Trezor-Datenleck: 13.689 Kunden betroffen nach ShipMonk-Angriff
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 03:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwerwiegenden Vorfall bei einem externen Dienstleister sind Informationen über tausende Kunden des Hardware-Wallet-Herstellers Trezor an die Öffentlichkeit gelangt.
Wie am 15. August 2026 bekannt wurde, führte ein Hackerangriff auf den Logistikpartner ShipMonk dazu, dass insgesamt 13.689 Kundendaten kompromittiert wurden. Der Vorfall unterstreicht die Risiken in der Lieferkette von Sicherheitsunternehmen im Bereich der Kryptowährungen.
Umfang des Datenabflusses und betroffene Regionen
Nach vorliegenden Informationen umfasst das Leck 11.742 vollständige Datensätze, die Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern sowie detaillierte Lieferadressen enthalten. Weitere 1.947 partielle Datensätze beinhalten Namen, Städte und E-Mail-Adressen der Kunden.
Trezor bestätigte den Vorfall bereits am 13. August 2026 und präzisierte, dass insbesondere Kunden in den USA, Großbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien und Portugal betroffen seien.
Die Auswertung der Vorfälle ergab, dass Bestellungen aus dem Zeitraum zwischen dem 10. Mai und dem 8. August 2026 betroffen sind. Ein größerer Schaden konnte laut Unternehmensangaben dadurch verhindert werden, dass Trezor eine strikte 90-tägige Aufbewahrungsfrist für Kundendaten einhält. Diese Praxis begrenzte den Umfang der für die Angreifer zugänglichen Informationen erheblich.
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Technische Hintergründe und die Rolle von ShipMonk
Der Ursprung des Datenlecks liegt nicht in den Systemen von Trezor selbst, sondern bei dem Logistikdienstleister ShipMonk. Der Angriff erfolgte am 10. August 2026 über eine kritische Sicherheitslücke in der Software Metabase. Dabei wurde die sogenannte Zero-Day-Schwachstelle CVE-2026-72898 ausgenutzt, die mit einem CVSS-Wert von 10.0 als höchst riskant eingestuft wird. Die Angreifer nutzten eine SQL-Injection, um sich administrativen Zugriff auf die Systeme zu verschaffen.
Erste Aktivitäten zur Ausnutzung dieser Schwachstelle wurden bereits am 2. August 2026 registriert. Metabase wurde am 6. August über die Lücke informiert, woraufhin Trezor am 10. August die offizielle Mitteilung über den Vorfall erhielt. Noch am selben Tag begann das Unternehmen damit, die betroffenen Kunden direkt zu benachrichtigen. Zu dem Angriff bekannte sich die Hackergruppe ShinyHunters, die zudem Erpressungsschreiben versandte.
Sicherheitsrisiken für Nutzer und künftige Schutzmaßnahmen
Trezor betonte ausdrücklich, dass die eigenen Kernsysteme nicht kompromittiert wurden. Private Schlüssel und die Hardware-Geräte der Kunden seien weiterhin sicher und von dem Leck unberührt. Dennoch birgt der Abfluss persönlicher Daten erhebliche Gefahren für die betroffenen Personen. Durch die Verknüpfung von Hardware-Wallet-Käufen mit realen Identitäten und Wohnadressen entsteht ein physisches Sicherheitsrisiko.
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Experten warnen in diesem Zusammenhang vor gezielten Phishing-Kampagnen oder physischen Angriffen, die darauf abzielen könnten, die Herausgabe von Krypto-Beständen zu erzwingen. Um solche Risiken künftig zu minimieren, kündigte Trezor für den europäischen Markt die Einführung einer anonymen Lieferoption zum 1. September 2026 an.
Eine vergleichbare Lösung für Kunden in den USA ist für das Ende des Jahres 2026 geplant. Damit reagiert der Hersteller auf die wachsende Notwendigkeit, sensible Bestelldaten von der physischen Zustellung zu entkoppeln.
