Treppensteigen, Meta-Analyse

Treppensteigen: Meta-Analyse belegt 39% weniger Herzinfarkte

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RegelmĂ€ĂŸiges Treppensteigen reduziert laut Meta-Analyse das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-TodesfĂ€lle um 39 Prozent. Optimale Dosis: sechs Etagen tĂ€glich.

Treppensteigen senkt Herz-Kreislauf-Risiko: Meta-Analyse zeigt 39 Prozent weniger kardiovaskulÀre TodesfÀlle
Eine Person steigt eine Treppe in einem hellen, modernen GebĂ€ude hinauf. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den hohen Stellenwert von Alltagsbewegung für die kardiovaskuläre Gesundheit und die allgemeine Lebenserwartung. Eine Mitte August 2026 im American Journal of Cardiovascular Drugs veröffentlichte Meta-Analyse unterstreicht dabei insbesondere das Potenzial einer der einfachsten Formen körperlicher Betätigung: das Treppensteigen.

Die Auswertung, die Daten von 480.479 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 84 Jahren über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 14 Jahren umfasst, liefert belastbare Hinweise auf eine signifikante Senkung der Mortalitätsrate.

Signifikante Reduktion der Mortalität durch Treppensteigen

Den Ergebnissen der Analyse zufolge ist regelmäßiges Treppensteigen mit einer Senkung des Risikos für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 39 Prozent assoziiert. Das allgemeine Sterberisiko reduziere sich laut den Daten um 24 Prozent.

Die statistische Auswertung zeigt eine signifikante Korrelation zwischen dieser Form der Bewegung und einer geringeren kardiovaskulären Mortalität, ausgedrückt durch ein relatives Risiko (RR) von 0,61. Für die Gesamtmortalität wurde ein RR-Wert von 0,76 ermittelt.

Die Grundlage für diese Erkenntnisse bildeten insgesamt neun Studien. Für die spezifische Berechnung der Herz-Kreislauf-Mortalität wurden fünf Studien mit 455.619 Personen herangezogen, wobei der Frauenanteil in diesem Segment bei 53 Prozent lag. Insgesamt hatten die Forscher im Vorfeld der Analyse 1.873 Arbeiten gesichtet, um die relevanten Datensätze zu extrahieren.

Optimale Dosierung und methodische Einschränkungen

Hinsichtlich der praktischen Anwendung weisen die Daten auf eine optimale tägliche Dosis hin. Diese liege bei etwa sechs Treppenläufen beziehungsweise sechs Stockwerken pro Tag, was einem Umfang von circa 60 Stufen entspricht.

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Trotz der deutlichen Ergebnisse betonen die Autoren der Meta-Analyse jedoch die methodischen Grenzen der Untersuchung. Da es sich um die Auswertung von Beobachtungsstudien handele, könne keine direkte Kausalität abgeleitet werden. Die Ergebnisse belegen eine starke Assoziation, jedoch keinen zweifelsfreien Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Einfluss auf das Demenzrisiko und funktionelle Gesundheit

Ergänzend zu den Effekten auf das Herz-Kreislauf-System lieferten weitere großangelegte Untersuchungen im Sommer 2026 Erkenntnisse zur kognitiven Gesundheit. Eine in The Lancet Public Health veröffentlichte Meta-Analyse, die 74 Studien mit insgesamt 4.227.297 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 67,3 Jahren berücksichtigte, untersuchte den Zusammenhang zwischen Bewegung und Demenz.

Hierbei zeigte sich eine Ambivalenz in Bezug auf die Art der Belastung: Während körperliche Aktivität in der Freizeit das Demenzrisiko um 24 Prozent senke, führe schwere körperliche Arbeit zu einer Risikoerhöhung um 20 Prozent.

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Zudem belegt eine koreanische Studie, die Mitte Juli 2026 in Scientific Reports publiziert wurde, die Bedeutung der körperlichen Verfassung im Alter. Bei der Untersuchung von 2.997 Erwachsenen über 65 Jahre wurde festgestellt, dass eine funktionelle Sarkopenie – charakterisiert durch verminderte Griffkraft und Gehfähigkeit – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um das 1,92-Fache und das Sterberisiko um das 1,45-Fache steigert. Bei einem Neuauftreten dieser Symptome erhöhten sich die Risiken um den Faktor 1,56 beziehungsweise 1,67.

Strategien zur effizienten Umsetzung von Bewegungsempfehlungen

Um die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen zwei Tage pro Woche für muskelkräftigende Aktivitäten zu erreichen, verweisen Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf zeitsparende Trainingsstrategien. In einem Fachartikel in Frontiers in Public Health wird erläutert, dass die Vorgaben bereits mit einem Aufwand von 40 bis 60 Minuten pro Woche realisierbar seien.

Hierbei kommen Ansätze wie "Exercise Snacks", Mehrgelenksübungen oder Supersätze zum Einsatz. Letztere könnten die benötigte Trainingszeit um etwa 37 Prozent reduzieren. Übergreifende Auswertungen diverser Studien legen zudem nahe, dass bereits zwei Stunden Krafttraining pro Woche einen messbaren Beitrag zur Lebensverlängerung leisten können.

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