Treppensteigen: Meta-Analyse zeigt 39% weniger Herzrisiko
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Mitte August 2026 im Fachmagazin American Journal of Cardiovascular Drugs veröffentlichte Meta-Analyse liefert neue Erkenntnisse über den gesundheitlichen Nutzen einer einfachen Alltagsaktivität.
Die von der University of East Anglia in Zusammenarbeit mit dem Norfolk & Norwich University Hospital durchgeführte Untersuchung legt nahe, dass regelmäßiges Treppensteigen das Sterberisiko signifikant reduzieren kann. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung körperlicher Aktivität für die Prävention schwerer Herzerkrankungen.
Umfangreiche Datenbasis stützt Forschungsergebnisse
Die Wissenschaftler stützten ihre Analyse auf die Auswertung von insgesamt neun Studien, an denen 480.479 Teilnehmer im Alter zwischen 35 und 84 Jahren teilnahmen. Die untersuchte Gruppe war zu 53 Prozent weiblich. Über einen Zeitraum von im Median 14 Jahren wurde die gesundheitliche Entwicklung der Probanden im Zusammenhang mit ihrem Bewegungsverhalten beobachtet.
Die statistische Auswertung ergab, dass regelmäßiges Treppensteigen mit einem um 39 Prozent geringeren Risiko für einen Tod infolge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung assoziiert ist (RR 0.61, 95 % CI 0.48–0.79). Zudem beobachteten die Forscher bei den aktiven Teilnehmern ein um 24 Prozent niedrigeres Risiko für die Gesamtmortalität (RR 0.76, 95 % CI 0.62–0.94).
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Neben der Senkung der Sterblichkeitsrate deuten die Daten darauf hin, dass diese Form der Bewegung auch mit geringeren Risiken für spezifische klinische Ereignisse wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz verbunden ist.
Empfehlungen zur täglichen Belastungsintensität
Aus der im August 2026 veröffentlichten Forschung gehen zudem konkrete Hinweise hervor, welches Maß an Bewegung besonders effektiv sein könnte. Den Analysen zufolge wird eine tägliche dosis von etwa sechs Treppenabsätzen als optimal angesehen, um die beschriebenen gesundheitlichen Vorteile zu erzielen.
Weitere Datenquellen ergänzen diesen Befund mit einer Empfehlung von etwa 50 bis 60 Stufen pro Tag, was in etwa der genannten Anzahl an Treppenabsätzen entspricht.
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Diese Form der körperlichen Betätigung lässt sich ohne zusätzliche Ausrüstung oder spezielle Trainingsumgebungen in den Alltag integrieren. Experten werten dies als einen entscheidenden Vorteil für die öffentliche Gesundheit, da Hürden für den Beginn eines regelmäßigen Trainings entfallen.
Methodische Einschränkungen und Zielgruppen
Trotz der deutlichen statistischen Ergebnisse weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass es sich um einen beobachteten Zusammenhang handelt. Ein direkter kausaler Nachweis, dass ausschließlich das Treppensteigen für die verbesserte Gesundheit verantwortlich ist, könne durch diese Meta-Analyse nicht erbracht werden. Es sei möglich, dass Personen, die regelmäßig Treppen steigen, auch in anderen Lebensbereichen einen gesünderen Lebensstil pflegen.
Darüber hinaus gelte die Empfehlung nicht uneingeschränkt für alle Bevölkerungsgruppen. Fachleute betonen, dass Treppensteigen für Patienten mit bestehenden Gelenkproblemen oder chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat nicht geeignet sein kann. In solchen Fällen müsse die körperliche Belastung individuell angepasst werden. Dennoch bietet die Studie eine fundierte Grundlage für künftige Präventionsempfehlungen in der Herz-Kreislauf-Medizin.
