Trump-Kehrtwende: Anthropic nach G7-Gipfel keine Sicherheitsbedrohung
Veröffentlicht: 21.06.2026 um 16:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Er sehe das Unternehmen nicht lÀnger als nationale Sicherheitsbedrohung, erklÀrte Trump in einem Interview. Nur wenige Tage zuvor hatte die US-Regierung noch drastische ExportbeschrÀnkungen gegen die KI-Modelle Mythos 5 und Fable 5 verhÀngt.
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G7-Gipfel als Wendepunkt
Die Kehrtwende zeichnete sich nach einem persönlichen GesprĂ€ch zwischen Trump und Anthropic-CEO Dario Amodei ab. Das Treffen fand am 17. Juni am Rande des G7-Gipfels im französischen Ăvian-les-Bains statt. Trump lobte das Unternehmen fĂŒr sein âverantwortungsvolles Verhalten" in den jĂŒngsten Verhandlungen mit der Regierung. Noch vor einer Woche habe er die Firma als potenzielle Gefahr eingestuft, nun setze er auf Kooperation.
Der PrĂ€sident fĂŒhrte die verĂ€nderte Haltung auch auf die erheblichen rechtlichen Konsequenzen zurĂŒck, die dem Unternehmen bei Nichteinhaltung nationaler Sicherheitsauflagen drohen.
Eskalation mit Folgen
Der Konflikt zwischen Washington und dem in San Francisco ansĂ€ssigen KI-Entwickler hatte am 12. Juni seinen Höhepunkt erreicht. Das Handelsministerium erlieĂ eine weitreichende ExportkontrollverfĂŒgung. Sie verlangte von Anthropic, auslĂ€ndischen Staatsangehörigen â sowohl in den USA als auch im Ausland â den Zugang zu Mythos 5 und Fable 5 zu sperren. Das Unternehmen zog daraufhin die Modelle fĂŒr alle Kunden zurĂŒck.
Auslöser war ein monatelanger Streit. Bereits im MĂ€rz 2026 hatte das Pentagon Anthropic als Risiko fĂŒr die Lieferkette eingestuft. Der Grund: Das Unternehmen weigerte sich, bestimmte Sicherheitsvorkehrungen aus Produkten fĂŒr das MilitĂ€r zu entfernen. Diese Schutzmechanismen sollten verhindern, dass die Technologie in vollautonomen Waffensystemen oder fĂŒr MassenĂŒberwachung eingesetzt wird. Die Regierung fror daraufhin mehrere VertrĂ€ge ein, Anthropic zog vor Gericht.
SicherheitslĂŒcke und Konkurrenz
Den unmittelbaren Anlass fĂŒr das Exportverbot lieferte eine gemeldete SicherheitslĂŒcke. Berichten zufolge befĂŒrchtete die Regierung, Gegner könnten die Schutzmechanismen umgehen und die Modelle fĂŒr Cyberangriffe nutzen.
Interessant: Der Hinweis auf die SicherheitslĂŒcke kam von einem Wettbewerber, der zugleich Anteile an Anthropic hĂ€lt. Trump nannte das Unternehmen nicht namentlich, frĂŒhere Berichte identifizierten Amazon-CEO Andy Jassy als Informanten.
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Anthropic selbst hĂ€lt die VorwĂŒrfe fĂŒr ĂŒbertrieben. Die nachgewiesenen Schwachstellen seien geringfĂŒgig und mit denen anderer kommerzieller Modelle vergleichbar. Das Unternehmen warnt davor, solche technischen Details als Grundlage fĂŒr den RĂŒckruf groĂer KI-Systeme zu nutzen â das wĂŒrde die gesamte Branche ausbremsen.
Offene Fragen und europÀische Kritik
Trotz Trumps versöhnlicher Worte bleibt die offizielle Politik vorerst unverĂ€ndert. Die VerfĂŒgung des Handelsministeriums und die Einstufung durch das Pentagon sind weiterhin in Kraft. Auf die Frage, ob er die BeschrĂ€nkungen lockern werde, antwortete Trump ausweichend: Er denke darĂŒber nach, sei sich aber nicht sicher, ob ein vollstĂ€ndiger RĂŒckzug nötig sei.
International sorgt der Vorgang fĂŒr Unmut. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron bezeichnete die einseitigen US-Restriktionen auf dem G7-Gipfel als âWeckruf fĂŒr Europa" und sprach von âtechnologischem Nationalismus". EuropĂ€ische Regierungen fordern mehr Investitionen in eigene KI-FĂ€higkeiten, um nicht von US-Entwicklungen abhĂ€ngig zu sein.
Anthropic treibt unterdessen seine GeschĂ€fte voran. Das Unternehmen hat vertraulich einen Börsengang angemeldet, die Bewertung soll bei ĂŒber 900 Milliarden Euro liegen. Gleichzeitig verhandeln fĂŒhrende Techniker mit dem Handelsministerium ĂŒber neue Sicherheitsstandards â in der Hoffnung, den Zugang zu Mythos 5 und Fable 5 wiederherzustellen.
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