Trikuspidalklappe: LuX-Valve Plus erzielt 82,9 Prozent Wirksamkeit nach sechs Monaten
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf dem Kardiologiekongress TCT 2026 in San Diego haben neue klinische Studien und Gerätevorstellungen wichtige Entwicklungen in der interventionellen Kardiologie markiert. Die zeitgleich in medizinischen Fachjournalen veröffentlichten Ergebnisse umfassen medikamentenbeschichtete Ballonkatheter, bildgestützte Behandlungsstrategien sowie minimalinvasive Verfahren zur Therapie komplexer Herzklappenerkrankungen.
Medikamentenbeschichtete Ballons als Alternative zum Stent
Im Fokus der Koronarinterventionen stand die randomisierte TRANSFORM-II-Studie unter der Leitung von Bernardo Cortese, die von der Fondazione Ricerca e Innovazione Cardiovascolare ETS gesponsert und zur Veröffentlichung im Fachjournal The Lancet angenommen wurde.
Untersucht wurde der Sirolimus-beschichtete Ballon MagicTouch des Herstellers Concept Medical im Vergleich zu Everolimus-freisetzenden Stents bei Patienten mit de-novo-Koronararterienerkrankung.
Nach zwölf Monaten lag die Rate des Therapieversagens an der Zielläsion im Ballon-Arm bei 2,1 Prozent gegenüber 2,4 Prozent im Stent-Arm. Mit einer Hazard Ratio von 0,86 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,47 bis 1,59; p=0,004) erwies sich das katheterbasierte Ballonverfahren dem dauerhaften Stentimplantat als nicht unterlegen.
Die Risikodifferenz betrug minus 0,40 Prozentpunkte. Eine Notfall-Stentimplantation war bei 7,6 Prozent der Ballon-Gruppe erforderlich. Im Ballon-Arm trat keine definitive oder wahrscheinliche Läsionsthrombose auf, verglichen mit 0,2 Prozent in der Stent-Gruppe.
Die Rate schwerer unerwünschter klinischer Ereignisse belief sich nach einem Jahr auf 4,1 Prozent gegenüber 5,3 Prozent. Das Kollektiv umfasste zu fast der Hälfte Patienten mit akutem Koronarsyndrom, über ein Drittel litt an Diabetes. Eine Nachbeobachtung über fünf Jahre ist vorgesehen.
Bildgebung und Computertomographie bei Koronareingriffen
Neben Gefäßstützen und Ballons wurden bildgebende Planungsverfahren diskutiert. Die im Fachjournal The New England Journal of Medicine publizierte P4-Studie untersuchte bei 1.105 randomisierten Patienten, ob eine computertomographisch gesteuerte perkutane Koronarintervention (CCTA) gegenüber dem intravaskulären Ultraschall (IVUS) bestehen kann.
Bei inoperablen Patienten mit schwerer Aortenklappeninsuffizienz zeigt die SEASON-AR-Studie einen kombinierten Endpunkt aus Tod, Schlaganfall und Rehospitalisierung von 8,3 Prozent nach einem Jahr — gegenüber 24,8 Prozent unter alleiniger Medikation. Wie Sie solche Fälle im Herzteam strukturiert einordnen, zeigt Ihnen dieser kostenlose Leitfaden in drei Schritten. Kostenlosen Praxis-Leitfaden jetzt anfordern
Nach zwölf Monaten lag die Rate des Gefäßversagens in der CCTA-Gruppe bei 4,1 Prozent (23 Patienten) und in der IVUS-Gruppe bei 4,6 Prozent (25 Patienten). Damit erfüllte das nichtinvasive Bildgebungsverfahren das statistische Kriterium der Nichtunterlegenheit (p<0,001). Zugleich verkürzte sich die mediane Prozedurdauer von 63 auf 46 Minuten, während das Kontrastmittelvolumen von median 170 auf 150 Milliliter sank.
Im Bereich der apparativen Ausstattung präsentierte GE HealthCare auf der Tagung das deckenmontierte Navigationssystem Allia Celeo für Katheterlabore. Die Anlage verfügt über eine CE-Kennzeichnung und ergänzt die Modellreihe um ein System mit weiter C-Bogen-Öffnung und integrierter Bildverarbeitung; die Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA steht noch aus.
Neue Katheteroptionen bei Klappeninsuffizienz
Einen klinischen Schwerpunkt bildeten strukturelle Herzerkrankungen. In der in Circulation publizierten chinesischen Multizenterstudie SEASON-AR unter Leitung von Chen Shaoliang und Zhang Junjie (Nanjing First Hospital) wurde der transfemorale Aortenklappenersatz (TAVR) bei schwerer, isolierter Aortenklappeninsuffizienz untersucht.
Bei 210 inoperablen oder chirurgisch abgewiesenen Patienten senkte der Transkatheter-Ersatz den kombinierten Endpunkt aus Tod, Schlaganfall und Rehospitalisierung wegen Herzinsuffizienz nach einem Jahr auf 8,3 Prozent, während die rein medikamentöse Vergleichsgruppe 24,8 Prozent erreichte (Hazard Ratio 0,31; p=0,001).
Für Patienten mit schwerer Trikuspidalklappeninsuffizienz und hohem Operationsrisiko lieferte die randomisierte TRAVEL-III-Studie unter Leitung von Junbo Ge neue Daten.
Die Wahl zwischen Katheterverfahren und Stent ist selten eindeutig: In TRANSFORM-II war der beschichtete Ballon dem Stent nach zwölf Monaten nicht unterlegen, in P4 schnitt die CT-gesteuerte Planung gegenüber intravaskulärem Ultraschall nicht schlechter ab. Dieser Leitfaden fasst beide Studien kompakt zusammen und hilft Ihnen, die richtige Strategie für Ihren Fall zu begründen. Studienvergleich kompakt herunterladen
Der kathetergestützte Klappenersatz mit dem System LuX-Valve Plus in Verbindung mit medikamentöser Therapie erreichte nach sechs Monaten einen Wirksamkeitsendpunkt von 82,9 Prozent, verglichen mit 4,8 Prozent unter alleiniger Medikation (p<0,001).
Bei 93 Prozent der behandelten Patienten reduzierte sich der Rückfluss auf höchstens ein moderates Maß, ohne dass in diesem Zeitraum Schlaganfälle oder gefäßbedingte Komplikationen verzeichnet wurden.
