Treppensteigen: 39% weniger Herz-Kreislauf-TodesfÀlle durch tÀgliche Stufen
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 17:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen, an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten durchzuführen. Diese Leitlinie ist Teil der globalen Bemühungen, die allgemeine Gesundheit zu fördern und das Risiko für chronische Erkrankungen zu senken.
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen, wie diese Ziele bereits mit begrenztem Zeitaufwand erreicht werden können und welche positiven Auswirkungen regelmäßige Bewegung auf die Sterblichkeit hat.
Effizienzstrategien und die Umsetzung der WHO-Vorgaben
Trotz der klaren Empfehlungen erreichen derzeit lediglich 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung die geforderten Aktivitätsziele. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die im August 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health thematisiert wurde, zeigt jedoch, dass die Umsetzung der WHO-Empfehlungen bereits mit einem Zeitaufwand von 40 bis 60 Minuten pro Woche möglich ist.
Um dieses Ziel auch bei knappen Zeitressourcen zu erreichen, werden verschiedene Strategien angeführt. Dazu zählen sogenannte „Minimal-Dosis“-Ansätze und „Exercise Snacks“ — kurze, über den Tag verteilte Bewegungseinheiten. Durch den gezielten Einsatz von Mehrgelenksübungen und die Anwendung von Supersätzen lässt sich die notwendige Trainingszeit laut den Studienergebnissen um etwa 37 Prozent verkürzen.
Anforderungen an Krafttraining und Nährstoffzufuhr
Ergänzend zu den Zeitfaktoren befasste sich eine Auswertung des American College of Sports Medicine (ACSM) Mitte August 2026 mit der methodischen Ausgestaltung des Trainings. Die Kernregel lautet hierbei, alle großen Muskelgruppen mindestens zweimal pro Woche zu trainieren. Für eine gezielte Hypertrophie, also den Muskelaufbau, werden etwa zehn Sätze pro Muskelgruppe und Woche als Orientierungswert genannt.
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Dabei müssen muskelkräftigende Maßnahmen nicht zwingend im Fitnessstudio stattfinden. Auch Bodyweight-Übungen, das Training mit Widerstandsbändern sowie Home-Workouts werden als wirksame Methoden eingestuft. Zur Unterstützung der körperlichen Anpassungsprozesse wird eine tägliche Proteinzufuhr von 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen.
Alltagsbewegung und Senkung des Sterberisikos
Neben dem gezielten Krafttraining rückt die Bedeutung alltäglicher Aktivitäten in den Fokus der Forschung. Eine Meta-Analyse der University of East Anglia und der Norwich Medical School, die Daten von über 480.000 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 84 Jahren untersuchte, lieferte im August 2026 signifikante Belege für den Nutzen von Treppensteigen.
Regelmäßiges Treppensteigen ist demnach mit einem um 39 Prozent niedrigeren Risiko für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Das allgemeine Sterberisiko sinkt bei den untersuchten Personen um 24 Prozent.
Als optimales Pensum wurden etwa sechs Treppenläufe pro Tag identifiziert, was einer Anzahl von circa 60 Stufen entspricht. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine direkte Kausalität beweist.
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Präventive Wirkung und organisatorische Rahmenbedingungen
Physiotherapeuten wie Julia Wolf betonen die langfristigen Vorteile einer regelmäßigen Belastung. Krafttraining fördere demnach die Knochendichte und wirke Osteoporose entgegen. Zudem verbessern Beweglichkeitsübungen wie Yoga oder Pilates die Haltung sowie das Gleichgewicht und können so das Sturzrisiko reduzieren.
Dass der Erfolg solcher Maßnahmen oft von der Strukturierung abhängt, zeigt die im August 2026 vorgestellte PROGRESS-Studie der Universität Münster. In einer Untersuchung in sieben Pflegeheimen nahmen 90,4 Prozent der Bewohner an geführten Übungen teil, während Umweltinterventionen ohne Anleitung nur von 37 Prozent eigenständig genutzt wurden.
Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten die Forscher die sogenannte PROGRESS-Pyramide, die auf den vier Säulen Organisation, Beteiligung, Bildung und Personalqualifizierung fußt.
Zusätzlich zu den Kraftübungen rät die WHO weiterhin zu mindestens 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche. In Fachkreisen wird zudem untersucht, inwiefern bereits regelmäßiges Spazierengehen dazu beitragen kann, das Krebsrisiko zu senken.
