Trockenpflaumen und Knochen: Meta-Analyse bündelt elf Studien mit 747 Personen
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Erhalt der Knochensubstanz gewinnt angesichts einer alternden Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Insbesondere bei postmenopausalen Frauen führt der veränderte Hormonstoffwechsel häufig zu einem beschleunigten Verlust an Knochendichte, was das Risiko für Knochenerkrankungen erhöht.
In der Ernährungsforschung wird daher regelmäßig untersucht, in welchem Maße spezifische Nahrungsmittel diesem Prozess entgegenwirken können. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei wiederholt getrockneten Pflaumen. Wie aus einem Bericht von fr.de vom 2. Oktober 2026 hervorgeht, liefern wissenschaftliche Untersuchungen differenzierte Ergebnisse zum tatsächlichen Nutzen.
Studienergebnisse bei postmenopausalen Frauen und Dosierungsfragen
Im Rahmen einer Studie an 235 postmenopausalen Frauen wurde über einen Zeitraum von zwölf Monaten der Einfluss eines regelmäßigen Konsums untersucht. Dabei zeigte sich, dass der tägliche Verzehr von 50 g Trockenpflaumen – was in etwa einer Portion von vier bis sechs Früchten entspricht – mit einem Verlust der Knochendichte an der Hüfte von lediglich 0,3 % einherging. In der Vergleichsgruppe ohne diesen Verzehr betrug der Rückgang im gleichen Zeitraum 1,1 %.
Ein höherer Konsum führte indessen nicht zu besseren Werten: Die Zufuhr von 100 g täglich brachte gegenüber der 50-Gramm-Menge keinen eindeutigen Zusatznutzen. Bei einer Integration in den täglichen Ernährungsplan spielt zudem der Energiegehalt eine Rolle, da 50 g Trockenpflaumen rund 120 kcal enthalten.
Erkenntnisse aus der Meta-Analyse und geschlechtsspezifische Unterschiede
Über die Einzelstudie hinaus liefert eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2026 weitere Einblicke in die Datenlage. Die Übersichtsarbeit fasste Daten aus elf Studien mit insgesamt 747 Teilnehmenden zusammen. Dabei ergab sich ein leichter Vorteil bezüglich der Knochendichte an der Lendenwirbelsäule.
Der Hormonwechsel nach den Wechseljahren kostet Knochensubstanz — und viele Frauen fragen sich, ob sich das überhaupt im Alltag bremsen lässt. Eine Meta-Analyse mit 747 Teilnehmenden zeigt einen leichten Vorteil an der Lendenwirbelsäule, während an anderen Messstellen kein eindeutiger Unterschied nachweisbar war. Unser kostenloser Guide ordnet diese Datenlage verständlich ein und zeigt, wie sich 50 g Trockenpflaumen täglich praktisch in Ihren Speiseplan einfügen. Kostenlosen Knochen-Guide anfordern
An anderen Messstellen konnten dagegen keine eindeutigen Unterschiede nachgewiesen werden. Zudem wiesen die Ergebnisse der einzelnen einbezogenen Studien eine starke Variation auf.
Dass die beobachteten Effekte nicht ohne Weiteres auf andere Personengruppen übertragbar sind, verdeutlicht eine einjährige Untersuchung an Männern. Bei 59 Teilnehmern im Alter von 55 bis 80 Jahren zeigte sich nach einem Jahr kein Unterschied in der Knochendichte zwischen den Untersuchungsgruppen.
Grenzen der Evidenz bei der Prävention von Frakturen
Trotz der gemessenen Effekte auf Parameter wie die Knochendichte an Hüfte oder Lendenwirbelsäule bleibt eine wesentliche klinische Frage ungeklärt: Ein Schutz vor tatsächlichen Knochenbrüchen ist durch den Verzehr von Trockenpflaumen nicht belegt. Veränderungen der Knochendichte gelten zwar als wichtiger Biomarker, erlauben jedoch keine gesicherte Vorhersage über die langfristige Vermeidung von Frakturen im Alltag.
Zwischen Schlagzeilen und Studienwirrwarr fällt es schwer, den eigenen Knochen etwas Verlässliches zu geben. Die Datenlage ist nüchtern: Ein Schutz vor Knochenbrüchen ist durch Trockenpflaumen nicht belegt, und bei Männern zeigte sich nach einem Jahr kein Unterschied. Unser kostenloser Guide sagt Ihnen klar, welche Effekte gemessen wurden, welche Grenzen die Evidenz hat und was das für Ihre persönliche Vorsorge bedeutet. Jetzt Evidenz-Check für Ihre Knochen sichern
Für Fachkreise und Ratsuchende bleibt festzuhalten, dass der Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung eine unterstützende Rolle spielen kann, die wissenschaftliche Evidenz für weitreichende therapeutische Effekte jedoch begrenzt bleibt.
