanz oder ein Placebo; insgesamt 64 Probanden – 40 Frauen und 24 Männer – schlossen die Erhebung ab.

Die Daten zeigten, dass Kreatin auch ohne begleitendes Training die fettfreie Masse, die Maximalkraft und die Muskelausdauer steigerte. Allerdings schließt die gemessene fettfreie Masse auch Wassereinlagerungen ein, weshalb das Ergebnis keinen Nachweis für einen tatsächlichen Muskelproteinaufbau liefert.

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Zudem basieren ermittelte kognitive Resultate auf kleinen Stichproben von lediglich 16 Personen je Untergruppe. Langzeitfolgen sowie Wirkungen bei über 65-Jährigen wurden nicht geprüft; der Senior-Autor der Studie, Richard B. Kreider, weist zudem Verbindungen zur Kreatin-Industrie auf.

Regeneration und vorsichtiger Wiedereinstieg

Neben der Muskulatur kann auch das vegetative Nervensystem durch intensive Phasen erschöpft sein. Zur gezielten Erholung werden unter anderem spezifische Atemtechniken vorgeschlagen, etwa fünf Minuten tägliche Atemarbeit mit verlängertem Ausatmen (vier Sekunden einatmen, sechs bis acht Sekunden ausatmen), moderate Grundlagenausdauer im Zone-2-Bereich, kurze Kaltwasseranwendungen von 30 bis 60 Sekunden zum Ende des Duschens sowie zehn Minuten bildschirmfreie Ruhe.

Erfolgt nach einer längeren Unterbrechung der Wiedereinstieg in den Sport, ist Vorsicht geboten, um Überlastungen zu verhindern. Experten empfehlen, zunächst mit etwa 50 bis 60 Prozent des vorherigen Trainingsvolumens zu starten und sowohl Umfang als auch Intensität über mehrere Wochen hinweg nur schrittweise zu steigern.

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