Transparenzpflicht ab 2. August: Chatbots und Deepfakes müssen gekennzeichnet
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bundestag hat am 11. Juni 2026 das KI-Maßnahmen- und Innovationsgesetz (KI-MIG) verabschiedet. Damit setzt Deutschland die europäische KI-Verordnung (EU AI Act) national um. Die Bundesnetzagentur wird zur zentralen Marktüberwachungsbehörde, das BSI übernimmt ab August Durchsetzungsaufgaben.
Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Bereits seit Februar 2025 gelten KI-Kompetenzpflichten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeiter, die mit KI-Systemen arbeiten, Risiken und Auswirkungen der Technologie einschätzen können. Der EU AI Act gilt seit dem 1. August 2024 – das deutsche Durchführungsgesetz definiert nun die konkreten Zuständigkeiten und Kontrollmechanismen.
Die endgültige Zustimmung des Bundesrates steht allerdings noch aus. Ohne sie ist das Gesetzgebungsverfahren nicht abgeschlossen.
Neue Fristen für Hochrisiko-Systeme
Der sogenannte „Digital Omnibus“ vom 7. Mai 2026 verschiebt die Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme. Eigenständige Systeme nach Anhang III des AI Acts müssen erst ab dem 2. Dezember 2027 die vollen Pflichten erfüllen. Für eingebettete Systeme nach Anhang I gilt der 2. August 2028.
Die formelle Annahme dieser Anpassungen wird für Anfang August 2026 erwartet.
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Transparenzpflichten ab August 2026
Ab dem 2. August 2026 wird es ernst: Unternehmen müssen offenlegen, wenn Kunden mit einer KI interagieren – etwa bei Chatbots. KI-generierte Inhalte wie Deepfakes, Audio- oder Videodateien müssen maschinenlesbar gekennzeichnet werden. Möglich ist das durch Watermarking oder signierte Metadaten.
Für Texte gibt es Ausnahmen, ebenso für künstlerische oder redaktionell geprüfte Inhalte. Bestehende Systeme haben bis zum 2. Dezember 2026 Zeit, die Anforderungen umzusetzen.
Datenintegrität und Quellcode-Schutz
Die Risiken sind real: Im Januar 2026 kam es zu einer unkontrollierten Weitergabe von Gesundheitsdaten durch US-Behörden über Microsoft-Teams-Chats an externe Analyse-Unternehmen wie Palantir. Ein Bundesrichter stoppte den Datenaustausch im Mai 2026 – Löschvorgänge in Chat-Umgebungen sind oft nicht lückenlos nachweisbar.
Auch KI-Coding-Assistenten bergen Gefahren. Seit Februar 2025 müssen Unternehmen verhindern, dass vertraulicher Quellcode durch die Nutzung solcher Werkzeuge abfließt. Besonders tückisch: Reproduzieren KI-Assistenten Code unter Copyleft-Lizenzen wie der GPL, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihren eigenen proprietären Quellcode offenzulegen.
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Hohe Strafen bei Verstößen
Das Sanktionsregime hat es in sich. Für verbotene Praktiken drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bei Verstößen im Bereich der Hochrisiko-Systeme sind Strafen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Umsatzes möglich.
Die Botschaft ist klar: Wer die neuen Regeln ignoriert, geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein.
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